Frankenthal Reizblase: Neue Operationsmethode

Bad Dürkheim. Eine neue Operationsmethode gegen Reizblase bietet das Dürkheimer Krankenhaus an. Cesa/Vasa heißt das Verfahren, das laut dem Trägerverein Innere Mission „sehr gute Heilungschancen“ bietet.
Gut jede dritte ältere Frau leidet laut der Inneren Mission unter einer Reizblase. Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein, da viele Betroffene sich vor Scham nicht an einen Arzt wenden. Der ständige Harndrang schränkt jedoch die Lebensqualität erheblich ein. Unmittelbare Folgen sind oft Inkontinenz, denn die Spanne zwischen dem Moment, wenn die Blase sich meldet, und der rettenden Toilette wird zunehmend kürzer. Mit der Operationsmethode Cesa/Vasa, die der Gynäkologe Professor Wolfram Jäger vom Universitätsklinikum Köln entwickelt hat, kann betroffenen Frauen nun geholfen werden. Auch Scheiden- oder Gebärmuttersenkungen sind laut Krankenhaus auf diese Weise korrigierbar. Zu den wenigen Kliniken in Deutschland, die Cesa/Vasa praktizieren, gehört seit gut einem Jahr das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken, das, wie das Evangelische Krankenhaus in Bad Dürkheim, in Trägerschaft des Landesvereins der Inneren Mission steht. Es lag also nahe, diese OP auch in Bad Dürkheim anzubieten. Die gynäkologische Abteilung unter Leitung von Chefärztin Dagmar Hübner arbeitet diesbezüglich eng mit Peter Mayer, dem Chefarzt der Zweibrücker Schwesterklinik, zusammen, der zu den ersten Operateuren für Cesa/Vasa in Deutschland zählte. Der Leidensweg von Reizblase betroffener Frauen sei lang, weiß Hübner. „Viele fürchten die Nebenwirkungen der Behandlung mit Tabletten, die zudem nur eingeschränkt erfolgreich ist“, berichtet sie aus ihrer Inkontinenzsprechstunde. Jetzt könne man durch Operation auch die Ursachen korrigieren. (rhp)