Grünstadt Übungsmodell Norovirus

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Könnte in Grünstadt eine Ansteckung anderer Menschen hinreichend verhindert werden? Ließe sich diese exotische Erkrankung überhaupt diagnostizieren? Immerhin könnte der Erreger durch Urlauber eingeschleppt werden. Münke und Borbe geben beruhigende Antworten. „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Der Pandemieplan enthält Regelungen, was im Falle eines Falles zu tun ist“, schickt Verwaltungsdirektor Udo Langenbacher voraus. Und das Personal des 200-Betten-Hauses habe oft die Möglichkeit, mit einem hochinfektiösen – allerdings nicht lebensbedrohlichen – Erreger zu üben, ergänzt Münke. Er weist auf den Norovirus hin, mit dem man in Grünstadt übers Jahr rund 100 Mal konfrontiert wird. „Der gehört fast schon zum Tagesgeschäft“, so Langenbacher. „Dabei gelingt es uns seit langem, eine Verbreitung im Krankenhaus zu verhindern“, erklärt Münke. Das A und O sei das Händewaschen, sagt Borbe. Um die breite Öffentlichkeit für diesen wichtigen Aspekt der Hygiene zu sensibilisieren, soll es Mitte Oktober einen Aktionstag geben. In Westafrika könne sich der Ebola-Virus nur deshalb so rasant ausbreiten, weil die Menschen dort zu wenig über die Ansteckungswege wissen. Das Robert-Koch-Institut hält es in Deutschland aufgrund der guten medizinischen Versorgung und Infrastruktur – einschließlich aller Voraussetzungen für einen sicheren Transport – für sehr unwahrscheinlich, dass es dem tropischen Keim gelänge, viele Bürger zu infizieren. Erst ein Erkrankter mit Symptomen überträgt das Virus, wie das RKI informiert. Ein begründeter Ebola-Verdachtsfall setzt Fieber von mindestens 38,5 Grad voraus. Kommt jemand mit grippeähnlichen Beschwerden, eventuell noch Erbrechen und Durchfall, sei man im Grünstadter Akutkrankenhaus sogleich in Hab-Acht-Stellung. „Alle Mitarbeiter sind geschult“, versichert Borbe. Das RKI rät, bei der Anamnese einen Mindestabstand von einem Meter zum Patienten einzuhalten. Zu eruieren ist, ob sich der Betroffene in den letzten 21 Tagen in einem der westafrikanischen Staaten aufgehalten hat, in denen der Ebola-Virus grassiert. Sollte sich der Verdacht einer Ansteckung erhärten, würde der Patient im Isolierzimmer der Ambulanz untergebracht. „Dazu haben wir vor ein, zwei Jahren einen Gipsraum umgestaltet“, berichtet Langenbacher. Auch auf der Intensivstation könnten hochinfektiöse Menschen separiert werden. „Um mit einem Ebola-Patienten umzugehen, reicht unsere Schutzkleidung aus“, sagt Münke. Sie besteht aus einem Anzug einschließlich Kapuze, Plastiküberziehern für Schuhe und Beine bis zum Knie, Handschuhen, Nase-Mund-Schutz und Schutzbrille. Sofort würde laut Münke Kontakt zur Tropenmedizin der Uniklinik Heidelberg aufgenommen. „Die haben auch die diagnostischen Möglichkeiten“, erläutert der Internist. „Unser Großlabor kann Ebola nicht feststellen.“ Ob der Patient in eine Sonderisolierstation verlegt werden müsste, entscheidet das Gesundheitsamt. Seit 2003 existiert ein Netzwerk aus neun Kompetenz- und Behandlungszentren, die auf den Umgang mit hochgradig ansteckenden, lebensgefährlichen Erkrankungen spezialisiert sind. Für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland ist Frankfurt zuständig. Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger ist das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Es ist das größte Institut für Tropenmedizin in Deutschland. (abf)

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