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Freitag, 21. Juni 2019 Drucken

Eisenberg

Sehr herausfordernder Jahrgang

EISENBERG: 19 junge Menschen haben am Mittwochabend im Thomas-Morus-Haus in Eisenberg feierlich die Abschlusszeugnisse des Wirtschaftsgymnasiums an der Berufsbildenden Schule Donnersbergkreis erhalten. 14 von ihnen haben das Abitur erreicht. Den Scheffelpreis für besondere Leistungen im Fach Deutsch bekam Nele Huber.

Von Anja Benndorf

15 der 19 Absolventen, die am Wirtschaftsgymnasium in Eisenberg ihr Abitur oder Fachabitur erreicht haben, erhielten ihre Zeugnisse bei der Feier im Thomas-Morus-Haus.

15 der 19 Absolventen, die am Wirtschaftsgymnasium in Eisenberg ihr Abitur oder Fachabitur erreicht haben, erhielten ihre Zeugnisse bei der Feier im Thomas-Morus-Haus. ( Foto: Benndorf)

Die Absolventen seien mit dem höchsten deutschen Bildungsabschluss nun gut gerüstet für die Zukunft, ließ Direktor Matthias Frietsch über seine Zweite Stellvertreterin Dagmar Tittnags ausrichten, die seine Rede verlas. Von den 14 Abiturienten haben acht Jugendliche die Prüfungen bilingual abgelegt, darunter wiederum zwei mit internationaler Zusatzqualifikation im wirtschaftlichen Bereich, dem European Business Baccalaureate Diploma (EBBD).

„Sie gehören nun einem privilegierten Kreis an, da Sie jetzt die Freiheit haben, Ihren beruflichen Werdegang selbst zu bestimmen“, sagte der kommissarische Abteilungsleiter Tobias Fleckenstein. „Stars are born“, meinte er und warnte davor, dass der eine oder andere hochgejubelte Star plötzlich sang- und klanglos wieder verschwinden könne: Die Zukunft werde zeigen, ob es dem Einzelnen gelinge, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Auch Spider-Man wird mit

einer Weisheit zitiert

 

Dazu, wie man das schaffe, gebe es eine Reihe von Untersuchungen, so Fleckenstein, der den Absolventen vier Ratschläge mit auf den Weg gab: Erstens hätten erfolgreiche Menschen stets ein Ziel fest im Blick und verfolgten dieses kontinuierlich mit dem Wissen, dass zumeist viele kleine Schritte nötig seien, um es zu erreichen. Des Weiteren „verlassen sie ihre Komfortzone und empfinden es als bereichernd, sich mit neuen Dingen und Perspektiven auseinanderzusetzen. Fehler werden dabei als Selbstverständlichkeit hingenommen“, erklärte der 40-Jährige und zitierte den Philosophen Friedrich Nietzsche: „Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.“

Drittens sei es von Vorteil, sich mit inspirierenden und motivierenden Personen zu umgeben. „Das Team“, so Fleckenstein, „ist also nicht zu unterschätzen, gerade in der heutigen Arbeitswelt.“ Als vierten Punkt nannte er das Wissen erfolgreicher Leute um ihre eigene Position und der damit verbundenen sozialen Verantwortung. Schon Spider-Man habe gesagt: „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“

Die erfolgreichen Jugendlichen erhalten einen Fortuna-Oskar

 

Mit dem Zitat „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man kriegt“ aus dem Film „Forrest Gump“ begannen die beiden Stammkursleiterinnen, Kerstin Baumann und Katja Bollmann ihre launige Rede. „Wir wussten 2016 nicht, was uns erwartet“, so Baumann, die sich und ihre Kollegen mit Cineasten verglich, die anfangs auch erst einmal die Protagonisten kennenlernen müssen. 42 Jungen und Mädchen waren es damals, die in die Oberstufe des Wirtschaftsgymnasiums eintraten, von denen nun weniger als die Hälfte Fachabi oder Abitur gemacht haben. „Es war spannend bis zum Schluss. Ihr habt uns sehr gefordert“, berichtete sie unter anderem von im Flur liegen gelassenem Müll, unzähligen Verspätungen und Fehlzeiten, nur halb erledigten Hausaufgaben und „vergessenen“ Kursarbeiten.

„Euch habe ich einige meiner grauen Haare zu verdanken“, sagte Baumann. Man habe versucht, gegenzusteuern – mit engmaschiger Kontrolle, Elterngesprächen, Angeboten für Ausgleichsleistungen.

Doch die Schüler seien nie aggressiv oder bösartig gewesen, blickte Bollmann zurück. „Ihr ward immer friedlich, freundlich und zu Späßen aufgelegt. Deshalb haben wir euch auch stets verteidigt.“ Letztendlich hätten alle eine Fortuna verdient, so die beiden Lehrerinnen, und überreichten jedem Absolventen eine Frauenfigur im Oskar-Look.

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