Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Sport: Ehrenwert
Erfolgreiche Sportler bekamen in Frankenthal bislang in der Regel die Stadtsportplakette an die Brust geheftet. Weil Anstecknadeln nach Ansicht der Verwaltung aber schrecklich uncool sind, wurden die Ehrungsrichtlinien überarbeitet. Statt der Plakette ist nun pauschal von einer „Auszeichnung“ die Rede. Neben der ollen Nadel werden künftig also Pokale, Medaillen und – sehr cool – Wappenteller überreicht. Dass der eine oder andere Jugendliche vielleicht auch mit der Zinnscheibe wenig anfangen könnte, fiel im Sportausschuss auf. Thomas Merz (CDU) regte an, den Wappenteller durch ein Handtuch zu ersetzen. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) relativierte: „Ich selbst habe noch keinen Wappenteller überreicht“, versicherte er. Aus Nostalgiegründen wolle er ihn jedoch nicht komplett aus den Richtlinien streichen. Die geprägte Metallscheibe käme wohl nur bei ausgewählten Anlässen zum Einsatz. Als Beispiele nannte er Ehrungen von erfolgreichen Anglern und Schützen, die sich seiner Ansicht nach über diese Gabe freuen könnten. Tja, mit Geschenken ist das manchmal halt so eine Sache ... Sonja Weiher
Aldi: Bemerkenswert
Ein Präsent, das in die Kategorie „Zinnteller“ passen würde, hat der Discounter-Riese Aldi der Stadtverwaltung Frankenthal überreicht. Nachdem seit gefühlten drei Jahren immer wieder Details zum geplanten Neubau eines Markts in der Wormser Straße immer wieder in den städtischen Gremien durchgekaut worden sind, hat das Unternehmen seine bisherigen Vorstellungen kurzerhand über den Haufen geworfen: Jetzt soll also erst der alte Markt abgerissen werden, bevor der neue an derselben Stelle errichtet wird. Zur Erinnerung: Ursprünglich sollte der alte Markt geöffnet bleiben, bis das neue (und natürlich größere) Gebäude näher an der Straße fertig ist. Warum Aldi jetzt erst darauf kommt, dass dieser kühne Plan zum Scheitern verurteilt ist, verwundert schon ein wenig. Da war die Gier offenbar mal wieder größer als der Sinn fürs Praktische.
Umwelt: Lobenswert
Böse Zungen behaupten, die Kommunalpolitik treibe zuweilen recht seltsame Blüten. Die Wahrheit ist: Da schlagen sich sehr viele ehrenamtlich Engagierte die Abende bei den Sitzungen kommunaler Gremien und die Nächte bei deren Vorbereitung um die Ohren. Was aber auffällt: Auf den Tagesordnungen drängeln sich derzeit Vorlagen der Verwaltung sowie Anträge und Anfragen der Fraktionen zum Umwelt- und Naturschutz. Grünpflegekonzept hier, Wiesenkonzept da, Forderungen nach Baumpflanzungen ganz allgemein und abgehackten Gehölzen ganz speziell – ein bunter Strauß von Themen. Toll! „Da haben jetzt einige das Bäumepflanzen entdeckt“, lästerte der Grüne Gerhard Bruder vor ein paar Tagen in der Ratssitzung. So langsam bekommt der Ökohype allerdings auch eine leicht skurrile Note. So hatte die CDU für den Planungs- und Umweltausschuss den Wunsch einer bienenfreundlichen Bepflanzung der Blumenkästen an der Rathausfassade formuliert. Okay ... aber reicht es nicht, wenn hinter den Fenstern bienenfleißig gearbeitet wird? Jörg Schmihing