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Donnerstag, 14. Februar 2019 Drucken

Grünstadt: Kultur Regional

Barockklänge meisterhaft interpretiert

Die Klangwelt des 18. Jahrhunderts will das renommierte Trio aus den Spitzenmusikern Swantje Hoffmann (Köln), Leonard Schelb (Köln) und Florian Heyerick (Gent) am Sonntagnachmittag beim Kirchheimer Konzertwinter in der örtlichen St. Andreas-Kirche erlebbar machen.

Swantje Hoffmann

Swantje Hoffmann ( Foto: Jochen Klenk)

Leonard Schelb

Leonard Schelb ( Foto: Stock-Mueller)

Florian Heyerick

Florian Heyerick ( Foto: PRIVAT)

Dazu haben sie sich zum einen Sonaten von Johann Sebastian Bach und dessen Söhnen Carl Philipp Emmanuel, Wilhelm Friedemann und Johann Christoph Friedrich ausgesucht, die sie in einer Komposition von Georg Philipp Telemann gegenüberstellen. Zum anderen spielen sie mit Viola, Traversflöte und Tangentenflügel historische Instrumente, wie sie zur damaligen Zeit häufig zum Einsatz kamen und repräsentativ sind für intimes Musizieren im kleinen Kreis. Beispielhaft ist hier der Tangentenflügel zu erwähnen, der von Umfang und Klang nicht mit dem heutigen Konzertflügel zu vergleichen ist. Anders als bei einem Klavier schlagen hier keine Hämmerchen, sondern Holzstäbchen, die Tangenten, gegen die Saiten, sodass die entstehenden Töne eher dem Klang einer Harfe oder einer Gitarre gleichen. Wie beim Hammerklavier können dynamische Unterschiede allein durch den Anschlag erzielt werden.

Die Geigerin Swantje Hoffmann studierte bei Walter Forchert und Nora Chastain (Solistenklasse) sowie Barockvioline bei Petra Müllejans. Sie war Finalistin, Preisträgerin und Gewinnerin zahlreicher Wettbewerbe, darunter beim Internationalen Bachwettbewerb Leipzig, der Musica Antiqua Brügge und dem Premio Bonporti Rovereto. Seit vielen Jahren ist sie Konzertmeisterin des Mainzer Bachorchesters unter Ralf Otto. Aber auch Ensembles wie La Stagione Frankfurt, Les Agréments Namur, Ensemble Oltremontano (Wim Becu), Collegium Cartusianum (Köln), das Karlsruher Barockorchester oder Le Concert Lorrain (Metz) laden sie als Solistin und Konzertmeisterin ein. An der Musikhochschule Frankfurt hatte sie über zehn Jahre lang einen Lehrauftrag für Violine und Barockvioline und leitet dort jetzt regelmäßig Workshops im Bereich Alte Musik.

Leonard Schelb studierte Blockflöte an den Hochschulen für Musik Freiburg und Frankfurt bei Agnes Dorwarth, Michael Form und Michael Schneider, ebenso parallel Traversflöte in Frankfurt und an der Schola Cantorum Basiliensis bei den Professoren Karl Kaiser und Marc Hantaï. Sein besonderes Interesse gilt der deutschen Barockmusik, die er mit tiefen Einblicken in die Quellenlage und durch sein großes Interesse an Satztechnik immer weiter zu differenzieren sucht und auf diesem Wege spannende Interpretationsansätze entdeckt. Engagements als Soloflötist und Flötist bei bedeutenden Ensembles und Orchestern (zum Beispiel Freiburger Barock-Orchester, Bach-Orchester Mainz, Concerto Köln, Nuovo Aspetto, Le Concert Lorrain, la festa musicale, Collegium Cartusianum, Budapest Festival Orchester, Main-Barock-Orchester, Mannheimer Hofkapelle) und als Solist führten ihn zu Festivals und Konzertreihen in ganz Deutschland und Europa sowie Syrien. 2014 erschien seine erste Solo-CD „Klangschmelze“, die von Funk und Fachpresse begeistert aufgenommen wurde. Er hat seit 2018 die Professur für Traversflöte an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln inne und lehrt auch an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

Florian Heyerick, 1958 in Belgien geboren, studierte Musikwissenschaft, Blockflöte, Traversflöte sowie Cembalo und wandte sich besonders der Alten Musik und der Choralmusik zu. Für einige Jahre war er Professor für Chorleitung und Interpretation im Bereich der Alten Musik am Königlichen Konservatorium in Gent. Der Künstler gilt als gefragter Gastdirigent bei namhaften internationalen Chören sowie Symphonie- und Kammermusikorchestern wie zum Beispiel dem Symphonieorchester Flandern, der Komischen Oper Berlin oder dem Amsterdamer Ballett Orchester. Von 2002 bis 2004 war er Chefdirigent des Kurpfälzischen Kammerorchesters Mannheim. Florian Heyerick ist Gründer und Künstlerischer Leiter des Ensembles Ex Tempore. Mit einem Repertoire, das vom Barock bis zur Moderne reicht, ist es eines der wenigen flämischen Ensembles, das gänzlich die Alte Musik abdeckt. 1995 erschien Heyericks Aufnahme mit Telemanns Passions-Kantate „Der Tod Jesu“, die inzwischen als internationaler Standard für Telemanns Vokalwerk gilt. Es war der Grundstein der Zusammenarbeit mit dem angesehenen Ensemble Musica Antiqua Köln. 1997 wurde er als Star des Festival of Flanders gefeiert. Heyericks musikwissenschaftliches Verdienst liegt nicht zuletzt in der Erstellung eines Verzeichnisses sämtlicher Werke von Christoph Graupner.

TERMIN

Konzert in der St. Andreas Kirche, Kirchheim, Sonntag, 17. Februar, 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um Spenden gebeten.

Über die Konzertreihe

Der Kirchheimer Konzertwinter wird vom Freundeskreis für Kirchenmusik in Kirchheim/Weinstraße in Zusammenarbeit mit der Protestantischen Kirchengemeinde veranstaltet. Alte Musik steht regelmäßig im Mittelpunkt der 1990 gegründeten Konzertreihe in der Protestantischen Kirche St. Andreas. Der Themenschwerpunkt in der Saison 2018/2019 lautet: „Facetten“. Künstlerischer Leiter ist der Bassbariton und Bachpreisträger Dominik Wörner. |rhp

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