Grünstadt
An A6-Raststätte: Plätzchen für die Brummi-Fahrer
Die vier Adventssonntage hielten für Fernfahrer, die an der Raststätte in Wattenheim einen Stopp einlegten, eine Überraschung bereit. Unter dem Motto „Backen in der Adventszeit – gemeinsam Freude schenken“ verteilten Ehrenamtliche selbst gebackene Weihnachtsplätzchen an Lkw-Fahrer, die sonntags ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen einhalten mussten.
Initiiert wurde die Aktion von Monika Anders, die sich ehrenamtlich in der protestantischen Kirchengemeinde Bad Dürkheim engagiert. Gemeinsam mit vielen Helfern hat sie am Lkw-Rastplatz einen Stand aufgebaut. Den Platz dafür hat die Autobahnmeisterei Wattenheim bereitgestellt. Neben Plätzchen gibt es für die Fernfahrer auch einen Platz zum Austauschen mit den Helfern sowie Kaffee, um sich bei kalten Temperaturen aufzuwärmen.
Weshalb sie sich an kühlen Sonntagen von 12 bis 15 Uhr an die Autobahnraststätte stellt, hat für die über 70-Jährige einen simplen Grund: „Viele Lkw-Fahrer sind über die Weihnachtstage weit entfernt von ihrer Familie.“ Darüber hinaus werde der Beruf eines Fernfahrers in der Gesellschaft selten wahrgenommen. Ihnen dennoch ein wenig Weihnachtsstimmung nahezubringen, sei für sie mindestens genauso eine Freude wie für die Beschenkten selbst.
Unterstützung von den „Biking Santas“
Seit April liefen die Vorbereitungen. Beim Backen der Plätzchen erhielt Anders Unterstützung von zahlreichen Schulen und Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem die Sportgruppe der Landfrauen Wachenheim, die Berufsbildende Schule sowie die Maria-Montessori-Schule in Bad Dürkheim, die Bertha-Hirsch-Schule in Mannheim und Einrichtungen der Lebenshilfe Bad Dürkheim. Darüber hinaus bekamen die Beteiligten von Edeka Stiegler einen Gutschein für die Lebensmittel und vom Autohaus Köhler aus Bad Dürkheim leihweise einen Pavillon gespendet. Die Firma Gashi aus Birkenheide stellte leihweise Klapptische bereit.
Unterstützung hat sich Anders für den letzten Aktionstermin am vierten Adventssonntag vom Verein „Biker against Mobbing“ geholt, dessen Mitglieder in der Weihnachtszeit als „Biking Santas“ unterwegs sind. Zusammen laufen sie von Lastwagen zu Lastwagen und überreichen den Fahrern das Gebäck. Für Musik ist auch gesorgt: Im Hintergrund läuft ein selbst entwickeltes Weihnachtslied der „Biking Santas“. Wer schläft, wird auch schlafen gelassen. Dann hängen die Helfer die kleinen Tütchen an die Scheibenwischer an der Windschutzscheibe. Mithilfe der „Biking Santas“ sind die Plätzchen in gut einer Stunde an alle Fernfahrer verteilt.
60 Kilogramm Plätzchen
Am ersten Aktionstag habe es nicht viel Andrang gegeben, erzählt Anders. Darum seien die Helfer seit dem zweiten Aktionstag, dem dritten Advent, von selbst auf die Lastwagen zugelaufen und hätten die Plätzchen verteilt. Da nur wenige der Fernfahrer Deutsch sprechen, seien Gespräche mit ihnen schwierig gewesen, sagt sie. Doch die Aktion stieß bei den Lastwagenfahrern auf große Dankbarkeit und sichtliche Freude. Durch die passende Verkleidung samt Weihnachtssack der „Biking Santas“ wirkt die Aktion noch stärker auf die Lastwagenfahrer – einige möchten sogar ein Erinnerungsfoto mit den Helfern und der Motorradgruppe.
Insgesamt standen für die drei Adventssonntage rund 60 Kilogramm Plätzchen und zwei Kilogramm Kaffee zur Verfügung. Außerdem wurden 200 Glückswürmchen verteilt, die zum Teil Anders und ihr Team selbst gehäkelt haben. Von den vielen Plätzchen bleiben am Ende des letzten Aktionstages nur noch wenige übrig. Diese übergibt Anders an die „Biking Santas“, die am 25. Dezember wieder an der Raststätte sein werden. Denn eine solche Aktion veranstaltet der Verein „Biker against Mobbing“ jährlich am ersten Weihnachtsfeiertag. Auch dann werden sich Fernfahrer freuen wie am vierten Adventssonntag – an dem sie wenigstens eine Zeit lang alles andere als alleine waren.