Frankenthal
Kunsthaus stellt Jahresprogramm vor
Den Auftakt macht wie bereits im vergangenen Jahr der 2024 gegründete Frankenthaler Kunstkreis. Vom 8. Februar bis 1. März präsentieren sich 18 Künstler unter dem inhaltlichen Motto „Frieden“, das aktueller wohl nicht sein könnte. Die Ausstellung soll laut dem Kunstkreis dabei aber nicht nur die große weltpolitische Ebene oder ferne Konflikte beleuchten. Frieden beginnt – so schreibt der Kreis in seiner Ankündigung – ganz nah: unserem Alltag, in der Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit, im Frieden mit uns selbst oder in diesen seltenen Momenten, in denen plötzlich alles vollkommen, still und ganz ist. Die Vernissage ist für Samstag, 7. Februar, um 17 Uhr geplant.
Eine Plattform für junge Talente will der Lionsclub Frankenthal mit dem Ausstellungsformat „Lions – Kultur – Kunst“ bieten, das vom 16. bis 29. März im Kunsthaus zu sehen sein wird. Jungen Nachwuchskünstlern soll somit der Einstieg in die Kunstwelt erleichtert werden. Durch die Zusammenarbeit mit etablierten Künstlern soll die Vielfalt und das Potenzial junger Kunstschaffender sichtbar gemacht werden. Die Ausstellung wird am Sonntag, 15. März, mit einem Benefizvormittag eröffnet. Erstmalig soll dabei auch ein Jugendkunstpreis verliehen werden.
Bild soll zum Videospiel werden
Vom 9. Mai bis 28. Juni stellt der in Kandel geborene Künstler Benjamin Burkard im Frankenthaler Kunsthaus aus. Der 39-Jährige sucht in seiner Malerei nach Verflechtungen und Verdichtungen zwischen dem Vergangenen und den zeitgenössischen Blickpunkten. Er bedient sich dabei einer eigens entwickelten Maltechnik, inspiriert von der traditionellen Goldgrundmalerei aus dem Mittelalter. Die farbliche Grundnuance, auf der er die Malerei und Farbkomposition aufbaut, ist immer ein Gold, Silber oder Kupfer, die er partiell übermalt, Bestandteile freikratzt, wegätzt oder überlagert. Innerhalb der Ausstellung plant der Künstler mit einem Team von Programmierern ein Bild als Videospiel zu übersetzen. Das Ergebnis soll bei der Finissage präsentiert werden und spielbar sein.
Die Werke von Freya Blösl entstehen aus Beiseitegelegtem, Gesammeltem und Gefundenem. Die aus dem Alb-Donau-Kreis stammende Künstlerin präsentiert „Das Leben der Dinge“ vom 17 Juli bis 16. August im Kunsthaus. Viele ihrer plastischen Arbeiten sind nach dem Tod ihrer Mutter entstanden. Das Zerstören und neu Zusammenfügen, einen Vorgang, den sie als Dekonstruktion bezeichnet, führte zu einer spannungsreichen Serie. Neben Plastiken zeigt sie auch eine große Anzahl an Fotografien, die sie collagenartig geschichtet, übermalt und überklebt hat. Bei diesen Arbeiten setzt sie sich laut Ankündigung mit dem Tod und dem Leben ihrer Mutter auseinander.
Perron-Kunstpreis in der Sparte Porzellan
Auch in diesem Jahr schreibt die Stadt Frankenthal wieder den begehrten Perron-Kunstpreis aus. 2025 ging er an den Grafiker Michael Rausch aus Windesheim bei Bad Kreuznach. In diesem Jahr wird der Preis – wie bereits seit dem Jahr 2002 alle drei Jahre – in der Sparte Porzellan vergeben. Auch diesmal ist der Hauptpreis wieder mit 4500 Euro dotiert, für zwei Förderpreise stellt die Stadt je 1500 Euro zur Verfügung. Die begleitende Ausstellung zeigt das Kunsthaus vom 12. September bis 11. Oktober.
Die Bildhauerin Sabine Krusche taucht mit ihren Bildern, Zeichnungen, Keramiken und Animationen in die inneren Räume der Zellen ein. Die in Tuttlingen wohnhafte Künstlerin zeigt ihren „Mikrokosmos“ vom 30. Oktober bis 29. November im Kunsthaus. Das Konkrete löst sich bei der 63-Jährigen auf, hin zu abstrakten Strukturen von Zellen und Zellprozessen, vom Mikroskopischen ins Sichtbare transportiert. Ihre Zeichnungen sind auf Glaskörper aufgetragen und stellen einen imaginären zellbiologischen Prozess dar. Die keramischen Objekte erweitern das Thema Zelle ins Dreidimensionale.
Natürliches Licht in Zeiten von LED
Den Abschluss im Jahresangebot der Stadt macht ab 12. Dezember der Arbeitskreis Pfälzer Künstler. Zwölf Mitglieder zeigen ausgewählte Arbeiten zum Thema „Sinneswandeln / Tagwerke“. Dabei sollen neben dem visuellen auch die anderen Sinne angeregt werden. Bei Tagwerke soll das Augenmerk auf den Zusammenhang zwischen Arbeitsdauer und gestalteter Fläche gelenkt werden. Die Frage, wie sehr natürliches Licht in Zeiten von LED für den Künstler bedeutsam ist, rückt dabei in den Fokus.
Ergänzt wird das städtische Angebot durch einen Tag der offenen Tür am 20. Juni sowie dem Kunst- und Genussmarkt am 15. August im Garten des Kunsthauses, bei dem über 40 verschiedene Aussteller eine bunte Mischung von Kunst und kulinarischen Genüssen präsentieren.