Frankenthal Nichts für Lutscher

Eine süße Alternative zu ausgelutschtem Liedgut will der Gesangverein Liederkranz 1847 Beindersheim bieten. Vor zwei Jahren wurde deshalb der junge Chor Lollipop gegründet, der sich am Sonntag erstmals mit einem eigenen Konzert im Sängerheim präsentiert.

Gospel, Spiritual und Pop-Musik von den 50ern bis heute – das ist das Repertoire der 35-köpfigen Gruppe. „Wir mussten etwas tun, sonst besteht der Verein nicht mehr lange“, erläutert der Vereinsvorsitzende Hans Georg Mecke den Schritt zur Gründung des neuen Ensembles. Die Überalterung bei Mitgliedern und Aktiven sei unübersehbar. „Für Gesangvereine war keiner mehr aus dem Haus zu kriegen“, ergänzt der Chorleiter Erik Meßmer. So habe man Mitte 2012 den Entschluss gefasst, einen jungen Chor zu gründen. Überall in der Verbandsgemeinde habe man Flyer verteilt und zur Probe eingeladen. Keiner wusste, wer kommen würde, und dann seien 35 Interessierte da gewesen. „Die meisten waren neue Gesichter“, sagt Mecke. Etwa 30 seien geblieben, und heute habe man gut 35 Sänger bei Lollipop. Dabei seien die Frauen in der Überzahl. Allerdings sei man mit einem Drittel Sänger nicht schlecht aufgestellt. Unterstützt wird Lollipop beim ersten eigenen Konzert vom Popchor TonArt der Liedertafel Ungstein, den Meßmer ebenfalls leitet. Außerdem spielt Marc Lohse Klavier. Der junge Beindersheimer, der an der Frankenthaler Musikschule unterrichtet wird, ist Vorstudent an der Mannheimer Musikhochschule und war bereits mehrfach bei „Jugend musiziert“ erfolgreich. Lollipop wird am Sonntag den Auftakt machen. Auf dem Programm stehen unter anderem der Gospelsong „Shine, Jesus Shine“ und das von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood berühmt gemachte „Something Stupid“, aber auch „Weit, weit weg“ vom Alpen-Rocker Hubert von Goisern in einem Chorsatz von Lorenz Mayerhofer. Marc Lohse wendet sich ebenfalls der Popmusik zu und intoniert „Scenic World“ von Beirut sowie den James-Bond-Hit „Skyfall“ von Adele. TonArt bringt mit dem A-capella-Stück „Ain’t Judgin’ No Man“ einen schwungvollen Chorsatz im Stile der großen Spirituals zu Gehör und wird unter anderem das bekannte „Scarborough Fair“ und „For the Longest Time“ von Billy Joel singen. Zum Finale vereinen sich beide Chöre und setzen mit „Lollipop“, „Ding a dong“ und dem Reinhard-May-Klassiker „Gute Nacht, Freunde“ einen Schlussakkord. Zum Repertoire trägt der erfahrene Chorleiter Erik Meßmer eigene Chorsätze bei, etwa beim Eröffnungsstück des Konzertes und bei „Da Doo Ron Ron“ der US-Vokalgruppe Crystals. Seit seiner Jugend mit dem Chorgesang verbunden, ist Meßmer nach einem Musikstudium in Mannheim Fagottist am Staatstheater in Mainz, Musikpädagoge an der Kreismusikschule und Leiter einiger Chöre. Zusammen mit Marc Lohse wird er auch die Klavierbegleitung am Sonntagabend übernehmen. (enk)

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