Frankenthal Kunst am Bau: Acht Erdmännchen für die Stadtklinik

„Kunst am Bau“ für die Stadtklinik Frankenthal: Erdmännchen gelten als possierliche Tierchen. Ihre variantenreichen Gefühlszustä
»Kunst am Bau« für die Stadtklinik Frankenthal: Erdmännchen gelten als possierliche Tierchen. Ihre variantenreichen Gefühlszustände fügten sich besonders in den Erlebnisraum der Psychiatrie, heißt es in der Begründung, weshalb bald Skulpturen von ihnen in der Stadtklinik einziehen sollen.

Acht Erdmännchen werden sich an der Stadtklinik Frankenthal einnisten. Allerdings sind die Tiere nicht lebendig, sondern in Bronze gegossen. Warum ausgerechnet Erdmännchen?

Für das in der Kategorie „Kunst am Bau“ verortete Figuren-Ensemble an der Stadtklinik in Frankenthal sollen 250.000 Euro ausgegeben werden. Es handelt sich um das Werk der 47-jährigen Münchener Künstlerin Elke Härtel, das bei dem Wettbewerb den ersten Preis gewann. Die Bronze-Erdmännchen sollen im Umfeld der Terrassenmauer des Klinik-Neubaus und des Parks realisiert werden.

Eine Entscheidungshilfe hatte die externe Kunstexpertin Eva Müller aus Grünwald an die Hand gegeben, indem sie aus einer Riege von rund 70 Kunstschaffenden eine Vorauswahl traf. Am Ende waren sieben Arbeiten im Rennen, die sich dem Votum des prominent und fachkundig besetzten Preisgerichtes stellten.

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„Soziale Plastik“ mit „nachhaltigem Mehrwert“

Die Jury entschied sich einstimmig für „Die Erdmännchen von Frankenthal“. „Ausschlaggebend war, dass die Arbeit als soziale Plastik im täglichen Gebrauch der Stadtklinik einen nachhaltigen Mehrwert entfaltet“, heißt es in der Begründung.

Die konzeptionelle Idee habe überzeugt. Die variantenreichen Gefühlszustände von Erdmännchen fügten sich besonders in den Erlebnisraum der Psychiatrie, ohne aufgrund ihrer geringen Größe Sicherheitsrisiken zu erzeugen. „Der Entwurf eröffnet niederschwellige Gesprächsanlässe in einer sensiblen Umgebung und unterstützt pädagogische Zugänge.“ Patienten, Besuchern und Personal werde ein positiver Resonanzraum geboten.

Eine Geschichte für jede Skulptur

In der Vorstellung der Künstlerin soll auf der Wiese eine narrative Landschaft mit schwarzen Kreisformen entstehen, die den Lebensraum der aus wetterfesten Materialien geformten Erdmännchen zu einer zusammenhängenden Landschaft erweitern. Hinzu kommt eine poetische Dimension mit speziell verfassten Gedichten. Jede Skulptur soll einen Namen und eine eigene Geschichte erhalten.

Der Krankenhausausschuss stimmte der Vergabe des Auftrages an die Künstlerin Elke Härtel zu, ohne das durchaus nicht unumstrittene Werk zu kommentieren. Allein Frankenthals Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) wartete mit einer pfiffigen Marketingidee auf: Die Erdmännchen eigneten sich als kleines Geschenk der Klinik für Neugeborene – vorausgesetzt, sie sind aus Plüsch.

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