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Donnerstag, 10. Januar 2019 Drucken

Eisenberg

168 Jugendliche brüten über Abiprüfungen

GRÜNSTADT/EISENBERG: Smartphones in die Kiste, Duden in die Hand – gestern ist am Leininger-Gymnasium (LG) in Grünstadt (96 Schüler) das schriftliche Abitur gestartet. Zeitgleich fanden zwei Premieren in Sachen Abiprüfung an den Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Grünstadt (49 Schüler) und Eisenberg (33 Schüler) statt. Die erste Klausur war überall im Fach Deutsch und umfasste zentrale Elemente.

Von Anja Benndorf und Julia Helwig

Lehrer Rainer Seibel bei der Auslosung der Plätze am Leininger-Gymnasium Grünstadt.

Lehrer Rainer Seibel bei der Auslosung der Plätze am Leininger-Gymnasium Grünstadt. ( Foto: Benndorf)

Die Leiterin der IGS Eisenberg, Christa Mayer, bei Johanna.

Die Leiterin der IGS Eisenberg, Christa Mayer, bei Johanna. ( Foto: HELWIG)

13 Jungen und 26 Mädchen – voll bepackt mit Schreibzeug und Pausenverpflegung – fanden sich gestern Morgen um 8.30 Uhr vor der Aula des Leininger-Gymnasiums ein, um ihre Sitzplätze auszulosen. Oberstudiendirektorin Cornelia Diehl empfing sie zur Prüfung in der „Königsdisziplin im Fontane-Jahr“: 2019 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des Schriftstellers Theodor Fontane. Als zentrales Element stand vom Bildungsministerium in Mainz eine textgebundene Erörterung zur Auswahl anhand des Artikels „Wo sind die Zwischentöne hin?“, der Ende 2015 in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erschienen ist.

„Diese zentral gestellte Aufgabe kann umgangen werden, wenn die Schüler sich für ein Thema entscheiden, das die Lehrer eingereicht haben“, erläuterte der Oberstufen-Leiter Volker Wahrhusen. In einem Fall ging es um eine vergleichende Gedicht-Interpretation zwischen „Gesänge an Berlin“ (Alfred Lichtenstein) und „Wiedersehen mit Berlin“ von Mascha Kaléko, im anderen um einen Auszug aus Erich Kästners „Die Geschichte eines Moralisten“.

Für lediglich acht Grünstadter Gymnasiasten steht heute die Prüfung in Latein an. Ihnen folgt morgen, Freitag, mit 50 Jugendlichen die größte Gruppe in einem Einzelfach, die sich Aufgaben auf Englisch stellt. Am Montag, 14. Januar, findet eine Doppelprüfung statt: in Französisch und in Bildender Kunst. Die Mathematiker sind am Mittwoch, 16. Januar, dran. Am Freitag, 18. Januar, dreht sich alles um Geschichte, Sozial- oder Erdkunde. Naturwissenschaftliche Aufgaben werden am Montag, 21. Januar, in Biologie und Physik gestellt. Den Abschluss des Prüfungsreigens bilden Chemie und Sport-Theorie am Mittwoch, 23. Januar. „Die Teilnehmer des Leistungskurses Sport müssen zusätzlich noch praktisch ran: Am Donnerstag, 24. Januar, wird ab 8 Uhr im CabaLela geschwommen und ab 13.30 Uhr laufen in unserer Turnhalle Mannschaftsspiele“, informierte Wahrhusen. Turnen steht am Freitag, 25. Januar, ab 8 Uhr in der TSG-Halle auf der Agenda.

Die mündlichen Prüfungen sind für Freitag, 15., Montag, 18., und Dienstag, 19. März, terminiert, die Abiturfeier für Freitag, 22. März, 16 Uhr, in der Salierhalle Bad Dürkheim und der Abiball für den Folgetag.

Fünf Prüfungstage an der IGS

An der Integrierten Gesamtschule Grünstadt werden am Freitag, 29. März, die ersten Abizeugnisse in der noch jungen Schulgeschichte überreicht (11.30 Uhr, Aula). „Am Abend werden die Absolventen dann ihren Abiball in der Alten Brauerei Frankenthal feiern“, informierte die MSS-Leiterin Claudia Hilsenbeck-Lay. Zuvor heißt es aber noch Schwitzen und Konzentrieren. Nachdem gestern 23 Jugendliche ihre Deutschklausuren geschrieben haben, lassen sich am morgigen Freitag ab 9 Uhr 35 Schüler im Fach Englisch prüfen. Der weitere Plan sieht vor: Mathematik (Mittwoch, 16. Januar), Gesellschaftswissenschaften (Freitag, 18. Januar) und Naturwissenschaften (Dienstag, 22. Januar). Hilsenbeck-Lay berichtete von einer guten Stimmung bei der Abitur-Premiere. „Und der Rest der Schulgemeinschaft nimmt das sehr ernst und ist besonders leise“, lobte sie. Am Montag, 18., und Dienstag, 19. März, laufen ganztägig die mündlichen Prüfungen.

 

Testprüfung im Vorfeld

Aufregend war der Start des Abiturs an der IGS Eisenberg nicht nur für die 17 Mädchen und den einen Jungen, die gestern ihre erste Prüfung im Fach Deutsch bewältigen mussten, sondern für die gesamte Schulgemeinschaft. Denn auch dort kann zum ersten Mal die Allgemeine Hochschulreife erworben werden. Nachdem die Schüler im Musiksaal ihre Plätze für die viereinhalbstündige Klausur eingenommen hatten, konnten sie noch Fragen zum Ablauf stellen. Direktorin Christa Mayer, die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Steurer und Oberstufenleiterin Sabine Gellrich gaben bereitwillig Auskunft.

Die 19-jährige Johanna ging optimistisch in ihre erste Prüfung: „Ich habe seit den Herbstferien gelernt und mich gut vorbereitet.“ Ihr stünden noch Arbeiten in Sozialkunde und Biologie bevor, wobei sie vor allem hoffe, zu bestehen. Auf das Endergebnis komme es ihr nur zweitranig an. Über die Themen, die nach dem Öffnen des Umschlags mit den eingereichten Prüfungsthemen zum Vorschein kamen, freuten sich einige Schüler. Zur Wahl standen eine Textanalyse, eine Gedichtinterpretation sowie eine Erörterung.

Am Freitag findet die Prüfung in Englisch statt. In den nächsten beiden Wochen stehen die Fächer Mathematik, Chemie, Biologie, Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde auf dem Plan. Im Februar können die Schüler das schriftliche Latinum ablegen. „Für uns ist das eine ganz neue Situation und für alle eine neue Erfahrung. Im Vorfeld gab es viel Organisatorisches zu erledigen“, erklärte Mayer. Die Prüflinge hätten zudem im Vorfeld eine Klausur unter Abiturbedingungen geschrieben. Damit die Abiturienten während der Prüfung auch wirklich nicht gestört wurden, bat die Schulleiterin per Durchsage um Rücksichtnahme und Ruhe. Rote Absperrbänder markierten die Gänge zum Prüfungssaal.

Dass der erste Abiturjahrgang mit nur 33 Schülern, davon ein Drittel Jungen, so klein sei, begrüßte die Oberstufenleiterin Gellrich: „Somit waren in den Kursen wenige Schüler, das wirkte sich auf den Lernerfolg sehr positiv aus. Im Fach Chemie sind es beispielsweise lediglich vier Prüflinge. Der größte Kurs ist mit 24 Schülern Biologie.“ Dank der meist kleinen Kurse könnten die Lehrkräfte auch individueller auf die Schüler eingehen, ergänzte die Mayer, die sich freute, dass an der IGS nun künftig auch Abiturzeugnisse ausgehändigt werden können. „Gerade die Schüler, die zu Beginn der fünften Klasse noch nicht wissen, ob ein Abitur infrage kommt, können sich dann später entscheiden und müssen nach der zehnten Klasse nicht die Schule wechseln. Das ist ein Vorteil unserer Schulform“, erläuterte sie. Ende März stehen die mündlichen Abiturprüfungen an und dann darf erstmals am 29. März bei der Zeugnisvergabe im Evangelischen Gemeindehaus ordentlich gefeiert werden.

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