Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wahlsieger Christian Baldauf: Direktmandat kein Selbstläufer

Christian Baldauf hat in Frankenthal zum sechsten Mal in Folge das Direktmandat geholt.
Christian Baldauf hat in Frankenthal zum sechsten Mal in Folge das Direktmandat geholt.

Es ist nicht überraschend, dass der CDU-Kandidat in Frankenthal wieder als Sieger hervorgeht. Doch dafür hat er sich auch ordentlich reingehängt, findet Claudia Wößner.

Nichts Neues in Frankenthal, oder? Christian Baldauf (CDU) hat zum sechsten Mal in Folge das Direktmandat geholt. Wären Wetten auf Landtagswahlen erlaubt, hätte es für den Wahlkreissieger Baldauf eine ziemlich schlechte Quote gegeben – in etwa wie auf einen Sieg von Bayern München gegen Heidenheim. Zu wahrscheinlich war, dass sich der Lokalmatador im Wahlkreis Frankenthal wieder durchsetzt, zu verwurzelt ist er seit Jahren in Stadt und Umland.

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Baldauf: Kein Lehnstuhl, sondern Tempo

Und doch war das Direktmandat kein Selbstläufer. Baldauf hat sich im Wahlkampf nicht zurückgelehnt, sondern ordentlich reingehängt und Tempo gegeben. Er hat Polit-Promis wie Markus Söder nach Frankenthal geholt, hat sich abends an die Tankstelle gestellt, war in den sozialen Medien omnipräsent, und, und, und. Baldauf und sein Team haben viel investiert. Das Direktmandat ist der Lohn für diese harte Arbeit. Baldauf hat mit seinen 36,3 Prozent bei der Erststimme das Zweitstimmenergebnis der CDU mit 29,1 Prozent deutlich übertrumpft.

Doppelt bitter für SPD

Und Baldaufs großer persönlicher Einsatz war für den Sieg notwendig, wie der Zuwachs bei den Stimmen für die AfD zeigt: Direktkandidat Stefan Scheil hat im Vergleich zur Landtagswahl vor fünf Jahren sein Ergebnis mit 23,8 Prozent (2021: 10,5 Prozent) mehr als verdoppelt – ohne im Wahlkampf groß in Erscheinung zu treten. Hier hat nur die Partei gezogen, nicht der Kandidat. Für Magali Leidig-Petermann (SPD), die sehr viele Klinken geputzt und einen engagierten Wahlkampf geführt hat, ist das gute Abschneiden der AfD deshalb doppelt bitter.

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