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Mittwoch, 15. November 2017 Drucken

Grünstadt

Asselheim/Kindenheim: Winzer ausgezeichnet

Von Ursula Schramm

So sehen Sieger aus: die erfolgreichen Winzer Matthias Gaul (links) und Axel Neiss.

So sehen Sieger aus: die erfolgreichen Winzer Matthias Gaul (links) und Axel Neiss. ( Foto: Benndorf)

Spitzenweine vom nördlichen Ende der Weinstraße: Das Asselheimer Weingut Matthias Gaul und der Kindenheimer Axel Neiss wurden ausgezeichnet.

Das Asselheimer Weingut Matthias Gaul ist im Weinführer Eichelmann „Aufsteiger des Jahres“ und siegt beim Deutschen Rotweinpreis in der Königsklasse Spätburgunder. Der Kindenheimer Axel Neiss gewinnt mit einem Frühburgunder bei den klassischen Sorten.

 

Es war das perfekte Geschenk zum 50. Geburtstag von Matthias Gaul am 24. Oktober, auch wenn die Nachricht vom Aufstieg in die Vier-Sterne-Klasse des Eichelmann-Führers einen Tag später eintraf. Ein weiterer Höhepunkt im Erfolgsjahr für den Asselheimer, nachdem er schon zwei Wochen zuvor erfahren hatte, dass der 2015er Pinot Noir Asselheimer St. Stephan mit dem Deutschen Rotweinpreis des Vinum-Verlags ausgezeichnet wird und in der Kategorie klassische internationale Sorten der 2015er Cabernet Franc Réserve auf den zweiten Rang kommt.

 

Bei der Verleihung der Deutschen Rotweinpreise am ersten November-Wochenende in Stuttgart-Fellbach gleich zweimal auf der Bühne zu stehen – das hat kein anderer Pfälzer Winzer in diesem Jahr geschafft. Und es ist nicht das erste Mal, dass Matthias Gaul mit einem Spätburgunder den Vinum-Preis holt: 2015 siegte er mit einem Pinot Noir Steinrassel Réserve, nachdem das Weingut Uli Metzger im Jahr zuvor diese Trophäe erstmals nach Asselheim geholt hatte. 2016 war Metzger erneut Preisträger, dieses Mal in der Kategorie unterschätzte Sorten.

 

„Der Norden hat noch viel Potenzial“, hatte Gaul vor fünf Jahren gesagt, als er in die Drei-Trauben-Kategorie (sehr gute Erzeuger) beim Weinführer Gault&Millau aufgestiegen war, und er hat recht behalten, wie seine Auszeichnungen und die seiner Kollegen zeigen. Der Weinbau-Ingenieur, nach Winzerlehre und Studium in Geisenheim seit 1995 im Betrieb, hat 2003 das Weingut von seinem Vater Werner übernommen und konsequent auf Qualität und Expansion gesetzt, viel Zeit und Geld investiert. Statt acht werden jetzt 35 Hektar bewirtschaftet, die Jahresproduktion gibt er mit 280.000 Flaschen an. Die Angaben im neuen Eichelmann, wo er jetzt mit vier Sternen unter den hervorragenden Erzeugern gelistet ist, seien schon überholt.

 

Aber mit der Expansion soll jetzt Schluss sein, verrät der 50-Jährige. „Die Wunschgröße ist erreicht.“ Jetzt werde weiter an der Qualität gefeilt, die schon so gut sei, dass seine Weine in Gourmetrestaurants den Vergleich mit internationalen Spitzenprodukten nicht scheuen müssten. Doch er will weiter. „Wir können in Asselheimer Lagen Weltklasse produzieren“, gibt Gaul die Richtung an. Das wäre dann die Klasse mit fünf Trauben oder Sternen, in der zum Beispiel das Weingut Knipser in Laumersheim rangiert.

 

Basis des Erfolgs sind die steinigen Kalkmergel-Böden der Region, die den Regen gut speichern können, erläutert Gaul. Was in Zeiten des Klimawandels ein Vorteil sei, da trotz Wetterkapriolen die Trauben gesund reifen könnten. Selektive Handlese sei zudem beim Spätburgunder längst selbstverständlich, ebenso wie Mengenreduktion. Die Trauben für den Siegerwein wuchsen in der Lage St. Stephan zwischen den beiden Friedhöfen, wo der rund ein Hektar große Wingert 2400 Liter Ertrag brachte. Ausgebaut in zehn Barrique-Fässern und in 3000 Flaschen abgefüllt, ist der Wein erst seit Kurzem im Verkauf. „Wir nehmen jetzt mal Bestellungen an und schauen dann, wie wir verteilen“, macht der Winzer das Prozedere deutlich. Mit dem Erfolg steigt die Nachfrage: Am Samstagnachmittag war in der Probierstube so viel Betrieb, dass Matthias Gaul und seine Frau Anne kaum mit dem Ausschenken nachkamen. 

 

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