Heuchelheim
Großprojekt Bürgerhaus: Warum die Sanierung für Heuchelheim so wichtig ist
Das Bürgerhaus mit Gaststätte und angeschlossener Mehrzweckhalle ist in Heuchelheim das Sorgenkind von Ortsbürgermeister Frank Klingel (FWG) und dem Gemeinderat. Es ist äußerst wichtig für die Dorfgemeinschaft, weil sich hier ganz viel abspielt. Gleichzeitig ist es weder energetisch noch ästhetisch noch funktional auf der Höhe der Zeit.
Vordringlichen Modernisierungsbedarf sieht Klingel vor allem an und in der Halle, die besonders im Winter von Sportlern des ATB Heuchelheim genutzt wird – und während der Sanierung der Eckbachhalle auch von den in Großniedesheim ansässigen Tischtennisfreunden und dem Verein Akzeptanz. Das Dach der Halle ist marode, der Sportboden stark abgenutzt und schadhaft, die Fenster sind alt. Eine Wärmedämmung und eine energiesparende Beleuchtung täten dem Gemeindesäckel gut.
Bürger haben Ideen entwickelt
Die Gemeinde nimmt am Programm Dorferneuerung teil und hat im Rahmen der dafür vorgeschriebenen Dorfmoderation Bürger um Ideen für die Halle gebeten. „Die Wünsche reichten von einer zusätzlichen Küche, welche die Nutzer unabhängig von der Gaststätte macht, bis zum Bau einer festen Bühne“, berichtet Frank Klingel. Eine Bühne hätte allerdings einen großen Haken, meint der Bürgermeister, denn sie würde den Sportbetrieb erschweren. „Und so oft haben wir keine Veranstaltungen, bei denen eine Bühne nützlich wäre.“ Klingel fallen da im Moment nur der Neujahrsempfang, das FWG-Bitzlerfest und das Muttertagskonzert ein. Eine weitere Überlegung sei, den kleinen Biergarten der Gaststätte am Parkplatz nach vorne an die Straßenseite zu verlegen, weil dort mehr Sonne hinkommt.
Mehr aus Heuchelheim
Ortsbürgermeister: „Wir sind am Anschlag“
75 Jahre Landfrauen: Vom bäuerlichen Alltag zur weltoffenen Bildung
Anno dazumal: Heuchelheim und die Schmalspurbahn
Das Bürgerhaus im engeren Sinne, also der straßenseitige Altbau, der in früheren Zeiten einmal eine Schule war, strahlt ebenfalls Sanierungsbedarf aus. Dort befinden sich die Gemeindebücherei, das Amtszimmer von Bürgermeister und Beigeordneten, der Ratssaal und der Jugendtreff.
Der Bauhof hat in dem Gebäude einen Sozialraum, Vereine können in einem Mehrzweckraum im Keller ihre Versammlungen abhalten. Lagerraum, Kühlhaus und eine wenig genutzte alte Kegelbahn vervollständigen die relativ lange Nutzungsliste.
Neben dem hohen Energieverbrauch sind im Bürgerhaus auch die Barrieren in Form von Treppen ein Thema. Gehbeeinträchtigten müsste eigentlich eine Lösung angeboten werden, wie sie sich innerhalb des Hauses auf den zwei Ebenen bewegen können. Oder man müsste die Versammlungsräume auf einer barrierefreien Ebene hinbekommen.
Bürgermeister Klingel will in der Sache endlich vorankommen, zumal die Förderzusage des Landes – Heuchelheim ist seit 2024 als Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung anerkannt – nur sieben Jahre lang gilt. „Fördergeld gibt es außerdem nur einmal im Jahr“, sagt Klingel, „deshalb sollten wir bis August einen Antrag einreichen.“
Kaiserslauterer Büro mit Vorplanung beauftragt
Der erste Schritt ist jetzt eine Machbarkeitsstudie mit einem Sanierungs- sowie einem neuen Gestaltungs- und Nutzungskonzept für Bürgerhaus und Mehrzweckhalle. Dafür hat das Planungsbüro WSW & Partner aus Kaiserslautern den Zuschlag bekommen. 20.500 Euro wird die Studie kosten. Die Firma habe nicht nur Erfahrung in der Hochbauplanung, sondern auch hinsichtlich des Förderprogramms Dorferneuerung, sagt die Verwaltung der Verbandsgemeinde.
Bleibt noch die Frage nach den erwartbaren Kosten des wichtigsten Heuchelheimer Projekts seit der Erweiterung des Kindergartens. Da schüttelt Frank Klingel energisch den Kopf. Zu einer Schätzung, an der später alles gemessen wird, lässt er sich im Moment nicht hinreißen. Das immerhin kann er sagen: „Als Schwerpunktgemeinde können wir einen Zuschuss von bis zu 90 Prozent der Kosten bekommen.“