Frankenthal Jung bleiben dank Kinderbetreuung

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Jenny Kassel ist eine zertifizierte Tagesmutter, wie sie die Stadt braucht. Von 7 bis 17 Uhr arbeitet die 36-Jährige, die zurzeit zehn Kinder betreut.

„Die Kinder haben bei mir ein Ersatz-Zuhause, wir sind alle eine Familie“, sagt Jenny Kassel. Zehn Kinder hat sie zurzeit in ihrer Obhut, mit denen sie fast immer draußen ist. „Ich gehe auf in meinem Beruf und habe ihn nicht einen Tag bereut“, sagt sie überzeugt. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen.“ „Sollen wir das Kasperletheater holen?“, fragt Kassel in die Runde, als der sechsjährige Benny mit einer Handpuppe ins Wohnzimmer läuft. Ein einstimmiges „Ja“ ertönt aus drei Kindermündern. Während die gelernte Verkäuferin die Vorhänge des kleinen Theaters festbindet, holen Bennys Zwillingsschwester Josy und der dreijährige Robert kleine Stühle herbei. Die 36-Jährige, die selbst einen 16-jährigen Sohn hat, wirkt jung und dynamisch. „Die Arbeit mit Kindern lässt es nicht zu, älter zu werden, man muss schon immer ein bisschen Kind sein“, sagt sie. Neun Jahre arbeitete Jenny Kassel vormittags im Discounter Aldi als Kommissioniererin, nachmittags putzte sie gelegentlich. „Die Familie, bei der ich arbeitete, hatte ein Kind und wollte, dass ich es ab und zu betreue“, erzählt sie. Das machte ihr Spaß, und so belegte sie 2011 den Qualifizierungslehrgang für Tagespflegepersonen, der insgesamt 160 Unterrichtseinheiten umfasste. „Ich habe ja nicht meinen Realschulabschluss gemacht, um im Lager zu arbeiten“, sagt Kassel selbstbewusst. Im Vorfeld des Qualifizierungslehrgangs, der zurzeit 90 Euro kostet plus 20 Euro für das Zertifikat, brauchte Kassel einen Erste-Hilfe-Kurs, ein ärztliches Attest sowie ein Führungszeugnis. Mittlerweile sitzt sie hinter den Theatervorhängen und animiert auch den kleinen Robert, den bunten Puppen Leben einzuhauchen. Insgesamt habe sie rund 19 Kinder betreut, erzählt Kassel. Momentan seien es vier Jungs und sechs Mädchen im Alter von 16 Monaten bis acht Jahren. „Ich arbeite von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr“, sagt die Tagesmutter. Selten beginne sie schon um fünf Uhr, ab und an gehe der Arbeitstag auch bis 21 Uhr. „Das A und O ist eine absolute Flexibilität, weil man da sein muss, wenn die Eltern arbeiten“. Zu Hause ist Kassel mit den Kindern jedoch nur selten. „Wir sind zu 90 Prozent draußen, im Sommer gehen wir zum Beispiel viel schwimmen oder spazieren“, so die 36-Jährige. Doch auch Gesellschaftsspiele und Basteln stehen auf dem Programm. Um die richtige Tagespflegeperson zu finden, werden nach einem Beratungsgespräch durch die Tagespflegebörse in der Regel die Kontaktdaten von bis zu drei Tagesmüttern an die Eltern weitergegeben. Es folgt ein Kennenlernen, und die Eltern können sich für die passende Betreuungsperson entscheiden. Danach erfolgt die Eingewöhnung. „Wenn es irgendein Problem gibt, dann kläre ich das mit den Eltern sofort, dann ist es aus der Welt“, sagt die Frankenthalerin. „Und wenn ein Kind nach dem Urlaub die Tür herein rennt und ruft: Jenny, ich hab dich so vermisst, dann ist das das Schönste, was es gibt!“

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