Landtagswahl
So nahe geht FDP-Kandidatin Daniela Schäfer das Thema Bildung
Immer wieder kommt Daniela Schäfer auf dieses eine Thema zurück. Weil sie dreifache Mutter ist, weil sie Mutter eines Kindes mit besonderem Förderbedarf ist, weil sie weitsichtige Kommunalpolitikerin ist und die unbefriedigenden Zustände in Frankenthal sie umtreiben. „Bildung ist das A und O für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft“, betont die Kandidatin der FDP für die Landtagswahl am 22. März. „Wenn wir morgen einerseits Fachkräfte brauchen und andererseits Sozialfälle verhindern wollen, müssen wir heute in Bildung investieren.“ Nach ihrer Analyse der Schullandschaft und deren Raum- wie Personaldefizite im Allgemeinen sowie der exemplarischen eigenen Familienbiografie im Besonderen sieht die Schriftführerin im FDP-Kreisverband noch reichlich Luft nach oben.
Am eigenen Leib hat sie erfahren, wie anstrengend es ist, einen Platz für ihren Sohn zu finden, bei dem ADHS und Autismus diagnostiziert worden sind. „Über ein Jahr hat ihn keine Schule aufgenommen. Was macht das mit einem intelligenten Kind?“ Die Ohnmacht, die die Mutter nach zig Gesprächen fühlte, ist ein Motiv, warum sie sich auch politisch engagiert und nun das Gesicht ihrer Partei für den Landtagswahlkreis Frankenthal ist. Die Verwaltungsangestellte im Friedhofswesen ist 2001 in die FDP eingetreten, „weil ich nicht nur meckern, sondern auch etwas bewegen wollte“.
„Zufriedene Frankenthalerin“
Damals lebte die heute 46-Jährige mit ihrer ersten Tochter noch vor den Toren Frankenthals, in der Pfingstweide. Fünf Jahre später ist sie wenige Hundert Meter weitergezogen, „seitdem bin ich zufriedene Frankenthalerin“. Mittlerweile ist Schäfer wieder alleinerziehende Mutter von drei Kindern und wohnt im Süden der Stadt. Da liegt es nahe, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ihr ein weiteres Herzensanliegen ist. Ein solch sozial gefärbtes Thema und die allgemein als Wirtschaftspartei wahrgenommene FDP schließen sich nicht aus, so ihre Überzeugung.
Online hatte Schäfer vor einem Vierteljahrhundert ihren Antrag beim Ludwigshafener Verband gestellt, vor zwei Jahren ist sie im Frankenthaler Pendant in den Vorstand aufgerückt. Bei der Kommunalwahl kandidierte sie noch auf Listenplatz sieben, nun sieht sie den Zeitpunkt gekommen, ihre Agenda offensiver zu vertreten. „Meine Leib- und Magenthemen könnte ich auf Landesebene wirksamer platzieren als im Stadtrat“, begründet sie die Offensive. Das Pochen auf das Konnexitätsprinzip („wer bestellt, bezahlt“) und ein konsequenter Bürokratieabbau („mehr Turbo und weniger Blockaden beim Bearbeiten von Bürgeranliegen“) zählen neben Fragen der Bildung und Chancengleichheit für beeinträchtigte Kinder dazu.
Vierfache Hundemutter
Ihre geringen Aussichten auf den Gewinn des Direktmandats schätzt Schäfer realistisch ein. Politisch will sie aber auch nach dem 22. März bleiben, will Anträge und Anfragen für die kommunale Gremienarbeit mit vorbereiten. Prominente Unterstützung hatte sie Anfang Februar von Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt erhalten. Jetzt geht es in den Straßenwahlkampf. Die Dialoge in der Fußgängerzone oder auf dem Jakobsplatz verliefen durchaus höflich und vorurteilsfrei, „man hört mir zu“. Pöbeleien oder Schmähungen blieben die Ausnahme. „Die allgemeinen Umfragewerte für die FDP und ihre Außenwahrnehmung dürfen uns nicht lähmen, sonst könnten wir uns gleich für tot erklären“, gibt sich die Kandidatin kämpferisch. „Nun gilt es umso mehr, Einigkeit und Kampfgeist zu demonstrieren. Es braucht eine Stimme der Vernunft in diesem Land.“
Schäfers Freizeit gehört ihren drei Kindern und vier Hunden. Für die Hundehilfe Pfalz, die einen Sitz in Flomersheim hat, ist sie seit Jahren Hundemutter. Ein Teil der Vierbeiner, die sie zunächst nur vorübergehend in Pflege nehmen wollte, hat ein permanentes Zuhause bei den Schäfers gefunden. „Sie sind nicht nur treue Wesen, sie sind ein schöner Ausgleich zum Alltagsstress“, hat die Tierpflegerin als Dank zurückerhalten.