Leiningerland
Ausgezeichnet: Was diese Ehrenamtlichen so besonders macht
Ehrenamtlich Engagierte sind wichtig für die Gesellschaft – in diesem Punkt waren sich beim Fest der Verbandsgemeinde Leiningerland in Gerolsheim viele einig, darunter Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) und VG-Bürgermeister Daniel Krauß (SPD). Letzererer überreichte auch den Ehrenamtspreis der Verbandsgemeinde für herausragendes Engagement.
Einsatz für den Ort und darüber hinaus
Die ersten, die Krauß auszeichnete, waren die Vertreter des Bockenheimer Kultur- und Verkehrsvereins. Wie Krauß ausführte, setze sich die Gruppe nicht nur für die Ortsgemeinde ein, sondern wirke auch über deren Grenzen hinaus. Ideen, die das Dorf veränderten, stammten oft aus den Reihen des Vereins, darunter der Schorleexpress am Patricia-Wingert, der „immer einen Besuch“ wert sei. Auch die Beteiligung beim Auftakt der Mandelblüte, Vino Lumino, gehe auf den Verein zurück. Vor diesem Hintergrund habe er den Preis verdient, so Krauß.
Laut Vorsitzendem Volker Griebel existiert die Gruppe seit 1989, ursprünglich als Fremdenverkehrsverein. Der kulturelle Aspekt sei schließlich dazu gekommen, sodass immer mehr Aktionen für den Ort entstanden, die nicht nur Touristen anlocken, sondern auch das Dorf beleben sollten. Dazu zählen die Weinmesse, die es seit der Corona-Pandemie nicht mehr gibt, aber auch Aktivitäten rund um den Patricia-Wingert, darunter Weinpatenschaften und Feste. Laut Griebel sind 38 der insgesamt 100 Mitglieder aktive Helfer, was er lobt.
Pflege der Wanderwege als Ziel
Bei der zweiten Gruppe, die den Ehrenamtspreis bekommen hat, handelt es sich nicht um einen Verein. Es sind die Wegewarte der VG Leiningerland. Neun von ihnen kümmern sich ehrenamtlich um die fünf Premiumwanderwege im Gebiet, darunter der Panoramaweg, der Klosterweg und der Burgenweg. Seit knapp zehn Jahren gibt es laut Peter Dück, Sprecher der Gruppe, ein Pflegekonzept, das drei Stufen umfasst: Jeder Wegewart sei zwar für einen bestimmten Streckenabschnitt zuständig, aber auch hier gibt es drei Stufen.
Die erste umfasst kleine Verschönerungsarbeiten, die sich mit der Gartenschere oder einem Pinsel und Farbe erledigen ließen. Die zweite hat den Fokus auf Sicherheit, so Dück: Es gehe um Reparaturen und Forstarbeiten. Sobald die nicht mehr von den Ehrenamtlichen erledigt werden können, kommen externe Firmen ins Spiel. Bei all dem kooperiere die Gruppe – einige von ihnen wie Dück schon älter als 70 Jahre – eng mit dem Forstzweckverband. Und dadurch wachse die Gruppe nun auch: Neun zusätzliche ehrenamtliche Helfer stoßen demnächst dazu, ausgebildet von den Forstmitarbeitern. „Sie unterstützen die Verwaltung immens“, lobte Krauß abschließend bei seiner Rede.
20 Stunden Ehrenamt pro Woche
Der Letzte im Bunde: Michael Archinger aus Altleiningen. Der 58-Jährige hat nicht nur dem TuS im Ort viele Jahre seines Lebens gewidmet, sondern auch den Jugendförderverein der VG Leiningerland mitgegründet, der sich demnächst nach etlichen Jahren auflösen muss. Außerdem war Archinger 15 Jahre lang Schiedsrichterbetreuer in der Landesliga und hat auch fünf Jahre Jugendmannschaften trainiert.
Was Krauß bei seiner Ansprache betonte: Archinger mache all das, obwohl seine Kinder längst erwachsen sind, und zwar mit viel Einsatz. „Das alles waren schon immer 20 Stunden pro Woche im Schnitt“, sagt der Prämierte – und erklärt damit auch, warum er sich nun langsam etwas zurückziehen wird. Er habe einen Enkel, für den er sich mehr Zeit nehmen will. Trotzdem mache er gerade eine Schulung, um seine Fähigkeiten als Schiedsrichter aufzufrischen, denn das wolle er dann doch nicht ganz aufgeben.