Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Politischer Rückhalt für Zweigstelle der Frankenthaler Tom-Mutters-Schule

Die akute Raumnot an der Frankenthaler Tom-Mutters-Schule soll mit einem neuen Außenstandort am Metznerpark gelindert werden.
Die akute Raumnot an der Frankenthaler Tom-Mutters-Schule soll mit einem neuen Außenstandort am Metznerpark gelindert werden.

Dass in Frankenthal Teile der Tom-Mutters-Schule in die frei werdende Tagesklinik am Metznerpark ausgelagert werden sollen, ist im Schulträgerausschuss begrüßt worden.

„Gelungenes Rundumpaket“, „eine gute Antwort auf die Nöte der Tom-Mutters-Schule“, „überzeugendes Konzept“ – aus den Fraktionen erhielt Sozialdezernent Bernd Leidig (SPD) am Dienstagabend im Schulträgerausschuss nur Zustimmung für den Vorschlag, in Frankenthal die bald leerstehende Tagesklinik am Metznerpark in eine Außenstelle der Tom-Mutters-Schule umzubauen.

Sobald die beiden stationären Einheiten in den gerade eingeweihten Erweiterungsbau der Stadtklinik umgezogen sind – planmäßig soll das Ende April der Fall sein –, soll der zweigeschossige Flachbau am Foltzring für rund 1,9 Millionen Euro für pädagogische Zwecke umgestaltet werden. Zum Beginn des neuen Schuljahrs im August werden die vorgesehenen sieben Klassenzimmer zwar noch nicht bezugsfertig sein, noch in dessen Verlauf soll dort aber unterrichtet werden.

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Dann würden die beiden Außenstellen im PIH-Internat am Meergartenweg und neuerdings im Congressforum nicht mehr gebraucht. In den nächsten Jahren würde dann an zwei Adressen unterrichtet: dem Hauptgebäude am Neumayerring und am Metznerpark. Der denkmalgeschützte Bau gegenüber dem Speyerer Tor ist nach Leidigs Kenntnisstand das zweitälteste Schulgebäude in der Stadt. „Es ist den heutigen Ansprüchen einer Förderschule für eine ganzheitliche Entwicklung nicht mehr gewachsen“, räumte er im Ausschuss ein.

Nachdem zur Entlastung bereits verschiedene ergänzende Ausweichstandorte geprüft worden seien, habe sich mit der Immobilie am Foltzring unverhofft eine Tür geöffnet. Sie ist das einzige Relikt des früheren Stadtkrankenhauses, das Ende der 1970er-Jahre an den Stadtrand verlagert worden war. Das Grundstück gehört nach wie vor der Stadt.

Mehrjährige Übergangslösung

Beim Ortstermin hätten sich Schulleitung wie Elternsprecher anerkennend über die planerischen Möglichkeiten geäußert, den Schulbetrieb zu entzerren. Beide Etagen sind jeweils barrierefrei zu erreichen. Im Erdgeschoss sollen jeweils zwei Patientenzimmer zu einem Klassenzimmer vergrößert werden, im Souterrain darunter können zwei weitere Zimmer, Funktionsräume, Küche und Mensa untergebracht werden. Am Metznerpark sollen ältere Jahrgangsstufen untergebracht werden, die jüngeren bleiben am Neumayerring. Der Schülertransport ist laut Leidig gewährleistet.

Der Metznerpark bleibt eine mehrjährige Übergangslösung. Langfristig soll ein Schulzentrum im Süden der Stadt die Schullandschaft entlasten. Denkbar ist, dass dieses nicht nur die drei Frankenthaler Förderschulen bündelt, sondern auch den Vorderpfälzer Raum mit abdeckt, deutete der Dezernent im Ausschuss eine interkommunale Strategie an.

Auffangquartier für Schulen

Jenseits dieses langfristig realisierbaren Campus ist mittelfristig eine Ausweichstätte im Gespräch, die als Auffangquartier für die Schulen dienen soll, die im Frankenthaler Stadtgebiet nach und nach saniert und dafür partiell geräumt werden müssen. Als Standort für ein solches modulares Unterrichtszentrum ist im Ausschuss etwa der frühere KBA-Parkplatz gefallen, der im Bebauungsgebiet Lauterecken-Nord seit Jahren brach liegt.

Ob für die Finanzierung des Umbaus am Metznerpark ein Nachtragshaushalt zum ersten Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 erstellt werden muss, ist noch nicht entschieden. Denkbar wäre aus Leidigs Sicht auch, andere Ausgaben zu strecken oder vorgesehene Projekte neu zu priorisieren. „Aus verschiedensten Gründen jenseits eines neuen Außenstandorts für die Tom-Mutters-Schule werden wir wohl nicht um einen Nachtragshaushalt umhinkommen“, erwartet der Dezernent.

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