Frankenthal
„Treffpunkt von morgen“: Warten auf neue Skateanlage in Frankenthal geht weiter
Der Startschuss fürs Skaten und Biken auf der zugesagten städtischen Anlage in Frankenthal fällt nicht so bald. In einem „mehrjährigen Umsetzungszeitraum“ soll ein solches Freizeitangebot frühestens ab 2027 im Westen der Stadt realisiert werden, hat die Frankenthaler Stadtverwaltung nun mitgeteilt. Dafür ist ein Gelände in der Nähe der Stadtklinik am Nordring vorgesehen. Dort sollen zunächst Skateboardfahrer freie Fahrt haben – ungestört und ohne Anwohner zu stören.
Auf den insgesamt rund 9500 Quadratmetern an der Kreuzung zur Carl-Benz-Straße wäre auch mehr als genug Platz für einen Pumptrack, also eine Strecke speziell für Fahrräder und Scooter, die in einem zweiten Abschnitt angedacht ist. Die prinzipielle Bereitschaft, Skatern und Mountainbikefahrern einen festen Anlaufpunkt für ihren Freizeitsport anzubieten, hat einen langen Vorlauf.
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Die Suche nach einer Alternative für das im Wortsinn abgefahrene Areal auf dem ringsum bebauten Jakobsplatz hatte vor fünf Jahren begonnen. Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt vermittelt seit 2021 zwischen Politik, Verwaltung und Jugendlichen und hat seitdem mehrere Workshops und Beteiligungsformate organisiert. Vorigen Sommer haben sich junge Erwachsene zum Rollbrett-Sportverein Frankenthal zusammengeschlossen, um die systematische Förderung des Skatesports zu begleiten.
Planung wird vorgestellt
Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hat sich Frankenthals Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) ausdrücklich zu dem Projekt bekannt. Mit seiner Fürsprache ist der Standort im Westen der Stadt auserkoren worden. Danach hat der städtische Bereich Planen und Bauen übernommen. „Das Kinder- und Jugendbüro stellt sicher, dass die Perspektiven junger Menschen kontinuierlich einfließen“, sichert die Stadt einen Beteiligungsprozess zu.
Ein erster Entwurf der Anlage steht nun. Er soll am 21. April in der Zuckerfabrik zur Diskussion gestellt werden. Nach dem überarbeiteten und nun detaillierter ausgefächerten Zeitplan soll noch in diesem Jahr das Bebauungsplanverfahren gestartet werden, im Lauf des kommenden soll Baurecht geschaffen sein. „Ab 2027/2028“, so die Info des OB in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses, soll mit den Bauarbeiten begonnen und die Anlage des Skateparks realisiert werden. In einem zweiten Schritt könnte ein Pumptrack folgen.
Auf der Suche nach Förderern
Der Kostenrahmen für das Projekt ist noch ebenso unklar wie dessen Finanzierung. Würden wie seinerzeit im Pilgerpfad 800 Quadratmeter für einen Skater-Auslauf betoniert, würde das mindestens 480.000 Euro kosten. Die Wünsche und Vorstellungen aus den bisherigen Beteiligungsrunden gehen aber darüber hinaus.
Nach den bisherigen Planungen soll er inklusiv angelegt werden, was ihn einerseits für Sport-Rollstuhlfahrer attraktiv machen würde. Andererseits könnten sich mit diesem Ansatz zusätzliche Fördermittelquellen auftun. Anträge auf Zuschüsse, insbesondere aus der Sportstättenförderung, sollen laut Verwaltung in diesem Jahr gestellt werden. Ob diese mit der gestaffelten Sportplatzsanierung kollidieren, wird laut einer Sprecherin der Stadt aktuell geklärt.
Für die Asphaltierung eines weiteren Quadratmeters Mountainbike-Parcours rechnen die städtischen Haushälter mit 300 bis 500 Euro an Investitionen. Dessen Größe ist noch nicht dimensioniert. Platz wäre auf dem Freizeitgelände auch für einen Pumptrack, was dessen Attraktivität als Jugendtreff weiter steigern würde. Ihn anzulegen, wäre gar nicht so teuer. Allerdings müssten sich in der Folge Ehrenamtliche finden, die die kleine Hügellandschaft pflegen und das eingefüllte Erdreich immer wieder in Form bringen.
Ausweichen in Ziegelhof-Wäldchen
„Wer Familien in der Stadt halten und neue gewinnen will, muss genau solche Angebote schaffen. Und wer heute mitgestaltet, gestaltet den Treffpunkt von morgen“, wirbt Meyer um Ausdauer bei dem Vorhaben, das sich seit Jahren hinzieht. Verdrossenheit nimmt er ob des langen zeitlichen Vorlaufs keine wahr. Die Jugendlichen äußerten sich erfreut über die Projektfortschritte und die transparente Kommunikation.
Einige haben sich in der Zwischenzeit indes eigene Wege für ihren Bewegungsdrang gesucht. Die Pfade im Wäldchen am Ziegelhofweg hatten Mountainbiker in der Vergangenheit bereits als Ausweichstrecke ausgeguckt. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit zieht es sie offenbar wieder an den östlichen Stadtrand.
Kleine Hügel und Vertiefungen: Spuren entdeckt
Die Stadtverwaltung hat jedenfalls verdächtige Spuren im Boden entdeckt. „Dort sind – vermutlich vor allem durch Kinder und Jugendliche aus der Umgebung – kleine Hügel, Vertiefungen und Fahrstrecken entstanden“, haben Mitarbeiter festgestellt. Das öffentlich zugängliche Waldstück müsse aber in einem insgesamt verkehrssicheren und gepflegten Zustand gehalten werden und könne nicht eigenmächtig von einer Nutzergruppe für ihre Zwecke umgestaltet werden, in einer Abstimmung mit den Reifen gewissermaßen. Unebenheiten könnten zu Stürzen führen und das Wurzelwerk der Bäume schädigen. Die entstandenen Strecken würden daher zurückgebaut.
Alternativ bietet die Stadt den Jugendlichen an, sich in die Planung eines offiziellen Pumptracks einzubringen. Interesse und Bedarf an einem solchen Angebot sei offensichtlich vorhanden, stellt die Stadt fest. Bis auf dem Parcours die Räder heißlaufen können, wird aber noch mindestens ein weiterer Frühling ins Land ziehen.
Termin
21. April, 17.30 Uhr, Vorstellung der Entwürfe, Zuckerfabrik am Stephan-Cossacchi-Platz
Kinder- und Jugendbüro, Telefon 06233/89-813 oder E-Mail kijub@frankenthal.de.
Im Netz: www.frankenthal.de/kijub
