Interview
Kleinniedesheimer Pläne für 2026: Zwei Bauvorhaben in den Startlöchern
Herr Merkel, was war im vergangenen Jahr Ihre größte Herausforderung?
Im vergangenen Jahr stand im Vordergrund, Baurecht für unser Baugebiet „Zwischen Wormser Gäßchen und Unterwegsgasse“ mit 15 Bauplätzen zu erlangen. Da gab es Gutachten und Einsprüche, die es abzuarbeiten galt. Aber wir haben es geschafft. Wir haben außerdem die Pavillonfassade und die Schlossgartenmauer saniert und hatten Anpassungen bei der Kindergartenplanung. Das waren die Schwerpunkte. Natürlich ist es auch herausfordernd die vielen Veranstaltungstermine im Schloss und im Pavillon zu koordinieren.
Sie haben gesagt, für das Baugebiet liegt jetzt Baurecht vor. Wie geht es weiter?
Es muss eine Erschließungsplanung gemacht werden. Die Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim fragt Ingenieurbüros an, die das entsprechend planen. Es geht um ein Investitionsvolumen, das irgendwo zwischen 600.000 und 700.000 Euro liegt. Ich hoffe, dass wir die Angebote bis zum 26. Februar in der Gemeinderatssitzung vorgelegt bekommen. Die tatsächlichen Kosten kann man erst nach Eingang der Angebote bewerten. Wenn alles funktioniert, können wir womöglich im Spätsommer oder Herbst mit der Erschließung beginnen.
Sie haben die Kita-Erweiterung erwähnt, die im Zuge der neuen gesetzlichen Anforderungen nötig wird. Wie ist da der Stand der Dinge?
Wir hatten erst in der vergangenen Woche eine Besprechung, da ging es um zu berücksichtigende Brandschutzauflagen. Die Planung wird jetzt noch mal angepasst, denn das muss vor der Einreichung bei der Kreisverwaltung eingearbeitet sein. Wir hoffen, dass die Planung danach an den Kreis gehen kann.
Das vergangene Jahr hat global gesehen nicht viele positive Nachrichten produziert: Warum war 2025 für Kleinniedesheim ein gutes Jahr?
Wir konnten zumindest einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen – und das bei stabilen Steuerhebesätzen. Die Erträge belaufen sich bei uns auf rund 1,8 Millionen Euro, die Abschreibungen auf rund 124.000 Euro. Die konnten auch erwirtschaftet und für Investitionen zurückgelegt werden. Kredite oder Kreditbedarf bestand bei uns bislang noch nicht. Wir haben auch keine Kassenkredite bei der VG. Von daher können wir der kommenden Investition im Kindergarten sicher etwas entspannt entgegensehen. Aber wenn diese Baumaßnahme ansteht, werden wir wohl auch Kreditbedarf haben.
Außerdem werden wiederkehrende Ausbaubeiträge bei uns nicht mehr erhoben. Das ist auch eine Entlastung der Bevölkerung. Die Ortsstraßen in Trägerschaft der Ortsgemeinde sind in einem ordentlichen Zustand. Die Hauptstraßen nach Bobenheim und Worms sind Landesstraßen, da müssen wir mal an den Landesbetrieb Mobilität gehen. Da ist die Verschleißdecke irgendwann fällig.
Erfreulich ist auch, dass die Straßenbeleuchtung komplett auf LED umgestellt wurde und der Umbau der Bushaltestelle in der Bobenheimer Straße zu einer barrierefreien Haltestelle abgeschlossen ist.
Was wartet in den kommenden elf Monaten auf die Gemeinde?
Die Erschließung des Baugebiets und die Kita-Erweiterung habe ich bereits erwähnt. Erfreulich ist, dass wir beim Kultursommer Rheinland-Pfalz eine Rolle spielen werden. Hier bekommen wir zusätzliche Veranstaltungen. Als größere Maßnahme steht die Überdachung der Schlosstreppe im Schlosshof an, die rund 40.000 Euro kosten wird. Und die Radwegbrücke nach Bobenheim über den Eckbach ist sanierungsbedürftig. Das schiebt sich schon eine Zeit lang und muss in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden.
Was ist Ihre größte Sorge mit Blick auf das Jahr 2026?
Dass der Kita-Ausbau und die Erschließungsmaßnahmen des Baugebiets gleichzeitig beginnen, weil das Baugebiet unmittelbar unterhalb des Kindergartens liegt. Gleichzeitige Bauarbeiten wollte ich eigentlich vermeiden, aber nun könnte es so kommen.
Die Kostensteigerungen im Bereich erforderlicher Investitionen bei stagnierenden Einnahmen im Gemeindehaushalt bereiten mir auch große Sorgen. Abzuwarten ist, wie sich VG-Umlage entwickelt. Der VG-Haushalt ist noch nicht beschlossen.
Auch bleibt abzuwarten, wie sich Land und Kreis angemessen am An- und Umbau unserer Kita mit Zuschüssen beteiligen. Das Land, das die Vorgaben macht, sollte sich entsprechend beteiligen.
Und was ist Ihre größte Hoffnung?
Einmal, dass es gelingt, die PV-Anlage in Großniedesheim an der A61 über unsere Gemarkung an das Einspeisenetz anzuschließen. Die Nachbargemeinde hat zwar einen wunderschönen Solarpark, nur keine Möglichkeit, ihn ans Netz zu kriegen. Da laufen Verhandlungen mit uns über einen Anschluss über unsere Gemarkung in Richtung Worms. Ich hoffe, dass das ein gutes Ende findet. Wir sind dazu bereit und positiv gestimmt.
Für mich ist es wichtig, dass meine beiden Beigeordneten weiterhin sehr gut zusammenarbeiten. Beide sind berufstätig und zeitlich limitiert. Aber gerade im Kindergarten macht sich die Beigeordnete Kathleen Herzog (FWG) sehr viel Mühe. Auch ist es ist vorteilhaft, wenn man vom Gemeinderat und von den Ausschüssen konstruktiv unterstützt wird. Das war bisher immer der Fall.
Und ich hoffe, dass sich weiterhin ausreichend Bürger in den Vereinen, bei der Schlossstiftung und beim Förderverein der Kita engagieren. Und dass die VG von Personalengpässen verschont bleibt, das wäre wünschenswert.