Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Rätselhaft: AfD-Werbung am Wahltag im Straßenstaub

Hier vor der Jahnhalle und vor einem anderen Wahllokal in Bobenheim-Roxheim lag am Sonntag Wahlwerbung der AfD.
Hier vor der Jahnhalle und vor einem anderen Wahllokal in Bobenheim-Roxheim lag am Sonntag Wahlwerbung der AfD.

Parteienwerbung in der Nähe von Wahllokalen ist heikel. Wie ist da der mysteriöse Abwurf von AfD-Blättchen vor der Bobenheim-Roxheimer Jahnhalle zu beurteilen?

In der Nacht zum Sonntag oder recht früh am Morgen hat jemand auf dem Gehweg vor den Zugängen zur Jahnhalle blaue Wahlwerbung mit dem Konterfei der Bundessprecherin der rechtspopulistischen Partei AfD verstreut. Wer frühzeitig in dem großen Bobenheimer Wahllokal seine Stimmen für die Landtagswahl abgeben wollte, dürfte bei der Ankunft unweigerlich auf Alice Weidel herumgetrampelt haben. Das Gleiche geschah nach Auskunft der Gemeindeverwaltung vor der Rheinschule, wo die Urnen für zwei Stimmbezirke standen, sowie vor dem Haus, in dem der Erste Beigeordnete wohnt.

Der Fall gibt Rätsel auf. Dass ein Last-minute-Wahlhelfer die Handzettel unfreiwillig verloren haben könnte, ist angesichts der drei sinnträchtigen Fundorte unwahrscheinlich. Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass jemand mit der Absicht der Wahlbeeinflussung pro AfD die Flyer vor den Gebäudegrundstücken in auffälliger Weise platziert hat. Aber wieso sollte derjenige seine Lieblingspartei buchstäblich in den Dreck ziehen?

Will dem Ortsverband jemand schaden?

Markus Nägle, Vorsitzender des 2025 gegründeten AfD-Ortsverbands, hat eine andere Theorie, nach der die Partei – mal wieder – Opfer einer Schmutzkampagne geworden sein könnte. „Es gibt Personen, die dem OV scheinbar einen schlechten Ruf anhängen und schaden wollen“, schreibt Nägle auf Anfrage der RHEINPFALZ und weist darauf hin, dass die Flyer aus dem Bundestagswahlkampf 2025 stammen. Er möchte nicht darüber spekulieren, wer der Täter war und wie er an das Werbematerial kam. Man habe das Ordnungsamt verständigt, teilt Nägle mit und sagt ganz klar, als was er die Ablagerung, also die AfD-Flyer, betrachtet: als illegalen Müll.

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