Sausenheim Der „Bienenbrunnen“ hat eine neue Pächterin

Sibylle Völker-Krieger erweckt das Restaurant „Am Bienenbrunnen“ in Sausenheim zu neuem Leben.
Sibylle Völker-Krieger erweckt das Restaurant »Am Bienenbrunnen« in Sausenheim zu neuem Leben.

Zwei Jahre stand das Restaurant „Am Bienenbrunnen“ in Sausenheim leer. Jetzt hat das gemütliche Lokal mit den urigen Sandsteinwänden eine neue Pächterin. Sie ist keine Unbekannte in der Region: Sibylle Völker-Krieger hat sich in mehr als zwei Jahrzehnten eine treue Schar an Stammgästen „erkocht“.

Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel waren für Sibylle Völker-Krieger mit sehr viel Arbeit verbunden. Die Gastronomin hatte zwei Umzüge auf einmal zu bewältigen. Zum Jahreswechsel waren ihr die Räumlichkeiten des Restaurants „Sonnenberg“ in Neuleiningen vom neuen Eigentümer Christian Speeter gekündigt worden. Dieser will das Lokal mit der traumhaften Aussicht über die Weinberge für seine Eventgastronomie nutzen, wie er auf Anfrage erläutert.

Da Völker-Krieger über dem Restaurant wohnte, musste sie sich nach 23 Jahren nicht nur eine andere Gaststätte suchen, sondern auch eine neue private Bleibe. Letztere fand sie in Hettenleidelheim. Beruflich zog sie in die seit November 2020 leerstehende Gaststätte „Am Bienenbrunnen“ in Sausenheim ein.

Diese Veränderung hat Vorzüge, wie Völker-Krieger sagt: Zum einen sei die vorherige Wohnung in einem sanierungsbedürftigen Zustand gewesen und der Umstand, immer vor Ort bei der Arbeitsstätte greifbar zu sein, habe das Privatleben beeinträchtigt. Zum anderen sei das neue Restaurant nur noch halb so groß wie das alte – statt 80 sind es einschließlich Wintergarten 40 Sitzplätze und auch die Terrasse bietet etwas weniger Platz.

Mitarbeiter mitgenommen

„Es ist mir recht, mich zu verkleinern“, so die 61-Jährige, die ihr fünfköpfiges Mitarbeiter-Team mitgenommen hat. „Sie sind mir treu geblieben. Ich habe während der Pandemie einen Corona-Bonus gezahlt und auch darauf geachtet, dass der Kontakt nicht abbricht, bin beispielsweise mit meinen Angestellten regelmäßig wandern gegangen“, erzählt sie.

Daran, dass ihr ihre Kunden ebenfalls folgen, zweifelt Völker-Krieger nicht: „Ich hatte einen Monat lang zu. Wir werden am neuen Standort keine Startschwierigkeiten haben.“ Zu 98 Prozent habe sie Stammgäste, manche seien einmal wöchentlich gekommen, viele hätten ihre Feste im „Sonnenberg“ veranstaltet. Eine solche Feier steht für Donnerstag im neuen Reservierungsbuch.

Damit die Besucher auch weiterhin wissen, was sie erwartet, ändern sich weder die Telefonnummer noch die Öffnungszeiten. Auch wird die jetzige „Bienenbrunnen“-Pächterin ihre Karte im Wesentlichen beibehalten und nur ein bisschen ergänzen. „Bei mir variiert das Angebot alle Woche.“

Autodidaktisch kochen gelernt

Völker-Krieger steht selbst in der Küche, unterstützt von einer Hilfskraft aus der Ukraine. „Ich kann Russisch, das war bei uns Pflichtunterricht zwischen der vierten und der zwölften Klasse“, erläutert die Thüringerin, die im August 1961 geboren wurde, als der Mauerbau begann, und mit ihren beiden Kindern der DDR im November 1989 den Rücken kehrte, als die innerdeutsche Grenze aufgelöst wurde. Die studierte Restauratorin arbeitete in der Pfalz in verschiedenen Restaurants, leitete auch vier Jahre lang die „Alte Pfarrey“ in Neuleiningen. 1995 wechselte sie zum „Sonnenberg“ , der damals von Sandra Nippgen geführt wurde. Im Jahr 2000 übernahm Völker-Krieger das Zepter, investierte im Lauf der Zeit mehr als 100.000 Euro.

Als ihr der Koch abhanden kam, stellte sie sich kurzerhand selbst an den Herd. Natürlich habe es Anfangsschwierigkeiten gegeben. „Es ist schon etwas anderes, ob ich als Hausfrau Rouladen zubereite oder unter Zeitdruck gleichzeitig fünf Rumpsteaks auf den Punkt gegart haben muss“, erklärt sie und erinnert sich lachend: „Nach einer Weile habe ich mir mein Lokal ,vollgekocht’.“ Im „Bienenbrunnen“ hat Völker-Krieger eine komplett eingerichtete Küche vorgefunden.

Öffnungszeiten

Montag und Dienstag geschlossen, Mittwoch bis Samstag jeweils 17.30 bis 22 Uhr und sonntags von 11.30 bis 14.30 Uhr sowie 17.30 bis 21 Uhr. Telefon 06359 2606.

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