Frankenthal Großer Kader, kleiner Kader
«FRANKENTHAL.» In der Nordstaffel der Fußball-C-Klasse kämpften lange Zeit die zweite Mannschaft des SC Bobenheim-Roxheim und der TSV Eppstein II um den Aufstieg. Der Sportclub hatte sogar Chancen auf den Titel, schaffte am Ende aber auch als Zweiter den direkten Aufstieg. In der Südstaffel der C-Klasse „versteckten“ sich der VfR Frankenthal II und der SV Studernheim im Mittelfeld.
Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der SC II in einer Konkurrenz von drei, vier Mannschaften um den Aufstieg kämpfen werde, sagt Trainer Joachim Langensteg. „Wir wollten Meister werden, aber in den letzten Spielen war Weisenheim konstant und stark.“ Eine gute Truppe, ein großer Kader und eine erfolgreiche Saison – Langenstegs Fazit fällt nach der Runde positiv aus. Schließlich hat sein Team als Tabellenzweiter den direkten Aufstieg in die B-Klasse geschafft. Mit Henning Strauch, der 28 Treffer erzielte, hatte der SC II den drittbesten Torschützen der Klasse im Team. Langensteg meint, dass noch mehr Treffer drin gewesen wären. Der direkte Vergleich mit dem Meister in der Rückrunde, der 1:5 verloren ging, ärgert den Trainer nach wie vor: „Eine katastrophale Schiedsrichterleistung.“ Am Ende habe er sich mit seinem Team darauf konzentriert, Platz zwei zu halten, was nicht so schwer gefallen sei, weil der TSV Eppstein II geschwächelt habe. Langensteg wird den Weg in die B-Klasse nicht mitgehen. Nicht ganz freiwillig, wie zwischen den Zeilen herauszuhören ist. Näher auf die Personalentscheidung des Clubs eingehen will er nicht. Wie berichtet, übernimmt Marius Heydasch die Mannschaft. 3. TSV Eppstein II (56/98:58) Aufgrund der Gesamtsituation im Verein ist Trainer Steffen Rittmann mit Platz drei zufrieden. „Die Priorität hat auf der ersten Mannschaft gelegen.“ Die ist trotzdem in die B-Klasse abgestiegen – eine bessere Platzierung hätte dem TSV somit gar nichts gebracht. „Wir konnten am Ende das Tempo von Meister SV Weisenheim II und dem SC Bobenheim-Roxheim II nicht mehr mitgehen“, erklärt Rittmann. Fast wäre es sogar noch eng geworden mit Platz drei. „Doch da haben sich die Jungs zusammengerissen, noch einmal alles gegeben, um diesen Rang zu verteidigen.“ Deshalb war es insgesamt eine gute Saison, meint der Trainer, der im Amt bleibt. 4. Eintracht Lambsheim II (44/65:66) Die zweite Mannschaft der Eintracht hat im Vergleich zur Vorsaison sportlich einen Schritt nach vorne gemacht. „Mit den geschossenen Toren und den Punkten bin ich insgesamt zufrieden. Nach meinem Empfinden könnten wir jedoch ruhig noch ein, zwei Plätze besser dastehen“, sagt Trainer Andreas Paczulla. Nach wie vor sei der Kader der „Zweiten“ eigentlich zu groß. „Wir haben zu viele Spieler eingesetzt.“ Zehn bis 15 Akteure hätten das Niveau, ganz vorne mitzuspielen. „Die sind aber leider nicht immer da“, erläutert Paczulla. 30 Gegentore weniger sollten es in der kommenden Saison schon sein, findet er. Verhagelt hat dem Coach die Urlaubslaune die neue Einteilung in den C-Klassen. Nach derzeitigem Stand starten drei Staffeln mit jeweils nur 13 oder 14 Teams. Saisonbeginn soll erst Ende August sein. 11. ASV Mörsch II (30/74:90) Wie so oft kam der ASV Mörsch II erst nach der Winterpause richtig in Fahrt. Nach fünf mageren Punkten in der Hinrunde sammelte das Team im zweiten Durchgang 25 Zähler. „Wenn wir in der kompletten Saison so gespielt hätten wie im Jahr 2017, wäre ich zufrieden. Die Rückrunde war top“, sagt Trainer Udo Schultz. Da hätte die Mannschaft sogar mit nur zehn Mann das Spiel beim MTSV Beindersheim II noch herumgerissen. Den Kader habe er in der Rückrunde von rund 30 auf 18 Spieler gestutzt, was gut für den Zusammenhalt gewesen sei. Co-Trainer Maik Halkenhäuser ist zur neu gegründeten Mannschaft Pirates FC abgewandert. 13. TuS Flomersheim (24/71:107) Der TuS müsse diese Runde schnell abhaken, meint Trainer Torben Meyer, der zum Saisonende aufgehört hat. Meyer will sich ganz auf sein Amt als Nationaltrainer des Nachwuchsteams der Gehörlosen konzentrieren. „Ich werde dem TuS Flomersheim aber verbunden bleiben“, sagt Meyer. Da einige Spieler den TuS in der Winterpause verlassen hätten, sei der Kader überaus knapp bemessen gewesen, so Meyer. Insofern könne der Verein froh sein, die Saison ohne eine Spielabsage beendet zu haben. 14. MTSV Beindersheim II (22/72:119) Am Ende machte es Trainer Mario Nowak keinen Spaß mehr. Die Mannschaft zerfiel zusehends. Nur noch wenige Spieler seien mit Engagement bei der Sache gewesen. „Kein Sturm, kein Mittelfeld war mehr da“, betont Nowak. Trotzdem kam sein Abgang wohl nicht ganz aus freien Stücken. Er sucht nun nach eigener Angabe eine neue Herausforderung. Für einen Vorletzten hat Beindersheim beachtliche 72 Tore erzielt, jedoch auch 119 kassiert – das zweitschlechteste Ergebnis der Liga. Nur Schlusslicht Leiningerland II musste mehr Gegentore hinnehmen – 220. Staffel Süd 9. VfR Frankenthal II (37 Punkte/79:62) Mit normalen Maßstäben ist die vergangene Saison beim VfR Frankenthal nicht zu messen. Der Zerfall der ersten Mannschaft in der Bezirksliga betraf letztlich auch die zweite Elf, die mithalf, in der ersten Garnitur die Löcher zu stopfen. Dies wirkte sich selbstverständlich auf den eigenen Spielbetrieb aus. Trainer Sascha Debus wechselte zur DJK Schwarz-Weiß Frankenthal. Er war für die RHEINPFALZ nicht zu erreichen. 11. SV Studernheim (32/81:83) „Schnell abhaken“, sagt Trainer Matthias Bonifer, wenn er auf die abgelaufene Saison angesprochen wird. Über lange Zeit seien die Trainingsbeteiligung schlecht und der Kader klein gewesen. „In den letzten Wochen der Saison waren dann auf einmal immer 20 Leute im Training“, freut er sich über den Wandel in Studernheim. „Wir haben durchtrainiert, schauen positiv in die Zukunft und haben sogar eine zweite Mannschaft gemeldet.“ Einige Spieler seien aus der A-Jugend zu den Aktiven gekommen, sodass derzeit schon rund 25 Spieler im Training seien. Deshalb macht auch der Coach weiter, der in der Winterpause noch laut über ein Ende seines Engagements nachgedacht hatte.