Frankenthal „Wohnen gegen Hilfe“ vorgestellt

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Der städtische Beirat für Migration und Integration (BMI) möchte in Frankenthal neue Wohnformen für soziales Miteinander unterstützen. Das ergab eine angeregte Diskussion zum Thema „Wohnen gegen Hilfe“ bei der Sitzung des Beirats vergangene Woche.

Referent Jürgen Martin, Gemeinderatsmitglied und Seniorenbeauftragter in Bobenheim-Roxheim, stellte das Modell „Wohnen gegen Hilfe“ vor. In der Gemeinde gibt es das seit Oktober 2017. Ins Leben gerufen worden ist es von der Gemeindeverwaltung und der Flüchtlingshilfe in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat. Bei „Wohnen gegen Hilfe“ stellen Senioren anerkannten Flüchtlingen Wohnraum gegen eine geringere Miete zur Verfügung. Im Gegenzug leisten die Mieter Hilfe bei häuslicher Arbeit. In der Altrheingemeinde gebe es zurzeit sechs erfolgreiche Arrangements dieser Art, betonte Martin. Ein siebter Vertrag stehe kurz vor dem Abschluss. Das Modell führe unterschiedliche Zielgruppen zusammen, beispielsweise ältere Menschen, die allein in zu großen Wohnungen lebten und Menschen mit Migrationshintergrund, die bezahlbaren Wohnraum suchten. Während der Sitzung wurde auch ein Film des Südwestrundfunks über „Wohnen gegen Hilfe“ in Bobenheim-Roxheim gezeigt. Bedenken gab es im Beirat hinsichtlich der Auswahl der passenden Vertragspartner für ein solches Wohnmodell. In Bobenheim-Roxheim habe man, so Martin, Fragenkataloge (für Mieter und Vermieter) ausgearbeitet. Bis zum Vertragsabschluss gingen mehrere Kennenlerngespräche und Treffen voraus. Wie Beiratsvorsitzende Aygül Askin-Gezici betonte, will der BMI das Modell in Frankenthal unterstützen und regte Gespräche mit den städtischen Abteilungen für Soziales, für Migration und Integration und dem Seniorenbeirat an. Mit einem Flyer soll bei den Frankenthalern für das Modell geworben werden. Einen Rückblick gab es auf das Abendgebet der Religionen am 25. Februar in der Moschee Milli Görüs zum Thema „Jerusalem in den Weltreligionen“. Erfolgreich angelaufen sei die kürzlich eingerichtete türkische Rentenberatung im Rathaus. Zustimmung seitens der Beiratsmitglieder erhielt die Einrichtung einer eigenen Facebook-Seite des BMI. Für Grundschüler mit und ohne Migrationshintergrund werden zurzeit Lesepaten gesucht, die nachmittags in den Schulen vorlesen können. Interessenten sollen sich dort melden. Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund geht es am Mittwoch, 14. März, 19 Uhr, im Rathaus, Sitzungssaal 3 (ehemalige Kantine). Der Politikwissenschaftler Kenan Engin hält einen Vortrag zum Thema „Umgang mit Behinderung in verschiedenen Kulturen“. Anschließend gibt es eine Diskussionsrunde.

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