Frankenthal Raus aus der Orientierungsphase

Mit Elan vorneweg: Coach Benedikt Krug beim Training mit den SC-Damen.
Mit Elan vorneweg: Coach Benedikt Krug beim Training mit den SC-Damen.

«BOBENHEIM-ROXHEIM.» Vor einem Jahr ist fast die komplette zweite Mannschaft des 1. FFC Ludwigshafen zum SC Bobenheim-Roxheim gewechselt. Jetzt will die Mannschaft des Trainerduos Benedikt Krug/Sven Pinger um Punkte kämpfen, nachdem sie in der Rückrunde der vergangenen Saison noch außer Konkurrenz angetreten ist. Loyalität, Offenheit und Freundschaft – das sind die Werte, die sich die Frauen-Fußballmannschaft des SC Bobenheim-Roxheim auf die Fahnen geschrieben hat.

Gut ein Jahr ist es her, dass es zu einem Bruch zwischen Trainer und Spielerinnen der zweiten Mannschaft des 1. FFC Ludwigshafen auf der einen und der Vereinsführung auf der anderen Seite kam. „Der Vorstand hatte die Idee, alle Spielerinnen zusammen trainieren zu lassen und dann Woche für Woche zu entscheiden, wer in welcher der drei Mannschaften spielen soll“, erinnert sich der damalige Trainer des 1. FFC II und jetzige SC-Trainer Benedikt Krug im RHEINPFALZ-Gespräch. Die Spielerinnen der zweiten Mannschaft, den Angaben der Coaches und der Aktiven zufolge ein verschworener Haufen, hielten jedoch nicht viel von der Idee des Vorstands, sodass einzelne Akteurinnen das Training boykottierten. „Als der Vorstand die Namen der Spielerinnen wissen wollte, habe ich sie gedeckt. Daraufhin hat mich der Vorstand entlassen“, sagt Krug. Darauf meldeten sich 14 von ihnen direkt ab. Eine Spielerin hängte die Fußballschuhe an den Nagel, eine andere wechselte nach Schifferstadt. „Die anderen gingen mit mir und Sven zum SC Bobenheim-Roxheim“, erläutert Krug. Und Spielerin Carina Rzepka ergänzt: „Schon als der Vorstand seinen Plan angekündigt hatte, haben wir überlegt, was wir machen. Als dann Benedikt aufhören musste, war für uns klar, dass hier zu spielen keinen Sinn mehr macht.“ Beim SC, der seit vier Jahren kein Frauenteam mehr hatte, wurden sie laut eigener Aussage „herzlich aufgenommen und sofort unterstützt“. Den Kontakt baute Krug, der in der Jugend beim SC Bobenheim-Roxheim kickte, über die ehemalige SC-Spielerin Elvira Langensteg auf. „Dann ging alles ganz schnell“, erinnert er sich. Das Problem: Die Wechselfrist war zu dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme bereits vorbei. Ab September wurde trotzdem das Training montags und donnerstags aufgenommen. Die Spielerpässe wurden beantragt. „Alle waren Feuer und Flamme. Viele ärgerten sich regelrecht, wenn das Training mal ausfallen musste“, sagt Sven Pinger. Im Dezember entschied sich das Trainerduo dann dazu, die Mannschaft nach der Winterpause außer Konkurrenz für die Bezirksliga Vorderpfalz 7er/9er zu melden. Selbst Langensteg, die schon seit Längerem mit dem Fußball aufgehört hatte und eigentlich nur mittrainieren wollte, war ab März wieder voll dabei. „Plötzlich stand ich mit Trikot auf dem Platz“, berichtet sie schmunzelnd. Dabei hätte sich das Trainerduo über mangelndes Personal eigentlich keine Gedanken machen müssen – wenn da nicht die Arbeitsproblematik wäre: Die Mannschaft besteht größtenteils aus Schichtarbeiterinnen, wodurch die Aufstellung immer vom Schichtplan abhängig war. Zum Team gehören derzeit Carina Rzepka, Elvira Langensteg, Jennifer Kaiser, Bianca Blauth, Nadja Fried, Veronica Schmitt, Monika Schwab, Mira Kovac, Teresa Klein, Iris Bodri, Carolin Dillge, Carolin Wolf, Malgorzata Piskorz und Michelle Kiertscher. Abgesagt werden musste eine SC-Partie aufgrund von Personalmangel der eigenen Mannschaft aber nie. Auch weil mit Jennifer Kaiser und Bianca Blauth zwei weitere ehemalige SC-Spielerinnen zur Mannschaft stießen und aufgrund des guten Klimas im Team schließlich blieben. „Das macht uns aus, dass wir, obwohl freundschaftlich eng miteinander verflochten, offen für jede neue Mitspielerin sind. Jede ist willkommen“, betont Carina Rzepka. Das erste halbe Jahr diente laut Krug mehr der Orientierung. „Wir haben das schon recht ordentlich gemacht, jetzt wollen wir den nächsten Schritt gehen“, sagt er und meint damit zum einen, dass die Mannschaft für den Spielbetrieb weiter Verstärkung sucht, um zum anderen in naher Zukunft – wie schon in Ludwigshafen – wieder auf dem Großfeld zu spielen. Das Potenzial dazu ist laut Krug „absolut vorhanden“. Kontakt Wer sich der Frauenmannschaft des SC Bobenheim-Roxheim anschließen möchte, kann einfach an den Trainingstagen (Montag und Donnerstag, jeweils 19.15 bis 20.30 Uhr) vorbeischauen, oder sich direkt bei SC-Trainer Benedikt Krug unter Telefon 0176 40511129 melden.

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