Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Gemüsekiste im „Elle“: Ministerpräsident unterstützt SPD-Landtagskandidatin

Empfehlung vom Parteichef: Alexander Schweitzer wirbt im „Elefant“ für Magali Leidig-Petermann.
Empfehlung vom Parteichef: Alexander Schweitzer wirbt im »Elefant« für Magali Leidig-Petermann.

Morgens die Fraktionschefin im Landtag, abends der Regierungschef: SPD-Landtagskandidatin Magali Leidig-Petermann ist am Samstag im Wahlkampf hochkarätig beehrt worden.

„Es braucht nicht nur 2,06 Meter große Männer im Landtag, sondern auch liebenswürdige und durchsetzungsstarke Frauen.“ Mit Überlängen hat Ministerpräsident Alexander Schweitzer seine Erfahrung. Also nimmt er bei seinem Wahlkampfauftritt am späten Samstagnachmittag im „Elefant“ die andere Zielgruppe in den Blick. In Frankenthal hat er dabei Magali Leidig-Petermann vor Augen, Kandidatin der SPD für die bevorstehende Landtagswahl am 22. März. Eine knappe Stunde lang streift der Spitzenkandidat vor rund 70 Zuhörern durch die Landes- und Bundespolitik. Die Zusammenfassung setzt der leicht zerzauste Landesvater gleich an den Beginn seiner Rede: „Wenn Sie sich von all dem, was ich gleich sagen will, bitte diesen einen Satz merken: Wählen Sie am 22. März Magali Leidig-Petermann.“

Die 44-Jährige lächelt dazu – so wie sie es oft, gern und authentisch tut. Ansteckende Fröhlichkeit, zugewandte Haltung, optimistische Ausstrahlung, das ist das Markenzeichen der Frankenthaler SPD-Chefin, die nun auch das Gesicht ihrer Partei im Mainzer Landtag sein will. In der Landeshauptstadt ist Leidig-Petermann zwar nahezu täglich präsent, aber dezent im Hintergrund, im Büro der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Morgens war sie mit ihrer Chefin im Süden der Stadt unterwegs, abends schaute der MP auf seiner Tour durch 40 Orte im Bundesland in Leidig-Petermanns Heimatstadt vorbei.

Stundenlang auf dem Strohhutfest

Sie ist ein Frankenthaler Mädchen, bekennt sie selbst. Unter Menschen blüht sie auf. Im Small Talk mit Moderator Colin Haubrich aus der SPD-Landtagsfraktion plaudert sie über ihre politische Motivation und ihre tiefe Heimatverbundenheit. Zwei politische Botschaften wollte sie an diesem Abend platzieren: „die Sache mit der Chancengleichheit“ beim Start ins Leben, sprich in der schulischen Bildung, und ein Mindestmaß an Gesundheitsversorgung („wenigstens ein Arzt in jedem Vorort und jeder Gemeinde“). Dass ein Tag auf dem Strohhutfest bei den Leidigs 13, 14 Stunden lang ist; dass sie sich auf dem zweiten Bildungsweg hochgearbeitet hat; dass sie mit ihrem Mann Bernd Leidig, dem Sozialdezernenten der Stadt, ein eingespieltes Team ist – all das nimmt man Leidig-Petermann auf Anhieb ab.

Frisch gezapft: Magali Leidig-Petermann bei der Arbeit hinterm Tresen des »Elefanten«.
Frisch gezapft: Magali Leidig-Petermann bei der Arbeit hinterm Tresen des „Elefanten“.
Erinnerungsfoto mit Landesvater: Alexander Schweitzer mit dem Team des »Elefanten«, in der Mitte Mery Mappes, bekannt von den Be
Erinnerungsfoto mit Landesvater: Alexander Schweitzer mit dem Team des „Elefanten“, in der Mitte Mery Mappes, bekannt von den Benefiztagen fürs Kinderhospiz Sterntaler.
Mehr als 70 Besucher hörten konzentriert zu, rechts Magali Leidig-Petermanns Mann Bernd Leidig.
Mehr als 70 Besucher hörten konzentriert zu, rechts Magali Leidig-Petermanns Mann Bernd Leidig.

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Mit einer kleinen Gesprächsrunde wird die Wartezeit bis zum Eintreffen des prominenten Wahlkampfhelfers überbrückt. Drei engagierte Ehrenamtliche kommen kurz zu Wort, der Geschäftsführer des Konzertclubs Gleis 4, Tiemo Feldmann, der langjährige Vorsitzende des Beindersheimer Männerturn- und -sportvereins (MTSV), Hartmut Stutzmann, und der Vorsitzende der Lambsheimer Heimatfreunde, Jochen Glatt.

MP am Zapfhahn

Und dann schreitet der Ministerpräsident durch die Eingangstür und dominiert den Raum. Er spricht über Lifestyle-Teilzeit und Lebensentwürfe, Verunsicherung und Miesepetrigkeit des deutschen Michels, gebührenfreie Kitas und kostenlose Schulbücher für alle – und seinen Rheinland-Pfalz-Plan. Infrastrukturmaßnahmen, Klimaschutz und Bildung – das will ein Ministerpräsident Schweitzer in einer zweiten Amtszeit liefern. Eine Experimentierklausel will er pflegen, mit der Kommunen bessere Verwaltungsvorschläge einreichen sollen, die übernommen würden, wenn sie überzeugten.

Am Schluss ist der MP am Zapfhahn im „Elle“ ein beliebtes Fotomotiv. Leidig-Petermann lässt ihm höflich den Vortritt, ehe sie selbst den Hebel zieht. Da ist Schweitzer schon beim Zuprosten mit selbst Gezapftem. Zuvor gibt's eine reichlich gefüllte Steige voller frischem Studernheimer Gemüse für den Gast. Die Szene hat eine gewisse Symbolik: Leidig-Petermann stemmt tapfer die Kiste, ihre Arme werden immer länger, während der Gast dankende Worte spricht. Dann hält er ihr das Handmikrofon hin, damit man auch am anderen Ende des „Elle“ mitbekommt, was sie zu sagen hat.

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