Frankenthal Schwarzendahl tritt für Landtagswahl an

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David Schwarzendahl ist Direktkandidat der Linken im Wahlkreis 34, zu dem Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim zählen. Der Kreisvorsitzende der Frankenthaler Linken und Fraktionsvorsitzende im Stadtrat wurde in der Mitgliederversammlung am Samstag im Gewerkschaftshaus einstimmig gewählt. Auf der Landesliste, für die er nach eigenen Angaben am 31. Mai kandidiert hatte, hat Schwarzendahl Platz 8.

Von derzeit 91 Parteimitgliedern waren zur Wahl des Direktkandidaten 13 gekommen, davon waren neun stimmberechtigt. Alexander Ulrich, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender der Linken Rheinland-Pfalz, der als Wahlleiter fungierte, erklärte dies damit, dass nur volljährige Mitglieder wahlberechtigt seien, die im Wahlkreis 34 auch lebten. Ulrich betonte das gute Ergebnis bei der Stadtratswahl und verwies auf die knappe OB-Stichwahl, die offenbare, dass auf mögliche Parteibindungen kein Verlass sei. Ziel der Linken sei es, „Menschen in sozialen Brennpunkten an die Urnen zu kriegen“. Der 32-jährige Industriebuchbinder David Schwarzendahl stellte sich der Versammlung vor. Linken-Mitglied sei er seit 2012, seit der Kommunalwahl 2014 sitzt er im Stadtrat. Neben sozialen Fragen, die seine Partei bewegen, möchte der verheiratete Vater dreier Kinder ein Gewicht auf Familienpolitik legen. Er kritisierte, dass junge Leute nach der Ausbildung allzu oft verschuldet seien und „auch nicht weiterkommen“, stattdessen „Angst vor der Zukunft haben“. Weil es nicht genügend bezahlbare Wohnungen gebe, müssten sie Familienplanung und ihren Lebensplan zurückstellen. Alexander Ulrich nannte die wesentlichen Eckpunkte des Landtagswahlkampfs. An den beiden großen Parteien bemängelte er, dass sie sich nicht auf Inhalte, sondern auf die Frage konzentrierten, welche Frau am Ende Ministerpräsidentin wird, und ein „weiter so“ anstrebten. Dabei „liegt in unserem Land vieles im Argen“: Jeder vierte Rheinland-Pfälzer schlängele sich mit prekären Arbeitsverhältnissen durchs Leben, jeder siebte sei von Armut bedroht oder lebe in Armut, die Langzeitarbeitslosigkeit habe sich verfestigt, der soziale Wohnungsbau käme immer mehr zum Erliegen und „das Land wird von Rot-Grün auf Verschleiß gefahren“, was Straßen, Brücken, öffentliche Gebäude oder Schwimmbäder betreffe. Auch müssten die Kommunen ausreichend finanziert werden, damit sie wieder Mittel für freiwillige Aufgaben hätten. Allein auf eine weitere Kommunalreform zu setzen, genüge nicht. „Es gibt keine fusionierte VG, die mehr Geld als vorher hat“, so Ulrich. (cei)
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