Frankenthal
Pilotprojekt: Pläne für Kombination aus Supermarkt und Kita
Am Standort Daniel-Bechtel-Straße stößt Aldi aufgrund der starken Kundenfrequenz schon seit längerer Zeit an seine Leistungsgrenzen. Mit dem geplanten Neubau soll die Verkaufsfläche von derzeit 800 auf 1200 Quadratmeter erweitert werden. Mit Blick auf das künftige Wohn- und Mischgebiet „Am Speyerbach“, wo südlich der Schraderstraße rund 370 neue Wohneinheiten geplant sind, sieht die Verwaltung keinen Zielkonflikt mit dem Einzelhandelskonzept.
In Gesprächen mit Vertretern von Aldi Süd sei deutlich geworden, dass ein Umdenken stattgefunden habe, sagte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) im Planungs- und Umweltausschuss. Das Unternehmen habe sich bei möglichen zusätzlichen Nutzungen flexibel gezeigt. Weil die Stadt immer noch Kita-Plätze brauche, sei ein mit dem Bereich Familie, Jugend und Soziales abgestimmter Entwurf entstanden. Hebich zufolge erfüllt dieser Anforderungen an eine moderne und funktionale Kita. Angedacht ist ein zweistöckiger Neubau für eine fünfgruppige Einrichtung mit voraussichtlich 95 Plätzen.
Günstige Gelegenheit
„Wir sind glücklich, dass sich uns diese Gelegenheit bietet“, erklärte Beigeordneter Bernd Leidig (SPD). Vorgesehen sei, dass die Stadt die Räume anmiete und die Einrichtung in eigener Regie betreibe. Der OB ergänzte, dass zur Miethöhe und einer öffentlichen Förderung der Investitionskosten noch keine Aussage möglich sei. Derzeit gibt es beim Bau einer Kindertagesstätte durch Private vom Land keine Zuschüsse. Allerdings könnte sich diese Verwaltungsvorschrift bald ändern.
Von einem „beispielhaften Vorzeigeprojekt“ sprach CDU-Fraktionschefin Gabriele Bindert. Eine fünfgruppige Kita sei nah am Optimum. Dennoch sollten die im Gebiet „Am Speyerbach“ für eine Kita ausgewiesenen Flächen weiter freigehalten werden. „Damit wir uns nicht abhängig machen“, betonte sie.
Stadt betreibt Einrichtung
Die Notwendigkeit einer weiteren Kita stehe außer Frage, meinte Gunther Koch (SPD). Daher werde das Vorhaben als ein neuer Weg begrüßt. Gerhard Bruder (Grüne/Offene Liste) nannte die Vorlage interessant und gut. Auch der Gesichtspunkt, Wohnungen auf den Einkaufsmarkt zu setzen, sollte in die weitere Diskussion eingebracht werden. „Die Zeit der einstöckigen Flachbauten ist vorbei“, fand David Schwarzendahl (Linke). Das Konzept sei gut, wenngleich er Bedenken habe, Kitas in private Hand zu geben. „Aber wir können ja ein Auge zudrücken.“ Beigeordneter Leidig stellte klar, dass die Stadt für die Einrichtung verantwortlich bleibe.