Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel SPD-Direktkandidatin Leidig-Petermann: „Politik ist für mich kein Machtspiel“

Im Frankenthaler Ostparkstadion dreht Magali Leidig-Petermann, ein echtes „Siedlungsmädchen“, als Ausgleich zum Alltag ihre Lauf
Im Frankenthaler Ostparkstadion dreht Magali Leidig-Petermann, ein echtes »Siedlungsmädchen«, als Ausgleich zum Alltag ihre Laufrunden.

Magali Leidig-Petermann will im Wahlkreis Frankenthal das Direktmandat für die SPD holen. Sie setzt auf das Thema Bildung und möchte den Menschen etwas zurückgeben.

„Mutig. Menschlich. Magali.“, so lautet der Wahlslogan von Magali Leidig-Petermann, der Direktkandidatin der SPD im Wahlkreis Frankenthal für die Landtagswahl am 22. März. Mutige Entscheidungen treffen und dabei Mensch bleiben – das ist die Botschaft, die sie mit ihrer Kandidatur verbinden will. „Politik ist für mich kein Machtspiel, sondern bedeutet Zuhören, Verstehen und Anpacken“, sagt sie.

„Miss Strohhut“ und „Siedlungsmädchen“

Leidig-Petermann ist in Frankenthal verwurzelt: groß geworden in der Ostparksiedlung, die im Volksmund gerne als „Vogelsiedlung“ bezeichnet wird. Sie selbst nennt sich „Siedlungsmädchen“. Öffentliche Bekanntheit erlangte Leidig-Petermann 2005/2006 als „Miss Strohhut“: „Das hat mein Leben verändert.“ Unglaublich viele Menschen habe sie damals kennengelernt, darunter auch Bernd Leidig, ihren späteren Ehemann und heutigen Beigeordneten der Stadt. Er war es auch, der ihr bei ihrem Eintritt in die SPD das Parteibuch in die Hand drückte. „Ganz romantisch“, sagt Leidig-Petermann und lächelt. Das Ehepaar wohnt in der Frankenthaler Innenstadt.

Mit der SPD ist die Direktkandidatin seit Kindesbeinen an verbunden. Die Mutter, Diplom-Übersetzerin, ist SPD-Mitglied, der Vater arbeitete bei der BASF. Ihren Abschluss mit Berufsreife machte Leidig-Petermann an der Friedrich-Schiller-Realschule, danach absolvierte sie eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA). Auf dem zweiten Bildungsweg erwarb sie den Abschluss als Managementassistentin.

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Leidig-Petermann: Bildung als Herzensthema

Ihre Erfahrungen haben sie geprägt. Dass Bildung und berufliche Chancen nicht vom Geldbeutel abhängen dürfen, ist für sie bis heute ein „Herzensthema“: „Jeder muss die Chance haben, sich zu entwickeln.“ Ihre Anliegen sind Lernmittelfreiheit, Sprachförderung, Beitragsfreiheit für den Besuch von Kindertagesstätten ab dem zweiten Lebensjahr und genügend Kita-Plätze. Die SPD sei für sie die einzige Partei, die für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit kämpfe.

„Habe den Draht nach Mainz“

Politisch bringt die 44-Jährige viel Erfahrung mit. Seit rund 20 Jahren ist sie kommunalpolitisch aktiv, seit 2019 ist sie Vorsitzende der Frankenthaler SPD und sitzt aktuell im Stadtrat. In Mainz arbeitet sie für die SPD-Landtagsfraktion, Fraktionschefin Sabine Bätzing-Lichtenthäler ist ihre Chefin. Leidig-Petermann ist nach eigenen Worten „ziemlich nah dran an politischen Entscheidungen“.

Für sie ist das ein Vorteil für die Region, falls sie gewählt werden sollte. Sie kennt Abläufe und Ansprechpartner in der Landeshauptstadt: „Man kann mich wählen und ich kann direkt loslegen, ich habe den Draht nach Mainz.“ Den Menschen im Wahlkreis will sie nun „etwas zurückgeben“.

Haller bei drei Wahlen an Baldauf gescheitert

Bei den drei vorherigen Landtagswahlen 2011, 2016 und 2021 trat Martin Haller für die SPD an und unterlag jedes Mal Christian Baldauf (CDU), der seit 2001 im Landtag sitzt. 2021 holte die SPD mit Haller im Wahlkreis 29,5 Prozent der Erststimmen und lag damit hinter Baldauf (39,7 Prozent). Bei den Zweitstimmen hatte die SPD mit 32,6 Prozent knapp die Nase vorn vor der CDU (32,2).

Leidig-Petermann möchte nun das schaffen, was Haller, der über die SPD-Landesliste in den Landtag einzog, nicht gelang: Baldauf das Direktmandat abnehmen. Schafft Leidig-Petermann das nicht, hat sie trotzdem gute Chancen, den Wahlkreis in Mainz zu vertreten. Sie steht auf Platz 20 der SPD-Landesliste, in der laufenden Wahlperiode verfügt ihre Partei über 39 Sitze im Landtag.

Schwerpunkte: Gesundheit und Wohnen

Neben der Bildung setzt Leidig-Petermann einen Schwerpunkt bei den Themen Gesundheit und bezahlbarer Wohnraum. Bei der Gesundheit verweist sie auf die Stadtklinik Frankenthal als „Anker“ in der Versorgung vor Ort. Gleichzeitig hat sie das Umland im Blick, wo immer wieder um die hausärztliche Versorgung gerungen wird. Als Beispiel nennt sie die Bemühungen, im vergangenen Jahr in Heßheim wieder eine Hausarztpraxis zu eröffnen. „Jeder muss leicht, unbürokratisch und ortsnah Hilfe finden“, sagt Leidig-Petermann. Um sich in Sachen Pflege selbst ein Bild zu machen, hat sie unter anderem einen halben Tag im Hieronymus-Hofer-Haus hospitiert.

Für die SPD-Kandidatin steht fest: Ohne eine gesteuerte Zuwanderung und ausländische Fachkräfte geht es im Gesundheitsbereich nicht. Dabei ist ihr wichtig, dass Ausbildungen und Qualifikationen dieser Fachkräfte einfacher und schneller anerkannt werden.

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„Brauchen die Sozialquote“

Beim Thema bezahlbarer Wohnraum verweist sie auf die Sozialquote im Wohnungsbau, die die Stadt vorübergehend ausgesetzt hat: „Wir brauchen die 30-Prozent-Quote.“ Auch Menschen, die hart arbeiteten, könnten sich aktuell den Kauf einer Wohnung nicht leisten: „Es kann nicht sein, dass ich 300.000, 400.000 Euro zahlen muss.“

Privat schöpft Leidig-Petermann Energie beim Joggen im Ostparkstadion, beim Wandern im Pfälzerwald und Radfahren in der Natur. Sie liest Krimis, malt und engagiert sich ehrenamtlich, unter anderem bei „Frauen für Frauen“ und der Awo.

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