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Donnerstag, 10. Januar 2019 Drucken

Grünstadt: Kultur Regional

Mit Bach ins neue Jahr

Barockensemble Zefiro gastiert erstmals beim Kirchheimer Konzertwinter – Kantatenkonzert am 19. Januar

Von Benjamin Fiege

Alfredo Bernardini

Alfredo Bernardini ( Foto: Foppe SChut)

1989 gegründet: Das Ensemble Zefiro ist auf Werke für Blasinstrumente aus dem 18. Jahrhundert spezialisiert.

1989 gegründet: Das Ensemble Zefiro ist auf Werke für Blasinstrumente aus dem 18. Jahrhundert spezialisiert. ( Foto: Vito Magnanini/frei)

Dominik Wörner

Dominik Wörner ( Foto: WMS/Frei)

Das neue Jahr wird beim Kirchheimer Konzertwinter fast schon traditionell mit einem Kantatenkonzert eingeläutet. Ein Konzept, das man auch in dieser Saison fährt: Am Sonntag, 19. Januar, 19 Uhr, kommt das Barockensemble Zefiro in die St. Andreas-Kirche. Es macht damit das erste Mal überhaupt in Kirchheim Station.

Wir erinnern uns: In der zurückliegenden Spielzeit wurde das Kantatenkonzert mit Musik von Christoph Graupner (1683-1760) bestritten. Diesmal steht die Veranstaltung jedoch wieder ganz im Zeichen von Johann Sebastian Bach (1685–1750). Dabei wird es vor allem um die beiden berühmten Bass-Solo-Kantaten „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ (BWV 56) und „Ich habe genug“ (BWV 82) gehen.

Erstere, im Jahr 1726 entstanden, ist eine der wenigen Kantaten, für die Bach selbst jenen Gattungsbegriff verwendete. Ursprünglich wurde sie für die Sopranstimme seiner zweiten Ehefrau Anna Magdalena geschrieben. Popkulturellen Impact hatte das Werk ebenfalls: Der berühmte Schlusschoral „Komm, o Tod, du Schlafes Bruder“ inspirierte den österreichischen Autor Robert Schneider zu seinem extrem erfolgreichen Bildungsroman „Schlafes Bruder“, der 1992 erschien und 1995 mit Ben Becker, André Eisermann und Dana Vávrová (2009 verstorben) verfilmt wurde.

Die Kantate „Ich habe genug“, 1727 komponiert und ebenfalls ursprünglich für Sopranstimme vorgesehen, später für Bass-Stimme adaptiert, fußt inhaltlich auf dem Lobgesang des Simeon und kommt ohne Schlusschoral aus. Die zweite Arie „Schlummert ein, ihr matten Seelen“ zählt laut Veranstalter zu den schönsten Eingebungen Bachs.

Vorgetragen wird das Ganze von Solo-Oboist Alfredo Bernardini und seinem renommierten Barockensemble Zefiro sowie von Bassbariton und Bachpreisträger Dominik Wörner, seines Zeichens auch Künstlerischer Leiter des Konzertwinters. Anschließend soll die Neuinterpretation dieser Bach-Werke auf CD eingespielt werden.

Der gebürtige Italiener, Oboist und Dirigent Bernardini studierte Barockoboe und Alte Musik in Den Haag und schloss 1997 mit dem Solistendiplom ab. Er dirigiert mehrere Orchester in Italien, Spanien, Portugal, Deutschland und den Niederlanden. Seine Forschungen zu den Holzblasinstrumenten wurden in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Bernardini baut auch selbst Kopien historischer Oboen. Seit 2014 ist er Professor für historische Oboe an der Mozarteum Universität in Salzburg.

1989 gründete er mit den Brüdern Paolo und Alberto Grazzi das Ensemble Zefiro, benannt nach dem sanft die Winde blasenden griechischen Gott Zephyr. Seither tritt es in wechselnder Besetzung auf allen Kontinenten auf. Das Ensemble ist auf Werke für Blasinstrumente des 18. Jahrhunderts spezialisiert.

Termin

Der SWR wird in Kooperation mit dem Deutschlandfunk Kultur das Konzert aufzeichnen. Die Einspielung wird am 31. Januar, 20.03 Uhr, im Deutschlandfunk Kultur nachzuhören sein. Der Eintritt ist frei – am Ausgang wird um Spenden gebeten.

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