Meinung
Zugabe beim Frankenthaler Strohhutfest: Mehr geht nicht
Strohhutfest ist nur einmal im Jahr – und das will ein eingefleischter Anhänger so lange feiern wie nur irgend möglich. Da ist der Vorstoß der FWG nachvollziehbar, Frankenthals stärkste Marke so attraktiv wie möglich zu verwerten. Eine Stunde mehr, im weitestgehenden Einklang mit konkurrierenden Interessen, ist doch nicht zu viel verlangt, findet sie. Zumal an diesen vier Feiertagen in Frankenthal ohnedies Ausnahmezustand herrscht.
Strohhutfest: Mehr Aufwand als Ertrag
Aber siehe da: Nicht nur Anwohner würden mit einer solchen Verlängerung an die Grenzen des Erträglichen gebracht, auch andere winken ab. Denn die Lust am Feiern für die einen bedeutet eine Menge Arbeit für die anderen: Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsdienste, ehrenamtliche Standbetreiber. Dass in der Extrastunde automatisch mehr konsumiert wird, bezweifelt die Verwaltung. Der Aufwand könnte den Ertrag locker übertreffen. Und der Einzelhandel hat zu dieser späten Stunde auch schon dicht – um nach Feierabend wenigstens ein bisschen Strohhutfest feiern zu können.
Dass es nächstes Jahr in Frankenthal in die Verlängerung geht, erscheint nach den bisher vorliegenden Signalen reichlich unwahrscheinlich. Zumindest was den öffentlichen Ausschank und die Party auf der Straße angeht. Die heimlichen Adressen kennt ein passionierter Strohhutfestfan ohnehin.
