Grosskarlbach
Großkarlbach ist im Plus – dank Einmaleffekten
Ortsbürgermeister Fritz Wichmann (CDU) hat sich schon vor Wochen darauf gefreut, diese Nachricht beim Neujahrsempfang zu verkünden: Großkarlbach hat 2026 einen ausgeglichenen Haushalt. Was beim Empfang bereits den interessierten Bürgern mitgeteilt wurde, ist nun auch einstimmig im Ortsgemeinderat abgesegnet worden. In der jüngsten Sitzung war der Haushalt deshalb nur kurz ein Thema. Im Ergebnishaushalt landet die Ortsgemeinde planmäßig bei einem Überschuss von 40.570 Euro.
2025 sah das noch anders aus. Dort stand ein Minus von 34.510 Euro unterm Strich. Weil der Gemeinderat die Hebesätze von Grundsteuer A und B nicht erhöhen wollte, war man im Streit mit der Kommunalaufsicht wegen des daraus resultierten nicht genehmigten Haushalts zeitweise in die Interimswirtschaft gerutscht.
Einmalige Rückerstattungen retten Gemeinde
Da wundert es nicht, dass Wichmann sich in diesem Jahr über den Überschuss freut. Carmen Hofstein von der Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Leiningerland wies jedoch darauf hin, dass dies nur aufgrund eines unerwarteten Einmaleffekts gelingen konnte. „Sonst wären wir schwer im Minus“, sagte sie in der Sitzung.
Die Rettung gelingt – so wie kürzlich auch in Laumersheim – durch Personalkostenzuschüsse für die Kita sowie durch eine einmalige Rückerstattung bei der Überzahlung der Straßenoberflächenentwässerung aus Vorjahren. Beide Punkte machen zusammen rund 140.000 Euro aus. Davon entfallen allein 99.000 Euro auf die Rückerstattung bei Personalkosten für Gemeinden mit Kitas. Ein Einmaleffekt aufgrund von Änderungen auf Landesebene, die rückwirkend ab dem zweiten Halbjahr 2021 berechnet wurden.
Wichmann hat Hebesätze im Visier
Für den Moment ist Bürgermeister Fritz Wichmann damit zufrieden, dass die Gemeinde durch den genehmigten Haushalt handlungsfähig bei den freiwilligen Leistungen ist. „Wir können mit diesem Haushalt ganz viel machen“, sagte er. Auch andere Ratsmitglieder kommentierten den verabschiedeten Haushalt positiv. „Es freut mich, dass es dieses Jahr geklappt hat“, sagte Thomas Hansemann (CDU). Nastassja Oberfrank (SPD) bezeichnete die Situation „mit Blick auf die freiwilligen Leistungen“ als „gut“.
Dass die Situation für den Haushalt 2027 wieder ganz anders aussehen kann, dessen ist sich die Ortsspitze bewusst. In der Prognose der Verwaltung steht für nächstes Jahr derzeit ein Minus von rund 75.000 Euro. „Wir müssen über die Grundsteuerhebesätze sprechen“, sagte Wichmann in diesem Zusammenhang.
Er betonte, dass Großkarlbach im Vergleich mit anderen Gemeinden „am unteren Ende der Hebesätze“ sei. Zum bisher letzten Mal haben die Großkarlbacher diese zwischen 2021 und 2023 erhöht – seinerzeit zweimal in Folge. Seitdem gilt für die Grundsteuer B ein Hebesatz von 465 Prozent, für die Grundsteuer A 345 Prozent und für die Gewerbesteuer 380 Prozent.