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Samstag, 18. Mai 2019 Drucken

Grünstadt

Startschuss für Renaissance der Bahn

Grünstadt: Strecke nach Eisenberg wurde vor 25 Jahren reaktiviert – Am 26. Mai gibt es für Zugfahrer am Eiswoog eine Überraschung

Von Eckhard Buddruss

Gleichzeitig mit der Reaktivierung der Eistalbahn wurde der neue Haltepunkt Grünstadt Nord eröffnet. Am Mikrofon Bürgermeister Ludwig Weber und Weingräfin Katja I. Minister Rainer Brüderle war nicht nur für Verkehrspolitik, sondern auch für Wein zuständig.

Gleichzeitig mit der Reaktivierung der Eistalbahn wurde der neue Haltepunkt Grünstadt Nord eröffnet. Am Mikrofon Bürgermeister Ludwig Weber und Weingräfin Katja I. Minister Rainer Brüderle war nicht nur für Verkehrspolitik, sondern auch für Wein zuständig. ( ARCHIVFoto: MORCZINCZYK)

Am 26. Mai 1994 wurde die Eistalbahn mit einem Sonderzug von Eisenberg nach Neustadt wiedereröffnet.

Am 26. Mai 1994 wurde die Eistalbahn mit einem Sonderzug von Eisenberg nach Neustadt wiedereröffnet. ( Foto: HIERAT)

Ende Mai 1994 wurde die Bahnstrecke von Grünstadt nach Eisenberg reaktiviert. Aus diesem Anlass soll es am Jubiläumstag, dem 26. Mai, eine kleine Überraschung für Zugfahrgäste am Eiswoog geben. Die Bahnstrecke zwischen Eisenberg und dem Eiswoog war in zwei Etappen 1995 und 2001 reaktiviert worden.

Im Anschluss an die Versammlung des für den regionalen Schienenverkehr zuständigen Zweckverbands in Bad Dürkheim zogen gestern Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU), Landrat des Kreises Bad Dürkheim, und für den Donnersbergkreis dessen Beigeordneter Manfred Boffo (FWG) eine sehr positive Bilanz der Bahn-Reaktivierung vor 25 Jahren.

Boffo, der aus Eisenberg kommt, sagte, seine Stadt habe von der Wiederaufnahme des 1976 eingestellten Reisezugverkehrs stark profitiert. Die günstige Verbindung nicht nur nach Grünstadt, sondern auch nach Frankenthal und damit in den Raum Ludwigshafen/Mannheim habe Eisenberg als Wohnort deutlich aufgewertet. Auch für den Tourismus habe die Eistalbahn-Reaktivierung einen Aufschwung gebracht, vor allem, da schon 1995 der reaktivierte Abschnitt bis Ramsen verlängert worden war und seit 2001 auch der Eiswoog als „touristisches Highlight“ der Verbandsgemeinde und des ganzen Donnersbergkreises wieder mit dem Zug erreichbar ist. Am 26. Mai gibt es für Bahnkunden im Umfeld des Seehauses „Forelle“ am Eiswoog eine kleine Überraschung. Es genügt dafür eine an diesem Tag gültige Zugfahrkarte, das kann beispielsweise auch eine Karte ab 60 oder ein Maxx-Ticket sein.

Boffo betonte das große Interesse, das der Donnersbergkreis an der Wiederbelebung der Zellertalbahn habe. Wie berichtet, kann die Strecke in diesem Jahr (wie schon im Vorjahr) nicht befahren werden, weil die Bewilligung der für eine Sanierung der Gleise nötigen Mittel durch das Land noch aussteht.

Ihlenfeld bestätigte die große Bedeutung des ab 1994 deutlich verbesserten Zugangebots für den Tourismus gerade in seinem Landkreis. Besonders am Wochenende sei es durch den Rheinland-Pfalz-Takt massiv verbessert worden. Der Landrat nannte als Beispiel die Strecke von Frankenthal nach Grünstadt. Hier sei die Anzahl der Fahrgast montags bis freitags von durchschnittlich 1627 pro Tag im Jahr 1990 auf 3587 im Jahr 2018 und damit um 120 Prozent gestiegen. Noch stärker war die Steigerung mit 255 Prozent an Samstagen. An Sonntagen lag die Fahrgastzahl im vergangenen Jahr mit 1618 nicht viel niedriger als am Samstagen mit 2097. Hier gibt es keine Steigerungsrate, weil auf dieser Strecke 1990 sonntags gar keine Züge fuhren.

Ihlenfeld erinnerte an die wichtige Rolle des Kreises Bad Dürkheim beim Start des Rheinland-Pfalz-Takts. In der Tat galt Ihlenfelds Vor-Vorgänger Georg Kalbfuß (SPD) 1994 als eine der Schlüsselfiguren der regionalen Bahn-Renaissance und wurde dann 1996 folgerichtig auch erster Vorsteher des für den regionalen Schienenverkehr zuständigen Zweckverbands.

Fritz Brechtel (CDU), der Nach-Nachfolger von Kalbfuß in dieser Funktion, betonte gestern, ein wesentlicher Teil der Erfolgsgeschichte des Rheinland-Pfalz-Takts sei die Verzahnung der Verantwortung zwischen Land und den kommunalen Gebietskörperschaften. Die aktuelle Koalitionsvereinbarung für die Mainzer Landesregierung knüpfe daran an. „Ich werbe mit meinen Kollegen Landräten und Oberbürgermeistern dafür, im Zuge der anstehenden Novellierung des Nahverkehrsgesetzes an der bewährten Organisations- und Kooperationsstruktur unbedingt festzuhalten, damit die breite politische Basis für den Ausbau der Schiene erhalten bleibt,“ sagte Brechtel. 

 

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