Ebertsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Dank bewährtem Erfolgsrezept: Hier arbeiten bald fünf Ärzte

Sie sind das neue Praxisteam (von links): Dino Schlamp, Sabine Franke-Busch, Anastasia Zarenka, Gundula Kösters und Matthias Dep
Sie sind das neue Praxisteam (von links): Dino Schlamp, Sabine Franke-Busch, Anastasia Zarenka, Gundula Kösters und Matthias Deppert.

Die Ärzte Dino Schlamp und Sabine Franke-Busch in Ebertsheim erweitern ihr Team. Wie sie das geschafft haben und auf welches Erfolgsrezept sie setzen.

Mancher Arzt sucht verzweifelt einen Nachfolger und findet keinen. In Ebertsheim ist die Lage eine andere. In der Praxis von Dino Schlamp und Sabine Franke-Busch arbeiten ab Juli fünf Ärzte. Seit Februar sind Gundula Kösters und Anastasia Zarenka mit dabei in der Praxis. Neu dazu stößt Matthias Deppert, der bis März in Kirchheim tätig war.

Schlamp und Franke-Busch freuen sich sehr über die Entwicklung: Nicht nur, dass sie die beiden Standorte ihrer Praxis – der zweite befindet sich in Kerzenheim – entspannter besetzen können, auch die Zukunft ist gesichert. Denn während Franke-Busch die Praxis Ende des Jahres verlassen wird, denkt auch der 59-jährige Schlamp so langsam an seinen Ruhestand in einigen Jahren. Die ärztliche Versorgung rund um Ebertsheim und Kerzenheim im Blick, sei der Zuwachs eine gute Lösung, um die Praxis dauerhaft zu erhalten, sind die beiden Köpfe des Teams überzeugt.

Investition in den Nachwuchs

Fünf Ärzte klingt nun erst einmal viel, aber ganz so ist die Lage doch nicht. Wie Franke-Busch erklärt, befindet sich Kösters am Ende ihrer Assistenzarztzeit, die sie seit zwei Jahren bei dem Ärzteteam absolviert. Ihre Facharztprüfung stehe noch bevor. Zarenka wiederum, mit 33 Jahren die Jüngste im Team, war bereits Hals-Nasen-Ohren-Ärztin in ihrem Heimatland Belarus, müsse aber in Deutschland erst einmal eine Kenntnisprüfung ablegen, bevor sie eine Facharztprüfung absolvieren darf, ergänzt Schlamp. Danach wolle sie ebenfalls als Hausärztin tätig sein, müsse aber vorher ein Klinikjahr absolvieren, wobei das Team hofft, dass Zarenka in die Praxis zurückkehren wird. Schlamp beschreibt den Zugewinn der beiden Frauen als Schlüssel: Jede Praxis, die erhalten bleiben will, müsse in die Ausbildung investieren und sich Zeit für Nachwuchs nehmen.

Noch jung, aber nicht frisch im Beruf ist Deppert, der fix dazustoßen wird, und zwar auch als Mitglied der Berufsausübungsgemeinschaft. Das heißt, Deppert übernimmt Anteile der Praxis. Der 41-Jährige hat die Kirchheimer Einheit aus persönlichen Gründen verlassen und nach einer neuen Arbeitsstelle gesucht. Das Problem: „Ich habe mich zwischen Frankenthal, Monsheim und Bad Dürkheim umgeschaut und keine Praxis gefunden, in der ich die Nachfolge ab Juli übernehmen könnte.“

Schwerpunkte passen gut zur Praxis

Die meisten Ärzte, die kurz vor dem Ruhestand stünden, wollten erst in zwei bis drei Jahren aufhören – und darauf wollte er nicht warten. Als er durch Zufall auf die Ebertsheime gestoßen ist, habe vieles gleich gepasst, schwärmt er: „Hier ist Sympathie, der erste Eindruck hat gestimmt, die Räume sind modern und ich kann hier eigene Ideen einbringen.“ Gemeint sind damit seine Schwerpunkte: Die liegen bei Deppert im Bereich der Internistik und der Kardiologie. Beides wolle er auch in Ebertsheim fortführen, womöglich sogar mit den vertrauten Patienten. Denen habe er angeboten, mit ihm in die neue Praxis zu wechseln.

Sein Schwerpunkt passe gut, sind sich Schlamp und Franke-Busch einig. Der Fokus ihres Teams liege nämlich auf der Versorgung älterer Patienten, auf Geriatrie und Palliativmedizin. Kösters und auch Deppert lassen sich gerade in diesem Bereich fortbilden. Mit dem „Fokus aufs Individuelle“ begründet Letzerer auch die Entscheidung, die Allgemeinmedizin als Fachgebiet gewählt zu haben: Er schätze Hausbesuche und den Kontakt zu Menschen. „Die Patienten kommen mit allem und wir müssen entscheiden, ob es eine hastige Behandlung braucht oder ob es sich um Befindlichkeiten handelt“, fährt er fort. Das mache den Job spannend.

Gegenseitig voneinander profitieren

Darüber hinaus schätze Deppert an seiner neuen Arbeitsstelle, von den erfahrenen Kollegen in der Praxis lernen zu können – während die wiederum vom frischen Wissen des jungen Kollegen profitieren wollen. „Wir haben jetzt eine gute Versorgungslage und können die Praxis in gute Hände geben“, betont Schlamp. Bis es so weit ist und das Team tatsächlich fünfköpfig die Patienten versorgt, dauert es aber noch ein paar Wochen. Die will Deppert mit seiner Familie genießen. Aber auch Papierkram habe sich durch den örtlichen Wechsel des Kassensitzes aufgestaut. Dafür sei nun Zeit – bis der neue Berufsalltag in Ebertsheim startet.

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