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Dienstag, 17. Juli 2018 Drucken

Grünstadt

Säureaustritt bei Südzucker Neuoffstein

Von Kathrin Schnurrer

Das Südzuckerwerk Offstein im pfälzischen Neuoffstein.

Das Südzuckerwerk Offstein im pfälzischen Neuoffstein. ( Foto: DELL)

Feuerwehren aus der Umgebung im Einsatz – Sprecher von Werk und Wehr: „Keine Gefahr für Mensch und Umwelt“

191 Feuerwehrleute waren am Samstagnachmittag im Einsatz, nachdem im Südzuckerwerk Offstein in Neuoffstein Salzsäure aus einem Rohr entwichen war. Für Menschen und Umwelt habe keine Gefahr bestanden, betonen Verantwortliche des Werks und der Feuerwehr. Nach Angaben eines Werksvertreters seien „einige, wenige Liter“ der Säure ausgelaufen.

Ein Mitarbeiter habe am Samstagnachmittag bemerkt, dass aus einer Leitung Salzsäure auf ein Betonflachdach getropft war und sich dort gesammelt habe, informierte Matthias Weibel, Leitender Ingenieur im Werk Offstein, gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage. Der Schichtführer habe entschieden, die Feuerwehr zu rufen, auch weil zuerst nicht klar gewesen sei, wie viel Salzsäure entwichen war. Im Einsatz waren die Feuerwehren der Verbandsgemeinden Monsheim und Leiningerland, außerdem die Wehrleute des Gefahrstoffzuges des Landkreises Bad Dürkheim, der sich aus drei Teileinheiten (Grünstadt, Haßloch und Friedelsheim-Gönnheim) zusammensetzt.

Kein komplizierter Einsatz

 

Thilo Gutenmorgen, Zugführer des Gefahrstoffzuges, berichtet, dass die Feuerwehrleute die Leckage verschlossen, die auslaufende Säure gebunden, neutralisiert, verdünnt und aufgenommen hätten. Ein Vertreter der Unteren Wasserbehörde (Kreis Bad Dürkheim) sei vor Ort, die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (Neustadt) sei informiert gewesen.

Für die Männer vom Gefahrstoffzug habe es sich um keinen komplizierten Einsatz gehandelt: „Wir sind für solche Fälle aufgestellt.“ Das Schließen des Loches sei sehr schnell gegangen, das Binden der Flüssigkeit habe allerdings einige Zeit gebraucht. Und zwar deswegen, weil jeder Feuerwehrmann unter dem Schutzanzug nur 20 Minuten arbeiten könne, bevor er von einem Kameraden abgelöst werde. Immer sechs Feuerwehrleute seien gleichzeitig bei der Arbeit. Vom Gefahrstoffzug waren 22 Mann aus Grünstadt, 16 aus Haßloch und zwölf aus Friedelsheim-Gönnheim vor Ort.

Markus Ittel, Wehrleiter der VG Leiningerland, berichtet von einer Einsatzzeit zwischen fünf und sechs Stunden. 35 Feuerwehrautos seien vor Ort gewesen, zunächst (mit den Wehrleuten der VG Monsheim, die später wieder abgezogen sind) waren 191 Feuerwehrleute in Neu-Offstein.

Über großen Einsatz gewundert

 

Die gebundene Säure (laut Gutenmorgen handelte es sich um eine 30-prozentige Salzsäure) werde im Werk entsorgt, sagt Ingenieur Weibel. Die Flüssigkeit sei verdünnt und in entsprechend niedriger Konzentration unter Überwachung in die Auffangkanalisation geleitet worden. Grundsätzlich sei es bei Südzucker so, dass alle Wässer gesammelt würden und in eine spezielle Aufbereitung gehen, sagt Weibel.

Über die hohe Anzahl an Feuerwehrleuten, die am Samstag vor Ort waren, sei man bei Südzucker überrascht gewesen, sagt Weibel: „Es gab keine Gefährdung für Menschen und Umwelt und es war bekannt, dass es keine Verletzten gab.“ Deswegen habe man sich über die Einsatzstärke gewundert: „Es waren für diesen Vorfall verhältnismäßig viele Einsatzkräfte da.“

Bei Südzucker wird das ganze Jahr über im Schichtbetrieb produziert, Salzsäure wird laut Weibel für die Produktion des Zuckeraustauschstoffes Palatinit verwendet. Sie diene der Enthärtung von Wasser. Im Südzucker-Werk sind derzeit 620 Mitarbeiter beschäftigt.

 

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