Frankenthal Tempo und Kraft fehlen
«Bobenheim-Roxheim.» Am Ende ging die Puste aus: Die Handballerinnen des SC Bobenheim-Roxheim haben am Sonntag in der Pfalzliga eine 16:23 (10:8)-Heimniederlage gegen den TuS Heiligenstein hinnehmen müssen. Dabei spielten die ersatzgeschwächten Gastgeberinnen lange Zeit gut mit, ehe ihnen ab der 40. Minute zunehmend Tempo und Kraft fehlten.
„Wir verlieren dieses Spiel zu Recht. Ob am Ende mit fünf oder sieben Toren Unterschied, ist dabei völlig egal“, bilanzierte SC-Trainer Heiko Breth. Seine Mannschaft war für seinen Geschmack zu lethargisch in die Partie gestartet. Breth betonte aber auch, dass die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit richtig stark gewesen seien. „Da haben wir das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten. Das heißt, mit viel Tempo im Angriff auf die Lücken gehen. Auch das Zusammenspiel zwischen unserer Torhüterin und der Abwehr hat in dieser Phase super geklappt“, lobte Breth. In der Tat: Lagen die Gastgeberinnen nach zwölf Minuten noch folgerichtig mit 2:6 zurück, zeigten sie im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit eine strukturierte und kampfstarke Leistung. Die Folge: Nachdem der Sportclub – auch bedingt durch gleich vier, teilweise aufeinanderfolgende Strafzeiten – immer mehr das Heft in die Hand genommen hatte, stellte Janina Mehrhof mit ihrem Treffer zum 10:8 (29.) für Bobenheim-Roxheim die verdiente Pausenführung sicher. Auch nach dem Seitenwechsel war der SC zunächst klar tonangebend. Allerdings versäumten es die Gastgeber in der Folgezeit, ihre spielerische Linie konsequent durchzuziehen. Spätestens als die TuS-Spielerinnen Michelle Wilde und Celine Müller das Ergebnis per Doppelschlag auf 14:18 (50.) aus SC-Sicht stellten, war die Vorentscheidung gefallen. „Der Beginn der zweiten Halbzeit war wie gemalt für uns. Doch dann hören wir plötzlich auf, Handball zu spielen“, ärgerte sich Breth. Statt Heiligenstein mit einfachen Toren auf Distanz zu halten, erzielten die mehr und mehr verunsichert wirkenden Gastgeberinnen ab der 33. Minute nur noch vier Treffer. Das lag auch an TuS-Torfrau Sabrina Schrader. Diese glänzte mit 15 Paraden und zwei gehaltenen Siebenmetern. „Wir wussten um die Stärken und Schwächen der Torhüterin. Das Problem war, dass wir deren schnelle Abwehr nicht mehr in Bewegung brachten und nicht auf die Nahtstellen gegangenen sind“, sagte Breth. „Wir haben gefühlt 20-mal den Kreis in Situationen angespielt, in denen unsere Kreisläuferin nichts anderes als Schläge kassieren konnte. Das geht nicht. Es ist ja kein technisch hochwertiger Handball, den wir spielen müssen, sondern einfach nur mit viel mehr Tempo“, haderte Breth. Allerdings war ihm auch bewusst, dass die dünne Personaldecke solch ein dauerhaft hohes Tempo an diesem Tag nicht zuließ. Die angespannte personelle Lage war für SC-Kreisläuferin Carina Stephan auch einer der Hauptgründe für die Niederlage. „Es ist die Krux der ganzen Runde, dass wir auf der Bank nicht voll besetzt sind. Wir hatten ja schon öfter in dieser Saison Spiele, in denen wir bis zur 45. Minute gut mitgehalten haben. Aber wenn der Gegner mehr Optionen von der Bank bringen kann, sind wir am Ende oft chancenlos“, erläuterte sie. Zudem führte Stephan die fehlende Eingespieltheit in der Mannschaft an. „Es ist super, dass die Mädels aus der zweiten Mannschaft immer wieder in die Bresche springen. Dass wir dann, wie in der zweiten Halbzeit, plötzlich so wenige Tore werfen, liegt auch daran, dass wir nicht eingespielt sind. Das merkt man deutlich“, betonte sie. SO SPIELTEN SIE SC Bobenheim-Roxheim: Kühlmann, Fenselau (30. bis 52.) - Daut (1), Lena Reber (2), Hörner (1), Natalie Höchst (2), Diemer (4/1), Stephan (1), Keil-Valnion (2), Cindy Höchst (2), Mehrhof (1), Berg, Julia Reber TuS Heiligenstein: Schrader - Knauff (5), Heinrich, Geier (4/1), Brecht, Weis (5/1), Müller (2), Wilde (3), Kögel, Kröner (2), Krick (1), Brech (1) Spielfilm: 1:1 (4.), 2:6 (12.), 5:6 (17.), 8:8 (26.), 10:8 (HZ), 12:9 (33.), 12:12 (41.), 14:18 (50.), 14:20 (54.), 16:23 (Ende) - Siebenmeter: 3/1 - 4/2 - Zeitstrafen: 2 - 4 - Beste Spielerinnen: Kühlmann, Natalie Höchst, Diemer - Schrader, Weis, Knauff - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: Hetzel (Ludwigshafen).