Grünstadt 2400 Quadratmeter für Märkte im Norden

Bei einer Enthaltung hat der Planungsausschuss der Stadt Grünstadt in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dem Stadtrat zu empfehlen, die Änderungen des Bebauungsplans „Nahversorgungszentrum Nord“ anzunehmen.
Dann dürften im Norden der Stadt ein Discounter mit einer Verkaufsfläche von maximal 1000 Quadratmetern und ein Vollsortiment-Supermarkt mit 1400 Quadratmetern gebaut werden. Im Vorentwurf des Bebauungsplans waren im November 2016 zunächst 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche eingeplant worden. Mittlerweile hat die Stadt im November 2017 allerdings ein Einzelhandelskonzept beschlossen, das auf der Bewertung eines Gutachters basiert. Dieser kam zu dem Ergebnis, dass mit den jetzt festgelegten Größen die Umverteilung von Umsätzen im Stadtgebiet im vertretbaren Bereich liege. Der tatsächliche Zuwachs an Verkaufsflächen betrage nur 800 Quadratmeter, da Aldi seinen Markt von der Haarschnur in den Norden der Stadt verlegen will, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Allgemein begrüßt wurde im Planungsausschuss, dass die zunächst vorgesehene Zufahrt von der Uhlandstraße, die an einer Kindertagesstätte vorbeigeführt hätte, entfallen wird. Bedenken äußerte Martina Hauenstein (SPD) wegen der möglichen Lärmbelästigungen, die von Kühlaggregaten der neuen Supermärkte ausgehen könnten. „Im Rahmen der Planung wurde ein umfangreiches Schallgutachten erstellt, das feststellt, dass dies nicht der Fall sein wird“, antwortete Dirk Theobald, der die Planung für die Stadtverwaltung vorgestellt hatte. Bestandsschutz genieße im Rahmen des Verfahrens die Planung für die Nordumgehung der Stadt. Die Trasse sei durch die entstehenden Supermärkte nicht beeinträchtigt. Allerdings sei weiterhin mit einem Bau einer Entlastungsroute, die von der Stadt gewünscht wird, in naher Zukunft nicht zu rechnen. Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) sagte hierzu, dass die bisherige kategorische Ablehnung der Umgehung mittlerweile im Ministerium anders bewertet werde und die Stadt die beim Landesbetrieb Mobilität bestehenden Planungen weiterhin für eine gute Lösung hält. Die Brücke am Landgraben soll für rund 54.000 Euro mit dem Einbau eines Wellstahlprofils saniert werden. Dieses habe eine Lebensdauer von 70 Jahren, hieß es im Ausschuss, der bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen dem Stadtrat diese Bauvariante empfohlen hat. Einig waren sich die Ausschussmitglieder hingegen darüber, dass die Straßeninstandhaltung „Am Wehrhaus, westlicher Teil“ angepackt werden muss. Im Haushalt 2018 stehen dafür 200.000 Euro zur Verfügung, 2019 weitere 210.000 Euro. 65 Prozent des Ausbaus finanzieren allerdings die Bürger durch wiederkehrende Beiträge.