Frankenthal Oldtimer als Attraktionen

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Staunende Blicke verfolgten am Samstag die Erlebnistour historischer Räder und ebenso gekleideter Radler, die zwischen dem Speyerer und Wormser Tor Premiere hatte. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Frankenthal gab es von 10 bis 17 Uhr ein buntes Spektakel auf dem Rathausplatz, inklusive Mitmachangeboten.

Mit gerade einmal zehn Mitgliedern war am 1. März 2004 der ADFC Kreisverband Frankenthal gegründet worden, ein Verein, der sich für die Anliegen von Radfahrern auf Freizeit- und Arbeitsrouten einsetzt. Auch über Rechtsfragen können Mitglieder sich informieren und auf ein reichhaltiges Sortiment an Tourenplänen zurückgreifen. Heute gehören dem Frankenthaler Ableger 106 Mitglieder an. Deutschlandweit hat der ADFC rund 140.000 Mitglieder; der Verein wurde 1979 in Bremen gegründet. Gemeinsame Radtouren werden im örtlichen Verein ebenso veranstaltet wie private Treffen. Das speziell auf Radler verschiedener Altersgruppen zugeschnittene Tourenmaterial für deutschlandweite Strecken lässt die Herzen von Zweiradfans höherschlagen, wie Gespräche zeigten. Anregungen für eine verbesserte Situation von Pedalrittern sind ebenso gefragt wie Tipps für Fahrten mit und ohne Kinder sowie fahrradfreundliche Betriebe entlang der Strecken. Die Tour zwischen den Toren war ein Augenschmaus. Auf acht historischen Rädern fuhren die Mitglieder, in historische Gewänder gekleidet, sicher durch die „Schaugasse“. Viele Zuschauer lobten die Vorstellung. Kreisverbandsvorsitzende Gabi Wieczorek, in ein Kostüm von 1920 gewandet, musste viele Nachfragen beantworten, was ihr aber sichtlich Spaß machte. „Wir freuen uns über das Interesse, und schön wäre es, wenn noch mehr junge Menschen sich für unseren Verein entscheiden würden“, meinte sie an die RHEINPFALZ gewandt. Beeindruckend war das mobile Museum des Deutschen Fahrradmuseums Bad Brückenau. Mitarbeiter Steffen Stiller zeigte nicht nur sein Können auf dem Hochrad, sondern erklärte geduldig die verschiedenen Exponate. Zu sehen waren 15 Räder von 1817 bis 1985. Ein Elektroroller aus den 1930ern war ebenso dabei wie ein Elektrorad mit Solarantrieb aus den 1980ern. Bereits 1910 gab es eines mit Benzinmotor, wie er erläuterte. Ein Nachbau der Drais-Laufmaschine von 1817, komplett aus Holz, die Räder mit Metall verstärkt, wurde von Besuchern genau inspiziert. Beeindruckend war auch „The New Rapid No. 2“, ein vollgummibereiftes Sicherheitsrad aus England von 1888. Wie aus einer anderen Welt wirkte das vierrädrige Kinder-Holländerrad von 1920 im Vergleich zu heutigen Kinderrädern. Und auch ein Hochrad von 1885 aus Neumarkt in der Oberpfalz war zu sehen. Wer Lust zum Mitmachen hatte, konnte Geschicklichkeits- und Spaßräder ausprobieren. Etliche Erwachsene reizte vor allem das Hochrad, das offensichtlich nicht so leicht zu bedienen ist. Nicht jeder Versuch, damit voranzukommen, gelang. In einem abgesteckten Corso probierten vor allem die Kleinen Räder in unterschiedlichen Größen aus. Auch ein Malwettbewerb und Kinderschminken gehörten zum Angebot. Bei selbst gebackenem Kuchen und Getränken wurde an etlichen Tischen gefachsimpelt, und die Sonne trug zur guten Stimmung bei. (ma)

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