Grünstadt Brücke über den Eckbach wächst

Das Gerüst aus Stahlträgern für den ersten Abschnitt der Brücke über den Eckbach ist zum großen Teil schon montiert . Kirchheim

Ortstermin: Eine 3,4 Kilometer lange neue Straße soll Kirchheim vom Durchgangsverkehr entlasten. Täglich quälen sich bis zu 12.000 Fahrzeuge durch die enge Weinstraße. Das imposanteste Bauwerk der Umgehung ist die 224 Meter lange und bis zu 13 Meter hohe Brücke über den Eckbach. Ein Besuch auf der Baustelle.

Kirchheim. „Alles läuft nach Plan – hinsichtlich des Zeitablaufs ebenso wie bezüglich der Kosten“, sagt der Leiter des Landesbetriebes Mobilität (LBM), Worms, Bernhard Knoop. Das könnte bei einem Großprojekt wie dem Bau der Kirchheimer Ortsumgehung für rund 21,8 Millionen Euro zehn Monate nach dem ersten Spatenstich auch anders aussehen. Gegenwärtig wächst die Eckbachtalbrücke aus dem Boden. Das 224 Meter lange Bauwerk, das allein mit etwa fünf Millionen Euro zu Buche schlagen wird, nennt Knoop einen „zentralen und unverzichtbaren Baustein des Gesamtprojektes“. Im Dezember wurde der Wirtschaftsweg in Höhe des Feuerwehrgerätehauses Kirchheim von der L 520 bis zum Eckbach zu einer sechs Meter breiten Baustraße. Diese wurde Ende Mai für den Transport von Material auf einer Länge von zirka 300 Metern asphaltiert. Für die Brücke wurden zwei mächtige Widerlager betoniert. Zu Jahresbeginn hatten die Vorbereitungen für die Gründungen der Pfeiler begonnen: Zwölf Stahlbeton-Pfeiler, paarweise angeordnet, tragen die Brücke. Deren Fundamente ruhen auf je 16 Bohrpfählen, die bis zu 23 Meter in die Erde getrieben wurden und dem Bauwerk die nötige Stabilität verleihen. Die Pfeiler, die zwischen 9,8 und 13 Meter hoch ragen, werden vor Ort betoniert, was pro Stück etwa drei bis vier Tage dauert. „60 Prozent der Pfeiler-Arbeiten sind bis dato erledigt“, zieht Knoop Bilanz und betont: „Mit der Qualität der Ausführung sind wir zufrieden.“ Der Überbau wird in drei Abschnitten angefertigt. Wo aktuell gearbeitet wird, ist an dem auffallend roten Gerüst zu erkennen, das anschließend „weiterwandert“, wie Ingenieur Alexander Engel erläutert. In den zweiten Bauabschnitt wird es Ende Juli gehen. Die Errichtung des gesamten Überbaus wird noch bis ins nächste Jahr andauern. Die in jüngster Zeit immer wieder aufziehenden Unwetter hätten für manche Unterbrechung gesorgt. Teilweise war durch heftige Niederschläge Land unter auf der Baustelle. „Kranarbeiten und Gewitter passen nicht zu zusammen“, sagt Projektleiter Peter Franke. Die Bahnbrücke im nördlichen Trassenverlauf der „B 271 neu“, mit deren Bau die Arbeiten für die Westumgehung begonnen hatten, sei mittlerweile fast fertiggestellt. „Im August dürfte es so weit sein. Momentan werden die Kappen betoniert, dann kommt das Geländer drauf“, so Engel. Bislang sind 600.000 der kalkulierten 850.000 Euro verbaut. Die restlichen Bauwerke – drei Brücken für Wirtschaftswege und die Unterführung für Fußgänger in Höhe des Golfplatzes Dackenheim – sind laut Knoop zusammen mit dem Erd- und Straßenbau ausgeschrieben worden. Etwa 15 Firmen hätten sich beworben, die Hälfte habe auch Angebote eingereicht. „Die Vergabe wird noch in diesem Monat geschehen“, kündigt er den Beginn dieser Gewerke im Hochsommer an. „Als allererstes werden die neuen Wirtschaftswege hergestellt, damit die Winzer ihren Betrieb aufrecht erhalten können“, erläutert Franke. Die Weinbauern interessierten sich verständlicherweise besonders für den Bauablauf. Hin und wieder informierten sie sich im Baucontainer beim Feuerwehr-Gerätehaus, andere Bürger nähmen dieses Angebot kaum wahr.

91-84978742.jpg
Auf der Brücke  geht der Blick über die Weinberge, im Foto Richtung Sausenheim.
x