Frankenthaler Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtsbäume: So läuft der Verkauf rund um Frankenthal bisher

Mit dem Weihnachtsbaumverkauf, wie hier in Bobenheim-Roxheim, zeigen sich regionale Anbieter bisher zufrieden.
Mit dem Weihnachtsbaumverkauf, wie hier in Bobenheim-Roxheim, zeigen sich regionale Anbieter bisher zufrieden.

Gestiegene Preise, Diskussionen um Nachhaltigkeit: Wo steht der Weihnachtsbaumverkauf in diesem Jahr? Familienbetriebe, die im Frankenthaler Umland verkaufen, berichten.

Rund 70 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Beindersheim und dem Ort, von dem Stefan Bopps Nordmanntannen stammen. „Da kann man schon von regionalem Anbau sprechen“, meint der Weihnachtsbaumanbieter aus dem Odenwald. Für seinen Familienbetrieb läuft gerade die heiße Phase des Jahres. „Jeden Tag sind wir bei der Ernte und versuchen unsere Verkaufsstände mit möglichst frischen Bäumen zu bestücken“, erzählt der 40-Jährige. In Beindersheim ist Bopp seit etwa fünf Jahren mit einer Anlaufstelle, nicht seine einzige Präsenz in der Vorderpfalz. „Wir verkaufen in Mutterstadt, Grünstadt, Haßloch und Speyer“, sagt er. Außerdem gibt’s seine Bäume seit mehr als 20 Jahren beim Hofladen König, der gerade noch so zur Frankenthaler Gemarkung zählt.

Die Zwischenbilanz nach fast einem Monat Geschäft: „Wir sind bis jetzt zufrieden.“ Konkrete Zahlen möchte Bopp nicht nennen. Sein Betrieb, den er vor zehn Jahren vom Vater übernommen hat, existiert bereits seit 50 Jahren. Ihm zufolge hat das Unternehmen rund 40 Verkaufsstellen in der Region.

Trend: Baum in der Adventszeit

Die Woche vor Weihnachten sei klassischerweise die, in der besonders viele Bäume verkauft werden. Dennoch hat Bopp einen Trend ausgemacht. „Früher wollten die Leute erst kurz vor Weihnachten den Baum haben, der dann möglichst lange stehen sollte.“ Es gebe immer mehr Kunden, die bereits in der Adventszeit zuschlagen und die Tanne direkt nach Silvester rausschmeißen.

Besonders in diesem Jahr: „Wir merken momentan, dass große Bäume knapp sind und gesucht werden.“ Er führt das auf einen Rückgang der Zahl anderer Betriebe zurück, weil diese vor dem Ruhestand ihres Inhabers keinen Nachfolger gefunden hätten. Dadurch sei das Gesamtangebot auf dem Markt geschrumpft. Bopps Bäume haben die Saison auf den Plantagen gut überstanden. Die Nordmanntannen, die er vor allem anbaut, seien resistent. Lediglich Spätfrost im Mai sei gefährlich und könne eine ganze Plantage unverkäuflich machen.

Donnerstagvormittag vor Weihnachten: Viele Bäume warten auf Kundschaft.
Donnerstagvormittag vor Weihnachten: Viele Bäume warten auf Kundschaft.

Bis zu 50 Euro müssen Kunden an seinen Ständen für eine etwa zwei Meter große Tanne bezahlen. Bopp erklärt den im Vergleich zu mancher Konkurrenz höheren Preis mit dem Aufwand, den er dafür betreibt. „Wir haben eine Anbauzeit von zwölf Jahren“, sagt er. In dieser Zeit werde ein einziger Baum im Schnitt bis zu 250 Mal händisch bearbeitet.

„Corona-Schub“ noch immer spürbar

Ähnliches ist von Hendrik Schork zu hören. Der 28-Jährige arbeitet beim Christbaum Center Limbach, Chef ist sein Vater. Auch hier kostet die Odenwälder Zwei-Meter-Nordmanntanne rund 50 Euro. „Wir hatten eine leichte Preisanpassung in diesem Jahr“, sagt Schork. Gründe dafür gebe es mehrere. Sämtliche Betriebskosten seien gestiegen. Aber auch das Angebot auf dem Markt spiele eine Rolle. Gebe es weniger Bäume in den Baumärkten, weil diese aufgrund von Knappheit weniger aus dem Ausland importieren könnten, wirke sich das auf die Marktpreise aus.

Der Standort zwischen Bobenheim-Roxheim und Frankenthal scheint sich für Familie Schork zu lohnen: Seit 30 Jahren verkaufen sie
Der Standort zwischen Bobenheim-Roxheim und Frankenthal scheint sich für Familie Schork zu lohnen: Seit 30 Jahren verkaufen sie hier Weihnachtsbäume.

Schorks Tannen werden an der Straße zwischen Bobenheim-Roxheim und Frankenthal verkauft. Ein Standort mit langer Tradition: „Wir sind dort seit 30 Jahren“, sagt Schork. 20 Verkaufsstände hat sein Betrieb, in der Pfalz finde man seine Bäume aber ansonsten nur in Ludwigshafen. Mit den Verkäufen in diesem Jahr zeigt sich Hendrik Schork bisher „sehr zufrieden“. Diese seien auf dem Vorjahresniveau. Einen Rückgang der Nachfrage, womöglich aufgrund allgemeiner Inflation und weniger Geld am Ende des Jahres bei den Kunden, spüre sein Betrieb nicht. Seit der Corona-Zeit habe man einen Nachfrage-Schub erlebt, der immer noch spürbar sei. Auch bei diesem Odenwald-Betrieb ist der meistverkaufte Baum noch immer die Nordmanntanne. Eine exotische Sorte, die es beim Christbaum Center auf Anfrage gibt: Korktannen, die lange haltbar sein sollen und einen citrusartigen Duft verströmen.

Regionale Anbieter: Ökologische Alternative?

Beide Betriebe – der von Stefan Bopp und der von Familie Schork – leben nach eigener Aussage von Stammkundschaft, die jedes Jahr bei ihnen kauft. Gesellschaftliche Debatten, die dazu führen, dass manche Familie lieber auf den einmaligen Kauf eines Plastikbaums setzt oder ganz auf den Baumkauf verzichtet, seien zumindest beim Betrieb von Familie Schork nicht angekommen. „Die Nachfrage ist anhaltend stark.“

Verkauft werden Bäume auch in Beindersheim: Seit etwa fünf Jahren bietet Stefan Bopp hier Nordmanntannen an.
Verkauft werden Bäume auch in Beindersheim: Seit etwa fünf Jahren bietet Stefan Bopp hier Nordmanntannen an.

Sowohl Schork als auch Stefan Bopp verweisen bei dieser Diskussion auf den Umstand, dass ihre Bäume ökologisch wertvoller als ein Plastikbaum seien, stehen sie doch zehn Jahre oder länger im Odenwald. „Ein Baum gibt bis zu zwölf Jahre Lebensraum für Vögel, Insekten und Hasen“, meint Stefan Bopp. Besonders Hasen, von denen es anderswo im Odenwald wenig gebe, sehe er in seinen Plantagen oft.

Tipps der Experten

Beruflich bedingt überrascht es nicht, dass sowohl bei Familie Schork als auch bei Familie Bopp an Weihnachten eine echte Tanne im Wohnzimmer steht. „Ich geh’ kurz vor Weihnachten mit meinen drei Kindern raus, wir schauen uns die Bäume an, und streiten dann darüber, welcher der Beste ist“, sagt Stefan Bopp scherzhaft. „So wie bei anderen Familien auch.“

Welchen Tipp hat der Fachmann für einen anhaltend frischen Baum? „Ganz wichtig ist es, den Baum zu akklimatisieren und nicht von draußen sofort in die Wohnung zu stellen.“ Erst nach ein bis zwei Tagen in der Garage sollte er in die warme Stube, und dann noch einmal frisch am Stamm geschnitten werden. Bopps persönliche Überzeugung ist es, dass der Baum auch über die Nadeln Wasser aufnimmt. Er sprüht ihn zwischendurch mit Wasser ein, um ihn im neuen Glanz erstrahlen zu lassen.

„Wasser ist das Allerwichtigste“, meint Hendrik Schork. Wer daheim eine Fußbodenheizung hat, solle diese nicht aufs Maximum stellen.

Nordmanntannen dominieren auch in der Verkaufsstelle in Beindersheim. Andere Bäume gibt’s meist nur auf Anfrage.
Nordmanntannen dominieren auch in der Verkaufsstelle in Beindersheim. Andere Bäume gibt’s meist nur auf Anfrage.
x