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Mittwoch, 03. Mai 2017 Drucken

Grünstadt Land

Erste Hinweise auf geplante Eingemeindung?

In der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim haben sechs Briefwähler Stimmzettel für Grünstadt erhalten

Von Lorenz Hofstädter

 

Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl in Grünstadt haben sechs Wähler aus der VG Hettenleidelheim erhalten. Sie hatten online Briefwahl-Unterlagen beantragt – aber natürlich für die Wahl des Verbandsgemeinderates und des Bürgermeisters der neuen Verbandsgemeinde Leiningerland. ( Foto: Dell)

HETTENLEIDELHEIM. Als „Hettrumer“ Arzt ist man sicher einiges gewöhnt: So hat sich Achim Raabe – inklusive Ehefrau Karin – am Sonntag auch nicht groß aus der Ruhe bringen lassen. Da wollten die beiden zu Hause in Ruhe nicht nur den Rat der neuen Verbandsgemeinde Leiningerland panaschieren und kumulieren, also wählen, sondern auch ihr Kreuzchen bei einem der vier Kandidaten für das Amt des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters machen. Doch nach diesem Stimmzettel hat das Ehepaar Raabe in den Briefwahlunterlagen vergebens gesucht. Stattdessen fanden sie Wahl-Zettel für den Bürgermeister der Stadt Grünstadt. Trotz aller Wertschätzung der Wahlfreiheit für die Bürger „will ich doch lieber den wählen, der wirklich für mich verantwortlich ist“, nahm’s der Sportmediziner mit Humor.

Als ersten Hinweis auf eine geplante Eingemeindung Hettenleidelheims in die Stadt Grünstadt hat Raabe den falschen Wahlzettel jedenfalls nicht gewertet – trotz allerlei Befürchtungen, die ja gerade in und um „Hettrum“ zur Fusion mit der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land immer wieder (nicht nur an Stammtischen) zu hören sind. Zur Sicherheit sei hier noch einmal betont: Nein, Hettenleidelheim ist kein Stadtteil von Grünstadt und soll dies auch nicht werden. Der Grund, dass sechs Wähler aus der VG Hettenleidelheim den Stimmzettel für die falsche Bürgermeisterwahl erhalten haben, war ein anderer.

Ein ganz profaner: Ein Karton, der für die Briefwahlunterlagen vorgesehen war, ist falsch beschriftet aus der Druckerei gekommen. Wo außen Bürgermeister der VG Leiningerland stand, war tatsächlich Bürgermeister der Stadt Grünstadt drin. Ein Druckfehler halt. Wie er auch bei uns Zeitungsleuten immer mal wieder vorkommt. Dass der Inhalt – pro Karton 1600 Stimmzettel – von Amts wegen nicht gänzlich auf seine Richtigkeit kontrolliert worden ist, sei angesichts der Unmengen an Kartons und Unterlagen verziehen. Hauptsache, jeder Wahlberechtigte, der seine Stimme abgeben will, kann dies auch tun.

So sieht das auch Raabe. Gestern haben er und seine Gattin von der VG-Verwaltung in Hettenleidelheim problemlos die richtigen Formulare erhalten. Genau wie die vier anderen, die die Verwaltung nach Bekanntwerden des falschen Kartons kontaktiert hat. Die Wähler mit falschem Zettel konnte die Behörde ganz fix ausfindig machen: Aus dem gewissen Karton kamen nur Zettel in die Briefwahlunterlagen, die in einem bestimmten Zeitraum via Internet beantragt worden waren. Die Identifizierung der falsch beschickten Wähler war kein Problem. Die Behebung des Fehlers, sprich Stimmzettel für die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Leiningerland, auch nicht. Wie die Mitarbeiter der VG-Verwaltungen in Hettenleidelheim und Grünstadt unisono betonen, werde bei Unstimmigkeiten oder Fehlern alles Menschenmögliche unternommen, damit das Wahlrecht ausgeübt werden kann.

Übrigens: Der falsch beschriftete Karton wurde markant gekennzeichnet und steht derzeit in einem fest verschlossenen, geheim gehaltenen Raum im Hettenleidelheimer Verwaltungsgebäude. Aber Vorsicht, liebe Verschwörungstheoretiker: Dies geschieht nicht, weil man die Zettel für eine insgeheim doch geplante Eingemeindung „Hettrums“ in die Stadt Grünstadt aufheben will. Im Gegenteil: Es soll überhaupt keine Gelegenheit mehr geboten werden, dass jemand die falschen Stimmzettel einsortieren kann. Wer’s nicht glaubt, kann ja mal nachfragen, seit wann die Stadt Grünstadt zur Verbandsgemeinde Grünstadt-Land gehört ...

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