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Samstag, 25. August 2018 Drucken

Grünstadt Land

Melone zum Frühstück

Begegnung: Maria Heil erfreut RHEINPFALZ-Leser mit ihren Eichhörnchen-Fotos

Von Dorothea Richter

Jeden Tag stellt Maria Heil Leckeres für Eichhörnchen auf ihre Terrasse, die von Bäumen umrahmt ist.

Jeden Tag stellt Maria Heil Leckeres für Eichhörnchen auf ihre Terrasse, die von Bäumen umrahmt ist. ( Foto: Benndorf)

Bei Hitze ist eine erfrischende Melone genau richtig.

Bei Hitze ist eine erfrischende Melone genau richtig. ( FOTOS (3): Heil/FREI)

Ein Eichhörnchen klettert aus einem Einmachglas, das mit Nüssen gefüllt ist, es schubst einen kleinen blauen Ball über den Terrassenboden oder nagt genüsslich an einem Stück Wassermelone: Die Bilder von Maria Heil aus Kindenheim, die seit einiger Zeit in unregelmäßigen Abständen in der Unterhaardter Rundschau abgedruckt werden, machen einfach gute Laune. Die RHEINPFALZ hat die 61-jährige Hobbyfotografin zu Hause besucht.

„Morgens um 7 Uhr kommen sie zum ersten Mal“, erzählt Heil. Von ihrem Arbeitsplatz, hinter dem Laptop auf dem Esstisch, hat die Kindenheimerin ihre Terrasse gut im Blick. Sie habe einen Online-Vertrieb für Tierfutter und könne daher von zu Hause aus arbeiten, sagt sie. Ihre Terrasse ist von hohen Nadelbäumen umgeben. Mehrere gut gefüllte Vogelhäuschen warten auf hungrige Gäste. Ein Teller mit Wassermelonenstücken steht für die Eichhörnchen bereit. Kommt eines der possierlichen Tierchen, schnappt sich Heil ihre Kamera und drückt mehrmals auf den Auslöser.

Ihr Mann Arno habe ihr vor etwa drei Jahren eine gute Kamera geschenkt, weil sie sich beruflich umorientieren musste und ihr damals langweilig gewesen sei. Bis dahin habe sie auf Bestellung von Hundebesitzern große Körbe aus Leder für Deutsche Doggen in Handarbeit gefertigt, schließlich habe sie aber Probleme mit der Schulter bekommen. Zunächst sei Hund Lotte ein beliebtes Motiv gewesen. Nachdem die Französische Dogge vor gut einem Jahr gestorben sei, habe sie dann angefangen, die Eichhörnchen mit Futter anzulocken, um sie besser fotografieren zu können, berichtet Heil. „Aus der Hand fressen sie mir noch nicht, aber wenn ich mir eine Nuss auf den Schuh lege, klappt das schon ganz gut.“ Ihre Französische Dogge habe sich liebend gern vor der Kamera in Pose gestellt. „Mit ein paar Leckerlis ging das prima und Lotte hatte großen Spaß dabei“, erzählt Heil, die sogar ein eigenes Buch mit Alltagsgeschichten ihrer Hunde geschrieben und mit den Fotos illustriert hat. Da ihr anderer Hund Theo, ein Shar-Pei, sich nicht gern ablichten lasse, habe sie nach anderen Motiven gesucht.

Doch nicht nur die Eichhörnchen und ihre Hunde nimmt die Kindenheimerin vor die Linse. Im Urlaub und auf Spaziergängen im Leiningerland habe sie immer die Kamera dabei, um Motive aus der Natur einzufangen. Dabei achte sie auf ungewöhnliche Perspektiven und skurrile Formen, wie etwa bei einem Rebknorzen, der wie ein Alien ausgesehen habe. Ein Bild von der Firma Südzucker im morgendlichen Nebel brachte der Kindenheimerin im vergangenen Jahr dann auch einen der vorderen Plätze beim RHEINPFALZ-Fotowettbewerb ein. Für Freunde und die Familie gestaltet sie Fotokalender. Daneben sind ihre Bilder und Tiergeschichten auch auf der eigenen Homepage www.planet-heil.de veröffentlicht.

Dass sie inzwischen auch von anderen Menschen erkannt und häufig auf ihre Tierbilder angesprochen wird, stört Heil nicht. Im Gegenteil: „Daraus ergeben sich sehr nette Kontakte. Und das in einer Zeit, in der alle nur aneinander vorbeileben“. Als sie einmal in einem Wingert Fotos von Rehen machte, habe eine Spaziergängerin sie angesprochen: „Ach, Sie sind sicher Frau Heil, die immer die schönen Fotos macht.“ Eine andere Frau habe sich ihre Telefonnummer herausgesucht und sie angerufen, um ihr den Tipp zu geben, dass Eichelhäher sich besonders gut mit Erdnüssen anlocken ließen. Die Nachbarn brächten immer mal wieder einen Sack Nüsse für die Eichhörnchen vorbei und eine 80-jährige Dame aus dem Ort habe sie kürzlich angerufen, um sie auf ein „ganz ungewöhnliches Tier“ aufmerksam zu machen, dass sie jetzt gleich fotografieren müsse. „Es handelte sich dabei um eine Spinne, die in einem Strauch saß“, erinnert sich Heil lachend.

Schließlich seien sie und ihr Mann kürzlich sogar als Ersatzeltern für ein Baby-Eichhörnchen angefordert worden, erzählt die 61-Jährige. Spät abends an einem Samstag, habe ein Nachbar an der Tür geklingelt, der sich entschlossen hatte, den kleinen Findling zu ihnen zu bringen, nachdem seine Mutter nicht aufgetaucht war. Die Heils versorgten Karl-Heinz, wie sie ihn tauften, mit in abgekochtem Wasser aufgelösten Traubenzucker, bis sie das Tier sonntags an die Frankenthaler Tierhilfe „Eichhörnchen in Not“ abgeben konnten.

Wenn sie in drei Jahren in Rente gehe, wolle sie ihr Hobby noch weiter ausbauen, ein größeres Objektiv für die Kamera besorgen und vielleicht mal eine eigene Foto-Ausstellung organisieren, erzählt Heil. An das Fotografieren von Menschen habe sie sich übrigens bisher noch kaum herangetraut. „Außer bei der Hochzeit meiner Tochter. Sie wollte keinen Fotografen. ,Mama, das musst du machen’, hat sie gesagt, und da habe ich das gemacht.“

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