Frankenthal Halligalli beim Heimspiel

Placeholder-Image

Die Frankenthaler Band Grabowsky gehört zum Strohhutfest wie Schorle und Strohhut. Deshalb waren die fünf Musiker auch dieses Jahr wieder dabei und machten am Freitagabend auf der Rathausplatz-Bühne ordentlich Stimmung. Wie üblich ließen Schorlerock und eine humorvolle Bühnenshow das Konzert zu einem waschechten „Innenstadtbelastungstest“ werden.

Ein Strohhutfest ohne Grabowsky wäre „wie der Kölner Karneval ohne Dreigestirn“, fand der Frankenthaler und Strohhutfest-Veteran David Lutz. Und die Jungs gingen sogar noch ein Stückchen weiter: „Das wäre wie Köln ohne Karneval“, scherzte Grabowsky-Gitarrist Alexander Hüther. Aber zum Glück spielten die fünf Musiker auch im Jahr 2014 wieder auf der Hauptbühne und machten somit das Strohhutfest komplett. „Halligalli, volles Rohr. Die Regler stehn auf zehn“, sangen Chris Gass und Olli Herrmann zum Einstieg in ihrem Lied „Alles Grabowsky?!“ Und die Regler standen auf zehn. Weder die Band noch das Publikum schienen eine Aufwärmphase zu brauchen, der Auftritt auf dem vollgestopften Rathausplatz wurde von der ersten Minute an zum „Innenstadtbelastungstest“. Bei Klassikern wie „Blondes Gift“ blieb kein Strohhut auf den Köpfen, und „Du gehst mir auf den Geist“ wurde zum gesanglichen Wettkampf. Dass weder Männer noch Frauen die Lautstärke dominierten, störte keinen, denn zusammen schaffte man es ja immer noch am lautesten. Neben dem Mitmachprogramm fürs Publikum hatten die Grabowskys natürlich auch ihre Bühnenshow für das Frankenthaler Straßenfest angepasst. Das Schlagzeugsolo endete in einem Feuerwerk und Sänger Olli Herrmann ließ sich von der Menge bis zur Mitte des Rathausplatzes tragen. „Ich will auf dem Rückweg net ganz so hart angefasst werden“, musste er, dort angekommen, allerdings gestehen. Bereitwillig machten ihm die Frankenthaler Platz, damit er wieder heil zu seiner Bühne zurück konnte. Da ein Strohhutfest ohne Grabowsky einfach nicht geht, eröffnete die Band das Fest natürlich noch einmal auf ihre Art. Ohne Oberbürgermeister, dafür mit Miss Strohhut, dem „Strohhutfestlied“ und einem mitsingenden und die Hüte in die Luft streckenden Publikum. Und wie heimisch sich Grabowsky selbst auf dem Strohhutfest fühlen, verdeutlichten die beiden Sänger Chris und Olli – sie trugen ihre Sonntagsanzüge, denn: „Wenn wir Freitags aufs Strohhutfest gehen, kommen wir vor Sonntag nimmer heim“, und dann müssten sie ja direkt in die Kirche, scherzte Olli. Nachdem die Band vor 19 Jahren selbst ganz klein auf dem Strohhutfest angefangen hatte, bewiesen sie wieder einmal, dass sie mittlerweile Kultstatus erreicht haben. Seit 2001 spielen sie auf der großen Bühne am Rathausplatz, vor sieben Jahren kam Chris Gass dazu. „Das Strohhutfest ist für uns was besonderes“, findet Bassist Jürgen Hauser. Die Beziehung zwischen Publikum und Grabowsky sei, so Chris, „eine alte Liebe“, die sich über viele Jahre aufgebaut habe. Besonders stolz sind die Musiker darauf, dass sie es mit eigenen Liedern schaffen, das Publikum mitzureißen. „Das ist völlig irre!“, staunte selbst Alexander Hüther . Und gerade ihre Originalität scheint den Fans zu gefallen. Sebastian Spann erklärte Grabowskys Erfolg so: „Die sind Frankenthaler und wissen genau, was Frankenthal hören will.“ Und so zahlreich wie die Frankenthaler erschienen waren, scheint er damit recht zu haben. Olli Herrmanns Aussage „nächstes Jahr machen wir’s nimmer“, denn besser könne es nicht mehr werden, stellte zum Glück nur eine leere Drohung dar. Nach dem Konzert versicherten die Musiker: „Wir spielen so lang, bis die Leute es nimmer hören wollen!“ Im November feiert die Band ihr 20-jähriges Jubiläum. Nach fünf Studioalben soll es passend dazu dann auch wieder eine neue Platte mit den besten Songs der Band geben.

x