Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzer Mandelwochen: Aktivitäten im Norden der Weinstraße

Ihre Mandelblüte vermarktet die Deutsche Weinstraße mit zunehmendem Erfolg. Aber nicht überall wird Touristen etwas Besonderes g
Ihre Mandelblüte vermarktet die Deutsche Weinstraße mit zunehmendem Erfolg. Aber nicht überall wird Touristen etwas Besonderes geboten.

Bald hat die Pfalz wieder die rosarote Brille auf, denn bald beginnt die Mandelblüte. Wie nimmt das Leiningerland diese touristische Chance wahr?

Für den Zeitraum 21. Februar bis 6. April ruft der Verein Pfalz Touristik wieder die Mandelwochen aus. Damit beginnt an der Deutschen Weinstraße die Weinfestsaison, und es werden Sonderveranstaltungen angeboten: von Fahrten mit dem Oldtimerbus über rosa beleuchtete Höfe und Kulturdenkmäler bis zu Workshops und Kulinarik. Von den 75 Veranstaltungen, die der Verein – Stand 3. Februar – auf der Internetseite www.mandelbluete-pfalz.de ankündigt, finden nur vier im Leiningerland statt.

Trotzdem spricht der Verein „Leiningerland. Das Tor zur Pfalz“ auf Anfrage der RHEINPFALZ von einer „vermehrten Akquise“ und findet: „Die allgemein erhöhte Aufmerksamkeit für die Mandelwochen an der nördlichen Weinstraße trägt Früchte.“ Gleichwohl seien angesichts der vielen Weingüter und Gastronomiebetriebe in der Region mehr Teilnahmen denkbar und wünschenswert. Der 166 Mitglieder starke Verein ist Kooperationspartner der bei Pfalz Touristik angedockten Pfälzer Mandelzentrale und dafür zuständig, die infrage kommenden Betriebe in Grünstadt und der Verbandsgemeinde Leiningerland über die Möglichkeit der kostenlosen Teilnahme an den Mandelwochen zu informieren. Das geschieht durch Anschreiben, persönliche Ansprache und über die beiden Amtsblätter. Bis 19. Dezember konnte man sich anmelden.

Bockenheimer Winzer machen mit

Getan hat das zum dritten Mal der Kultur- und Verkehrsverein Bockenheim im Auftrag örtlicher Winzer. „Die Resonanz im vergangenen Jahr war richtig groß, diesmal werden wir drei Tage lang mitmachen und noch besser gerüstet sein“, sagt Vorsitzender Volker Griebel und kündigt für 20. bis 22. Februar ein rosa Event im Patricia-Wingert an – mit beheiztem Zelt, mobilem Ausschank, zwei Catering-Dienstleistern, Tanz am Freitag sowie „einem mega Ausblick in die Rheinebene bis zur Skyline von Frankfurt“. Auf der Karte werden Griebel zufolge nur junge Weine des Jahrgangs 2025 stehen.

Der langjährige Vorsitzende des Kultur- und Verkehrsvereins am Beginn der Deutschen Weinstraße und des Pfälzer Mandelpfads ist Feuer und Flamme für die Mandelwochen. Die kostenlose Werbung durch Pfalz Touristik lohne sich auf jeden Fall, meint er. „Unser Patricia-Wingert als Outdoor-Location wird dadurch bekannter.“ Der dreitägigen Veranstaltung in der Reihe „Vino Lumino“ werde sich vier Wochen später ein zweimaliger Ausschank an den beiden Bockenheimer Ortseingängen anschließen, und zwar ebenfalls im Zeichen der Mandelblüte. In der sieht Griebel noch viel touristisches Potenzial.

Mandel-Hotdogs mit rosa Senf

Dieser Meinung ist auch Johanna Beil, Inhaberin des Kirchheimer Weinguts Kolb. „Die Verbindung von Wein, Kulinarik und Mandeln ist eine tolle Idee“, sagt sie, ihr mache es großen Spaß, etwas Passendes anzubieten. Am 7. März kann man bei ihr unter fachkundiger Anleitung einen Weinrebenkranz mit Blumen in den Farben der Mandelblüte basteln. Am 21. Februar wird ihr Hof rosa leuchten und entsprechend dekoriert sein. Neben dem obligatorischen Mandelcocktail werden unter anderem noch Mandel-Hotdogs mit rosa Senf serviert. Beil fände es schön, wenn innerhalb eines Dorfs mehr Betriebe mitmachen würden, „denn es ist für die Gäste schöner, an dem Abend von Hof zu Hof zu laufen, statt von Ort zu Ort zu fahren“.

Eva Rothhaar von der Pfälzer Mandelzentrale ist mit der diesjährigen Resonanz aus den Betrieben zufrieden, sie würde sich trotzdem über weitere Anbieter freuen. Die Anmeldefrist 19. Dezember sehe man nicht so streng, sagt sie und versichert: Wer bei Vino Lumino doch noch mitmachen wolle, sei herzlich willkommen. Die Bedingungen seien: rosa Licht und Deko sowie im Ausschank einen Roséwein, den Cocktail Mandelino und ein paar Gaumenfreuden nach Mandelrezepten. Darüber hinaus könnten sich Beherbergungsbetriebe mit speziellen Arrangements und Lokale mit themengerechten Menüs an den Mandelwochen beteiligen. Der Blick ins Internet zeigt: Im Leiningerland steht bislang das Gästeweinhaus Wendel in Bockenheim auf der Liste der Mandelzentrale.

Was gegen die Teilnahme spricht

Es müsse nicht unbedingt ein Ort entlang des 100 Kilometer langen Pfälzer Mandelpfads an der Weinstraße sein, aber die räumliche Nähe zu einer gewissen Anzahl an Mandelbäumen sollte bei den Anbietern gegeben sein, erklärt Eva Rothhaar. Das trifft zum Beispiel auf zwei Weindörfer im Osten des Leiningerlands zu: In Großkarlbach hat der CDU-Ortsverband die Gemarkung mit mittlerweile 150 Mandelbäumen bestückt, eine Baumreihe Richtung Bissersheim wird „Mandelmeile“ genannt. Und in Dirmstein ist der ehemalige Bahndamm als Standort dieser Baumart bekannt, außerdem trägt eine große Weinlage den Namen Mandelpfad. Doch aus beiden Gemeinden kam bislang kein Angebot für die Aktionswochen.

Darauf angesprochen, sagt der Großkarlbacher Sektkellerei-Inhaber und Mandelmeileninitiator Harry Schreier, möglicherweise werde man zu Beginn der Mandelblüte den fahrbaren Weinstand an die Bäume bringen. Tags darauf wird er konkret: Seine Vinothek werde sich noch anmelden für zwei Wochenendaktionen mit Sektprobe an der Mandelmeile.

Moritz Schneider vom Dirmsteiner Weingut Jesuitenhof hat sich gegen eine Teilnahme entschieden, weil „das Konzept für uns in dem Zeitraum schwer zu stemmen ist“. Er weist außerdem darauf hin, dass sich das Weingut den Hof mit dem Landwirtschaftsbetrieb seines Onkels teilt. „Die Location ist für Vino Lumino nicht perfekt, und man kann auch nicht auf allen Hochzeiten tanzen“, sagt Schneider. Die jüngere Generation sei in den Betrieben zeitlich stark eingebunden, ist die Erfahrung des Leiningerland-Vereins. Es fehle dann an Kapazitäten für zusätzliche Sonderveranstaltungen, und viele Weingüter sähen die Vermarktung über die betriebseigenen Webseiten als ausreichend an.

Viele Dirmsteiner Mandelbäume sind krank

Der für Tourismus zuständige Erste Beigeordnete von Dirmstein, Christian Arenth (FWG), gibt noch etwas ganz anderes zu bedenken: den Gesundheitszustand der Dirmsteiner Mandelbäume. Der sei gar nicht gut, viele Bäume seien von einem Pilz befallen, etliche hätten schon gefällt werden müssen. „Die hinter der Festhalle sind alle kaputt.“ Er sei inzwischen ein strikter Gegner von Mandelbaumpflanzungen, „es gibt da weitaus wertvollere und schönere Bäume“, sagt Arenth. Er hält nichts davon, Ausflügler zur Mandelblüte nach Dirmstein zu locken, wenn das am Ende ein eher trübseliger Anblick sei.

Vino-Lumino-Termine

Grünstadt, Eckbar, Bahnhofstraße 2, 21. Februar, ab 10 Uhr: „Pink is Pretty“, Drinks und Speisen rund um die Mandel.
Bissersheim, Weingut/Vinothek Mussler, 21. Februar, ab 19 Uhr: „Blues & Stories“, Musik und Texte.
Bockenheim, Patrica-Wingert, 20. bis 22. Februar, jeweils ab 17 Uhr: „Rosa im Wingert“, Beleuchtungsaktion und Bewirtung.
Kirchheim, Weingut Kolb, Weinstraße Nord 19, 21. Februar, ab 17 Uhr: „Wein-und Mandelnacht“, rosa Licht, Wein und Mandelspeisen.

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Hast du die Pfalz im Blut?

Liebst du die Pfalz genauso wie wir? Gehst du gerne auf Weinfeste? Kennst du dieses Pfalzgefühl, das sich nicht beschreiben lässt, weil man es einfach erleben muss? Hier gibt es Artikel für alle Pfälzer, die die Pfalz im Herzen tragen. Für alle, die wissen, wo Hettrum, Hääschde und Harschem liegen. Und für alle, die warme Sommerabende am liebsten mit ihren Freunden und Dubbeglas in der Hand verbringen.

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