Frankenthal
Oldie Freunde Pfalz: Horch 830 BL und Schumacher-Ferrari sind Glanzlichter
„Mehr als 450 Oldtimer sind auf den Kaufland-Parkplatz gekommen“, informierte Stefan Beck vom Frankenthaler Verein Oldie Freunde Pfalz. Darunter fast 25 Trabis. Eines der ältesten Fahrzeuge war ein Ford Model A von 1930. Zu sehen waren aber auch sogenannte Youngtimer im Alter von 20 bis 30 Jahren, beispielsweise der Formel-1-Rennwagen von Michael Schumacher. Die weiteste Anreise hatte ein Aussteller aus Nürnberg.
Motorräder und Traktoren, eine Isetta, ein dreisitziges Fahrzeug mit Fronttür, das BMW von 1955 bis 1962 baute, Mercedes-, Ford- und Opel-Limousinen oder ein schnittiger Porsche 356 Cabriolet waren zu sehen. Der Horch 830 BL und der Schumacher-Ferrari kommen aus Frankenthal, der Ferrari kam auf dem Anhänger zur Ausstellung. Das Formel-1-Auto in leuchtendem Rot mit 730 PS fuhr den Sieg der „legendären Regenrennen Barcelona und Monaco 1997 ein“, hieß es auf einem Schild. Neben dem Rennwagen lag der Sitz von Schumacher mit Signatur.
Alle Fahrzeuge alltagstauglich
Gerade bei einer Autonation wie Deutschland sei es wichtig, das Interesse für die Entwicklungsgeschichte des Automobils zu wecken, meinte Oldie-Freund Robert Fohs. Bis auf den Rennwagen seien alle Fahrzeuge alltagstauglich und für den Straßenverkehr zugelassen. „Die Fahrzeuge müssen fahren, es tut ihnen nicht gut, nur rumzustehen“, so Fohs. Das gelte auch für den Ferrari-Rennwagen. Stefan Beck bestätigte: „Der Wagen wird regelmäßig vom Eigentümer auf Rennstrecken bewegt.“
Eines der Prunkstücke war das Horch-Cabriolet. „Das Auto war auch damals schon teuer und nur für Prominente oder Adelige“, befand Fohs. Der Liebhaberpreis heute geht ins sechsstellige Preissegment. Audi – Mutterkonzern der Marke Horch – hätte ihn wohl gerne, wie Besitzer Erich Zech versichert. Sein Horch 830 BL stammt aus dem Jahr 1936, hat acht Zylinder, 92 PS und kommt auf eine Spitzengeschwindigkeit bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Er wiegt 3,5 Tonnen. Edel, das Accessoire: ein Picknick-Koffer in der Heckklappe vom Leipziger Unternehmen Maedler, 1936 zusammengestellt, bestückt mit Silberbesteck und versilbertem Geschirr, Teesieb, Thermobecher und Eierkocher mit kleinem Gasbrenner.
Zehn Jahre restauriert
Zech kam vor rund 40 Jahren zu seinem Hobby, nachdem er beruflich Autos für Sammler lackierte und so quasi „Blut leckte“. Nicht nur das Restaurieren koste Mühe, erzählte er, auch die Fahrzeuge zu finden und zu bekommen. Den Horch, der auch bei einer Hitler-Parade auf dem Wenzelsplatz im besetzten Prag eingesetzt war, fand er in der Nähe von Prag. Es brauchte viele Zustimmungen, Freigaben, Papiere und Wehrmacht-Videos, um die Authentizität des Kraftfahrzeugs bestätigt zu bekommen. Allerdings: „Das Auto war totaler Schrott, ich habe es rund zehn Jahre lang restauriert.“
Um einige Fahrzeuge bildeten sich am Sonntag Menschentrauben. Die Erlöse der Veranstaltung gehen an den Förderverein des Hospizes in Worms. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Clubs: www.oldie-freude-pfalz.de.