Frankenthal
In Etappen über Jahre: Kastanienallee auf Frankenthaler Hauptfriedhof wird erneuert
Auf den ersten Blick stehen sie da wie eine Eins: die Kastanien auf den Hauptachsen des Hauptfriedhofs in Frankenthal. Doch der äußere Schein trügt. In den Kronen ist ein beträchtlicher Teil der grünen Riesen extrem angegriffen, einige Spitzen müssen bereits mithilfe von Seilen zusammengehalten werden. Fachleute verschaffen sich mittels Hubsteiger regelmäßig einen Überblick über die teils fragilen Zustände, stoßen immer wieder auf Totäste.
Aus Gründen der Verkehrssicherheit und der Baumgesundheit greift die Verwaltung zwischen Trauerhalle und Nordeingang nun durch. Ab dem Jahresende und über mehrere Jahre gestreckt, werden insgesamt 57 Kastanien auf dem Hauptfriedhof gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt.
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Akut musste die Reihe um drei Bäume gelichtet werden, informierte eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage. Sie sind durch einen sogenannten Habitatbaum ersetzt worden, der mit seinem hohen Totholzanteil Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen einen Lebensraum bieten soll. Die Baumkontrolleure prognostizieren weitere Verluste in den Reihen der Kastanien. Und einen Dominoeffekt: Weniger Bäume bedeutet mehr Belastung für den Bestand, weil sich die Windlast auf weniger Widerstand verteilt.
Einschnitte alle zwei Jahre
Um dem vorzubeugen, soll die Allee sukzessiv und schonend erneuert werden. Ab Ende November soll in Abständen von zwei Jahren jeweils jeder dritte Baum wechselseitig gefällt und durch neue Rosskastanien ersetzt werden. Das, so sicherte Frankenthals Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses zu, erhalte das Erscheinungsbild und verteile die Windlast.
Knöppel will noch den Volkstrauertag im November abwarten, dann sollen die ersten Bäume nach und nach gekürzt und die Stümpfe abgefräst werden. Die untere Naturschutzbehörde hat die vorgelegte Planung gebilligt. Aktuell fertigt eine Fachfirma die angeforderte Artenschutzprüfung an.
Allee-Charakter bewahren
In der ersten Ausgleichspflanzung sollen noch in diesem Jahr Lücken aus früheren Fällungen aufgefüllt werden. Insgesamt sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre 57 Bäume ausgetauscht werden. Zunächst sollen kleinere Exemplare mit einem Stammdurchmesser von 14 bis 16 Zentimetern gesetzt werden, dann größere mit vermutlich 16 bis 18 Zentimetern. Diese Staffelung soll den einheitlichen Charakter der Kastanienallee und ihren Beitrag zum Mikroklima bewahren.
Vor zwei Jahren hatte das Landesforstamt nördlich der Theodor-Heuss-Brücke 75 stattliche Pappeln fällen lassen müssen, weil durch sie Spaziergänger gefährlich hätten verletzt werden können. Die bis zu 40 Meter hohen und altersschwachen Bäume waren durch Pilzbefall teilweise so morsch geworden, dass sie drohten, aus großer Höhe Äste abzuwerfen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Im Ernstfall ist – wie auf dem Hauptfriedhof – der Grundstückseigentümer schadensersatzpflichtig.