Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Iran-Krieg lässt Gaspreise steigen: So reagieren die Stadtwerke Frankenthal

Die Stadtwerke Frankenthal verfolgen eine langfristige Beschaffungsstrategie.
Die Stadtwerke Frankenthal verfolgen eine langfristige Beschaffungsstrategie.

Die Lage im Nahen Osten lässt die Gaspreise in die Höhe schnellen. Die Stadtwerke Frankenthal setzen auf einen langfristigen Einkauf – und sagen, was das für Kunden bedeutet.

Der Iran-Krieg treibt die Energiekosten nach oben. Der Versorger Enovos betreibt den Erdgasspeicher in Frankenthal. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Börsenpreise für Erdgas nicht deutlich sinken, solange die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt. Wie gehen die Stadtwerke Frankenthal mit der aktuellen Situation und deren Auswirkungen auf das Gasgeschäft um? „Unsere Planungen sind langfristig. Wir kaufen früh ein, über zwei, drei Jahre im Voraus, um Risiken zu minimieren“, erklären die Stadtwerke auf die Frage der RHEINPFALZ, ob sie jetzt schon die Gaseinkäufe für die kommende Heizperiode planen.

Man agiere damit anders als andere Wettbewerber, die kurzfristiger am Markt kaufen, heißt es von der Wormser Straße. Die Stadtwerke versuchten, den Kunden stabile Preise zu bieten, um Krisen wie jetzt abzufedern. Der Einfluss der Co2-Bepreisung und der Netzentgelte sei aber ebenfalls ausschlaggebend für den Endpreis.

 Eine Frau dreht an einem Heizungsthermostat. Wird das Heizen nun teurer?
Eine Frau dreht an einem Heizungsthermostat. Wird das Heizen nun teurer?

Werden Preise erhöht?

„Für 2026 sind die Preise bei den Kunden bereits fixiert, deswegen wird es 2026 keine Änderungen der Preise geben, außer es kämen staatliche Anpassungen“, betont eine Sprecherin der Stadtwerke. Das Unternehmen ist durch die Heizperiode 2025/26 gekommen, ohne Gas nachbeschaffen zu müssen. „Die Verbrauchsannahmen entsprachen unserer langfristigen Beschaffung“, informieren die Stadtwerke.

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Grundsätzlich erfolge die Beschaffung nach standardisierten Risikokriterien, die regelmäßig intern besprochen und gegebenenfalls angepasst würden. Langfristige Beschaffungspreise hätten sich noch nicht so extrem entwickelt; den Nahost-Konflikt sehe man mehr auf dem kurzfristigen Markt. „Langfristig wird nach unseren internen Risikokriterien gehandelt“, teilen die Stadtwerke mit.

EWR steigt aus Gasgeschäft aus

Das Energieunternehmen EWR mit Sitz in Worms, das nach eigenen Angaben mehr als 260.000 Kunden mit Strom, Gas, Wasser und Breitband versorgt, hat zuletzt mit der Nachricht aufhorchen lassen, dass es aus dem Gasgeschäft aussteigt. EWR begründete diese Entscheidung unter anderem damit, dass die Versorgung mit Gas durch internationale Krisen immer unsicherer werde. Ein konkretes Datum für den Gasausstieg nannte EWR nicht, doch der Schritt ist angekündigt; möglicherweise kommt der Ausstieg sogar zeitnah.

Unabhängig davon stellt sich auch für Frankenthal die Frage, welche Rolle Gas künftig noch spielen wird. Versuchen die Stadtwerke, die Strategie womöglich schon daraufhin anzupassen, künftig mit weniger Gas auszukommen? „Unsere Beschaffungsstrategie bezieht sich auf die nächsten zwei, drei Jahre. Deswegen hat die Wärmewende noch keinen größeren Einfluss auf die Beschaffung von Gas“, beantwortet das Unternehmen diese Frage der RHEINPFALZ.

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