Frankenthal Rück-Spiegel:

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Der letzten Sitzung des Jahres schließt sich im Rat der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim an die übliche Tagesordnung ein ganz besonderes Ritual an. Dann wird es besinnlich. Früher, in der „alten“ Verbandsgemeinde Heßheim, wurde im Saal sogar das Licht gedimmt. Das Ritual ist geblieben: Fraktionen, VG-Bürgermeister, VG-Beigeordnete und die Ortsbürgermeister überreichen einem Vertreter der Verwaltung Umschläge mit Bargeld darin – als Dankeschön für die geleistete Arbeit. Ob die Summen nach dem diesjährigen Gemurre über den manchmal schleppenden Vollzug von Verwaltungsaufgaben kleiner ausgefallen sind als in den Vorjahren, wissen wir nicht. Allein Großniedesheims Ortschef Michael Walther erinnerte mit freundlichen Worten an den „Sand“, der hier und da „im Getriebe“ war. Wenn diese versöhnlichen Gesten mal nicht für den Geist der Weihnacht sprechen. Und zum Schluss wurde sogar ein Gedicht vorgetragen. Na dann, allen ein frohes Fest! (gnk) „Alle Jahre wieder“ lautet das Motto des Frankenthaler Stadtrats für die ganztägige Dezember-Sitzung. Erst wird die Tagesordnung aufgepumpt bis zum Gehtnichtmehr, anschließend jammern alle über die Folgen. Einerseits wird Zeit verschwendet mit X-fach-Wiederholungen von Bekanntem und zweitrangigen Anfragen, die gut im Fachausschuss aufgehoben wären. Andererseits wird eine Mammutarbeit der Verwaltung wie der 68-Seiten-Bericht über die „Leistungen des Bereichs Familie, Jugend und Soziales“ mit ein paar dürren Dankesworten durchgewinkt. „Ich soll ausrichten, die wollen nicht mehr!“, rief der Beigeordnete Andreas Schwarz, nach einer Sitzungsunterbrechung aus dem Foyer kommend, in den Saal. Das war am frühen Abend; getagt wurde dann noch mal 150 Minuten. So ging die abschließende Amtseinführung zweier Stadtvorstandsmitglieder nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne. Da bleibt für 2016 nur zu wünschen: gute Besserung! (spi) Als bei den Mitgliedern des Hohen Hauses am Mittwoch gegen Abend Kraft und Konzentration nachzulassen begannen, lag der Höhepunkt des Tages – zumindest unter dem Gesichtspunkt der Unterhaltsamkeit – schon eine Weile zurück: Am Vormittag hatten die Vertreter der Parteien ihre Etatreden gehalten. Um Bedeutungsschwere waren die Damen und Herren alle bemüht. Der Grüne Gerhard Bruder allerdings unternahm den Versuch, seine durchaus nicht knappen Einlassungen mit einer Computer-Präsentation aufzupeppen. Die begann mit Hinweisen an die Stadtratskollegen, während seiner Ausführungen freundlicherweise das Zeitunglesen einzustellen (was wir an dieser Stelle aus nachvollziehbaren Gründen nur bedingt gutheißen können) und die Smartphones zur Seite zu legen (was wir an dieser Stelle ausdrücklich unterstützen wollen). Außerdem blendete der Flomersheimer zwischen den mit Bildchen und Karikaturen illustrierten Kernthesen seines Redebeitrags auch Fotos ein. Sie zeigten Bruder in einem Zustand fortschreitender Verzweiflung am heimischen Schreibtisch – verknüpft mit einem Appell ans Durchhaltevermögen seiner Zuhörer. Was ihm mit Blick auf sein Theo Wieder gewidmetes Gedicht den Hinweis des Liberalen Günther Serfas einbrachte, bitte künftig bei der Lyrik zu bleiben. (örg)

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