Grünstadt Alte Schule weicht Wohnhäusern

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Einstimmig hat der Gemeinderat Ebertsheim am Mittwochabend den Weg für das Baugebiet „An der Königswiese, Änderungsplan IV, Erweiterungsplan I“ freigemacht. Entstehen soll dort, wo derzeit noch das ehemalige Schulhaus steht (wir berichteten), ein Baugebiet für vier Einzelhäuser. Erschlossen wird das Areal von der Energiebau Ramstein GmbH, deren Vertreter dem Rat die Planung vorstellten.

Zunächst waren sie davon ausgegangen, dass sich bis zu sechs Häuser realisieren lassen, allerdings wurde die mögliche Zahl reduziert, um nicht zu nahe an den Eisbach heranzurücken. Eine gewerbliche Nutzung ist – außer durch Freiberufler mit Heimarbeitsplätzen oder kleinen Büros – nicht vorgesehen. Erschlossen wird das Gelände, wenn in einem weiteren Verfahrensschritt ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen worden ist. „Dies wird aber erst in einer der nächsten Sitzungen erfolgen“, sagte Ortsbürgermeister Bernd Findt. Da sich der Bebauungsplan auf das Gelände des ehemaligen Schulhauses und Teile des Spielplatzes sowie einer ehemaligen Kleinkläranlage erstreckt, also im Innenbereich der Gemeinde liegt, seien keine größeren Umweltprüfungen nötig. Es könne das vereinfachte Verfahren angewendet werden, um die Planung zur Baureife zu führen. Im nächsten Schritt würden Behörden und Bürger gehört, deren Belange von der zusätzlichen Bebauung betroffen seien, so Findt. Der Ortsbürgermeister sieht im Baugebiet die Verwirklichung eines lange gehegten Wunsches der Gemeinde, die eine sinnvolle Nutzung für das alte Schulgelände anstrebt. „Derzeit wird das Angebot der Energiebau in der Verwaltung geprüft, die Fraktionen bekommen danach Gelegenheit zur Beratung, bevor wir die Vergabe vornehmen“, erläuterte Findt. Wie berichtet, wird auch das Jugendcafé abgerissen und an neuer Stelle neben dem Spielplatz im nördlichen Ortsteil wieder aufgebaut. Dies rief eine Nachfrage in der Einwohnerfragestunde hervor. Ein Bürger aus dem südlichen Ortsteil sagte, dass das Café in erster Linie für die Ebertsheimer eingerichtet worden sei und die Nutzer aus dem Ortskern kämen. Später seien die Wege zum Jugendcafé dann wesentlich weiter. Dem hielt Findt entgegen, dass das Jugendcafé in Zukunft zwischen den beiden zusammenwachsenden Ortsteilen Ebertsheim und Rodenbach liegen werde. Auch sei das Umfeld mit Spiel- und Sportplatz aus seiner Sicht ein idealer Standort. Darüber, dass Teile des Spielplatzes geopfert werden, herrsche Konsens im Rat und bei allen Besprechungen. Das sah Ratsmitglied Uwe Peters (SPD) jedoch plötzlich ganz anders. In der Abstimmung über das neue Baugebiet hatte der SPD-Mann zwar die einstimmige Entscheidung mitgetragen, jetzt wetterte er aber über das „viel zu kleine Spielloch“, das entstehen werde. Peters lobte die Anziehungskraft des bisherigen großen Spielplatzes, der auch stark von auswärtigen Nutzern frequentiert werde. Dem hielt Oswald Alleborn (FL) entgegen, dass die Gemeinde sich veränderten Nutzungsanforderungen anpassen müsse. Findt ergänzte, dass die Erträge aus dem Verkauf des Spielgeländes auch in die Anschaffung neuer Spielgeräte fließen wird, da die alten nicht mehr zu erhalten seien. |jös

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