Frankenthal
Wo die Zeit drängt und wo der Abschleppwagen droht
Eine Fahrt zu Frankenthaler Supermärkten zeigt: Die Regelungen beispielsweise zur Parkdauer sind sehr unterschiedlich: 45 Minuten Zeit fürs Einkaufen gibt’s bei Norma am Kanal. Eine Stunde wird Kunden von Lidl in der Schraderstraße und Netto in der Eisenbahnstraße zugestanden. Anderthalb Stunden darf man bei Rewe in der Benderstraße stehen. Hingegen sind es nebenan bei Penny, bei Netto in der Elsa-Brändström-Straße und den drei Edeka-Märkten zwei Stunden Höchstparkdauer. Ohne Limit für die Zeit des Einkaufs können Kunden bei Netto in der Mörscher Straße sowie Aldi (Daniel-Bechtel-Straße) parken. Norma in der Schraderstraße und Lidl (Wormser Straße) verzichten auf eine Beschilderung.
Verblasstes Schild
Auf sieben Kundenparkplätzen droht Falschparkern oder denen, die die Parkzeit überziehen, das Abschleppen ihres Wagens auf eigene Kosten. Edeka Tompeck legt noch eine Bearbeitungsgebühr drauf, deren Höhe nicht direkt ersichtlich ist: Auf einem verblassten Schild ist noch von 50 Mark die Rede. Nicht überall ist klar, wie Falschparker ertappt werden. Selbsterklärend ist die Methode an jenen vier Märkten, wo eine Parkscheibe vorgeschrieben ist. Eine Stichprobe bei Lidl in der Schraderstraße ergab, dass in lediglich sechs der rund 30 Autos die blaue Scheibe lag. Eine Anfrage zum Umgang mit Falschparkern bei den in Frankenthal vertretenen Ketten wurde nur von Aldi, Lidl, Rewe und Netto schriftlich beantwortet.
Aldi Süd erklärt, dass keine Fremdfirma für den Discounter in der Daniel-Bechtel-Straße beauftragt wurde, „hier gab es bislang keine erwähnenswerten Probleme mit Falschparkern“. Auch beim Markt in der Wormser Straße, der im Herbst eröffnet werden soll, sei nicht geplant, mit einem externen Dienstleister zu kooperieren. „Häufen sich die Beschwerden von Kunden, die keinen freien Parkplatz mehr finden, können unsere Filialen mit unterschiedlichen Maßnahmen reagieren – zum Beispiel mit der Installation einer Schranke, der Einführung einer Parkscheibenpflicht oder der Installation von Bodensensoren“, so ein Unternehmenssprecher.
Lidl: Flächen nicht bewirtschaftet
Lidl Deutschland informiert, dass die Parkflächen der Frankenthaler Filialen nicht bewirtschaftet würden. Ein Sprecher weist darauf hin, dass dies in wenigen Filialen in Innenstadtlage der Fall sei. Dort würden die Parkscheiben von Mitarbeitern des jeweiligen Dienstleisters kontrolliert. Die Bearbeitungspauschale könne bis zu 30 Euro betragen und sei dem öffentlichen Verkehr angepasst. „Dieses Verfahren bezieht sich auf eine deutliche Überschreitung der Parkzeit. Erfahrungsgemäß reicht die kostenlose Parkdauer zum Einkaufen aus.“
Für Rewe erklärt die Unternehmenskommunikation Südwest, dass an der Filiale Benderstraße „Schilder den Kunden sensibilisieren, eine angemessene Parkzeit für den Einkauf nicht zu überschreiten, damit jederzeit ausreichend Parkmöglichkeiten gegeben sind“. Bußgelder würden hier aktuell nicht erhoben, es würden auch keine Autos abgeschleppt. „Die Kunden akzeptieren die Hinweise und daher ist momentan auch keine Parkraumbewirtschaftung (...) geplant.“ Grundsätzlich heißt es bei Rewe: „Parkscheibenregelungen und Parkzeitbefristungen auf Kundenparkplätzen sind mittlerweile seit Jahren dort gang und gäbe, wo Parkflächen knapp oder die Kommunen eine intensive Parkraumbefristung und -bewirtschaftung betreiben.“
Netto: Überwachung „punktuell“
Parkraumüberwachung werde bei Netto „nur punktuell“ eingesetzt, erklärt die Pressestelle des Discounters. In den drei Frankenthaler Filialen sei dies nicht der Fall. Eine Sprecherin weist darauf hin, dass der Netto in der Nähe des Hauptbahnhofs die Freifläche des dortigen Parkhauses nutze. Hier ziehen die motorisierten Kunden an der elektronischen Schranke ein Parkticket, das sie an der Kasse des Supermarktes entwerten. Die Resonanz der Kunden sei positiv.
