Frankenthal Hochkonjunktur für Eiscafés

Das Frühlingserwachen bezog sich gestern in erster Linie auf das Bilderbuchwetter, von dem auch der verkaufsoffene Sonntag profitierte, wenngleich der ganz große Andrang in der Frankenthaler Innenstadt ausblieb und auch die Kauflust schon deutlich ausgeprägter war. Dafür verzeichnete die Freiluftgastronomie einen regelrechten Besucheransturm.

Ob in der Fußgängerzone oder in der Bahnhofstraße – in sämtlichen Eiscafés war ein Platz an der Sonne Mangelware. Und wer ein Schleckeis to go bevorzugte, musste längere Warteschlangen in Kauf nehmen. Auch die Paketangebote der Bäckereien – eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen zum Sonderpreis – wurden gerne angenommen. Das Miteinander von motorisiertem Verkehr und Passanten – die Wormer Straße und südliche Speyerer Straße waren nicht gesperrt – gestaltete sich weitgehend reibungslos, zumal sich die Hauptbesucherströme auf die Fußgängerzone konzentrierten. Je nach Geschäft war das Kundenaufkommen recht unterschiedlich. „Für uns ist es heute mehr ein Gucktag“, freute sich Reinhard Formanski von Optik Delker über einen recht guten Zuspruch. Auch im City-Center und bei Birkenmeier war ein ständiges Kommen und Gehen zu beobachten. Aktivitäten und Aktionen außerhalb der Geschäfte waren dünn gesät, sieht man von einer Bügelvorführung in der Speyerer Straße ab. Die Erkenbert-Ruine war in ein „Kinder-Kirchen-Paradies“ mit allerlei Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kleinen umfunktioniert. Überhaupt waren sehr viele Familien mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Für Aufmerksamkeit sorgte eine Gruppe junger Migranten, auf deren weißen T-Shirts die Botschaft „Muslime für Frieden“ zu lesen war. Magische Anziehungskraft übte die auf die Innenstadt verteilte Präsentation der neuesten Automodelle aus. So galt auch das Hauptinteresse der Frankenthalerin Brigitta Kohl, die sich mit ihrem Mann auf dem Rathausplatz umsah, den schicken Karossen mit dem Stern. „Ich empfinde es angenehm, dass heute nicht ganz so viel los ist“, meinte sie. Ein anderer Interessent, einen Kleinwagen japanischer Provenienz inspizierend, wunderte sich über den Preis von 20.000 Euro. „Da hat man früher eine S-Klasse bekommen“, stellte er fest und ging weiter. Während in der Wormser Straße – insbesondere nördlich der Schmiedgasse – wieder recht wenig Einkaufsflair zu spüren war, wurde die Bahnhofstraße durch einen ausgedehnten Freiluft-Autosalon aufgewertet. Wer es ein paar Nummern größer liebte oder gerade eine Hochzeit plant, durfte einen Blick in die noble Stretch-Limousine von Uwe Bürkle werfen. Aber es muss nicht immer gleich so viel Fahrkomfort sein. Auch die Zweiradgeschäfte konnten sich über fehlenden Zuspruch nicht beklagen. Allerdings zeigten sich viele potenzielle Kunden unschlüssig, ob es ein herkömmlicher Drahtesel tut oder ob es ein E-Bike sein soll. (loi)

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